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Trump-Regierung erweitet Parkgrenze

Die US-Regierung prüft derzeit ein mögliches Grundstücksgeschäft, bei dem ein Streifen Land des Yosemite-Nationalparks an einen privaten Investor aus Nevada übergeben werden könnte. Das Vorhaben im Wert von mehreren Millionen US-Dollar stößt bei Umweltschützern sowie demokratischen Abgeordneten auf massiven Widerstand und Sorge um den Schutz der Natur.

Die US-Regierung erwägt nach übereinstimmenden Medienberichten einen umstrittenen Grundstückstausch, der Teile des Yosemite-Nationalparks in Kalifornien an einen privaten Immobilienentwickler abtreten würde. Im Gegenzug soll die Bundesverwaltung eine gleichwertige Fläche an einem anderen Ort in Kalifornien erhalten. Ziel des Unternehmens aus Nevada ist es, eine direkte Straßenverbindung zu einem exklusiven Erschließungsprojekt zu errichten. Das Vorhaben droht eine jahrzehntelange Schutzpraxis an der Wiege des US-Nationalparksystems aufzuweichen.

Das geplante Projekt der Kingsbarn Realty Capital am Yosemite-Park

Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht die Investment- und Immobiliengesellschaft Kingsbarn Realty Capital. Das Unternehmen aus Nevada kaufte im Jahr 2024 über verbundene Gesellschaften ein rund 33 Hektar großes, unerschlossenes Areal unmittelbar außerhalb der westlichen Parkgrenze für vier Millionen US-Dollar auf. Die Fläche erhielt intern den Projektnamen Sanctuary at Yosemite. Um dort luxuriöse Einfamilienhäuser oder ein privates Resort zu errichten, fehlt bislang jedoch eine wirtschaftliche Zufahrt.

Die bisherige Erschließungsstraße liegt mehr als zehn Meilen von einem Parkeingang entfernt und erfordert eine aufwendige Anfahrt. Ohne eine neue Verbindung müssten künftige Besucher oder Bewohner eineinhalb Stunden auf einer umständlichen Route fahren, um das touristische Herz des Parks, das Yosemite Valley, zu erreichen. Wie der Anwalt und frühere Sonderberater Lanny Davis bestätigte, sucht die Firma daher seit über einem Jahr das Gespräch mit dem Innenministerium. Geplant ist ein etwa viertel Meile langer Geländestreifen im Park, um eine direkte Straße anzubinden.

Politischer Druck und scharfe Kritik von Parkschützern

Das Vorhaben sorgt innerhalb der Bundesbehörden für Spannungen. Insider berichten von ungewöhnlichem politischen Druck aus dem Umfeld der US-Regierung, um das Geschäft voranzutreiben. Kritiker wie Jayson O’Neill von der Organisation Save Our Parks werfen den Verantwortlichen vor, heimlich über die Privatisierung öffentlicher Güter zu verhandeln. Auch Neal Desai von der National Parks Conservation Association verurteilte die Pläne scharf und erklärte, der Nationalpark Service müsse den Naturschutz priorisieren und dürfte Yosemite nicht an den meistbietenden Investor verkaufen.

Trump-Regierung erweitet Parkgrenze
Photo: Spokesman
Trump-Regierung erweitet Parkgrenze
Photo: The Guardian

Mitarbeiter des National Park Service erklärten via Notus, dass der ausgeübte politische Druck sehr ungewöhnlich sei.

Ehemalige Führungskräfte der Behörde melden ebenfalls Bedenken an. Der Schutzgedanke des US-Nationalparksystems nahm einst in Yosemite seinen Anfang, als Abraham Lincoln das Tal und die Mammutbaumhaine unter Schutz stellte. Das Ziel müsse sein, diese Naturräume für künftige Generationen zu bewahren und nicht für private Gewinninteressen anzutasten.

Die ehemalige Parkleiterin Cicely Muldoon erklärte via Notus, dass es der grundlegende Zweck der Nationalparks sei, diese Orte ungeschmälert für künftige Generationen zu bewahren, und man diesen Grundsatz nicht zugunsten privater Profite aufgeben dürfe.

Reaktionen des Innenministeriums und Widerstand im US-Kongress

Das zuständige Innenministerium wies die Vorwürfe einer heimlichen Bevorteilung zurück. Eine Sprecherin erklärte gegenüber Outside, es gebe keine politische Einflussnahme auf ein vorbestimmtes Ergebnis. Zudem betonte die Behörde in offiziellen Stellungnahmen, dass bislang keine endgültigen Entscheidungen getroffen worden seien. Jedes eventuelle Landtauschverfahren müsse alle geltenden Bundesgesetze sowie vorgeschriebene Umweltprüfungen und öffentliche Beteiligungsverfahren durchlaufen.

Trump administration reportedly weighs Yosemite National Park land swap

Gleichzeitig formiert sich politischer Widerstand im Kongress. Die kalifornischen Senatoren Alex Padilla und Adam Schiff versuchen gemeinsam mit dem demokratischen Abgeordneten Jared Huffman, das Vorhaben zu stoppen. Senator Padilla kündigte an, über den Bewilligungsausschuss des Senats gegen das Geschäft vorgehen zu wollen, da der Land- und Wasser-Erhaltungsfonds dazu diene, Naturflächen für die Allgemeinheit zu schützen und nicht für private Profite wohlhabender Kreise.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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