Aston Villa hat einen historischen Fehlstart in der Premier League hingelegt und nach einer turbulenten Sommerpause auswärts gegen Brighton mit 0:4 verloren. Bereits zur Halbzeit lag das Team von Unai Emery nach mehreren Patzern und einer Roten Karte aussichtslos zurück.
Es gibt misslungene Saisonstarts, und es gibt den Auftritt von Aston Villa im Amex Stadium. Nach einer turbulenten Sommerphase, in der der Verein weite Teile seiner bisherigen Leistungsträger abgab, erlebte die Mannschaft von Unai Emery einen der katastrophalsten ersten Durchgänge in der Geschichte der Premier League. Bereits zur Pause stand es 4:0 für Brighton, während im Gästeblock die ersten Plätze leer blieben.
Ein Auftakt nach Maß für Brighton und ein Albtraum für die Gäste
Die Partie war erst acht Minuten alt, als das Unheil für die Gäste seinen Lauf nahm. Nach einem Einwurf im eigenen Drittel spielte Ian Maatsen den Ball zurück auf Pau Torres, dessen unpräziser Pass im eigenen Strafraum von Maxim De Cuyper abgefangen wurde. De Cuyper umspielte Torhüter Marcos Bizot und schoss aus spitzem Winkel an den Pfosten, von wo der Ball unglücklich an das Knie von Victor Lindelof prallte, der den Ball ins eigene Netz lenkte. Nur zehn Minuten später erhöhte Brighton auf 2:0: Erneut war Pau Torres an der Entstehung beteiligt, als Georginio Rutter die hoch stehende Abwehrkette ausspielte und mustergültig für De Cuyper auflegte.
Der absolute Tiefpunkt folgte kurz vor der Pause, als Villa innerhalb von nur einer Minute zwei weitere Treffer kassierte. Brighton dominierte die Luftkämpfe und gewann lediglich 16,7 Prozent der Kopfballduelle – der niedrigste Wert von Villa in den vergangenen acht Spielzeiten.
Joao Gomes und der historische Platzverweis
Die sportliche Krönung des Schockmoments folgte in der 40. Minute. Debütant Joao Gomes, der im Sommer für 38 Millionen Euro von den Wolverhampton Wanderers verpflichtet worden war, leistete sich einen völligen Aussetzer. Nach einem Zweikampf mit Georginio Rutter trat er im Liegen aus und traf den Gegenspieler im Brustbereich. Der Video-Assistent intervenierte sofort, und Schiedsrichter sowie VAR schickten den Mittelfeldspieler mit einer direkten Roten Karte vom Feld.
Wie das britische Medium berichtete, wurde Gomes damit erst der zweite Spieler in der Geschichte der Premier League, der bei seinem ersten Einsatz für einen Verein bereits in der ersten Halbzeit vom Platz gestellt wurde. Das historische Pendant dazu lieferte Samba Diakite von Queens Park Rangers im Jahr 2012. Brighton-Trainer Fabian Hurzeler nutzte die komfortable Führung im zweiten Durchgang dazu, einige Leistungsträger mit Blick auf das anstehende Conference-League-Play-off-Rückscel gegen Tromso zu schonen, während die Analyse des Sportportals den Gesamteindruck einer völlig desolaten ersten Halbzeit unterstrich.
Kaderumbau und offene Fragen um Ollie Watkins
Hintergrund der sportlichen Talfahrt ist ein beispielloser Umbruch im Kader. Aston Villa musste im Sommer schmerzhafte Abgänge verkraften. Morgan Rogers wechselte für eine Rekordsumme von 117 Millionen Euro zum FC Chelsea, während Ezri Konsa für 51 Millionen Euro und Youri Tielemans für 35 Millionen Euro ebenfalls den Verein verließen. Um die Lücken zu schließen, investierte der Club massiv: Unter anderem kam Johan Manzambi, der verletzungsbedingt fehlte, während Torhüter Zion Suzuki als Ersatz für den ebenfalls vor dem Absprung stehenden Emi Martinez zunächst auf der Bank Platz nahm.
Besonders die Personalie Ollie Watkins sorgt für Unruhe. Der englische Stürmer, der vom saudi-arabischen Verein Al-Hilal umworben wird, stand überraschend nicht einmal im Spieltagskader. Auf die Frage, ob dies das Ende von Watkins‘ Zeit bei Aston Villa bedeute, reagierte Trainer Unai Emery in einem Interview mit einer auffälligen und langen Pause, auf die er lediglich mit dem Wort Silence
antwortete. Bereits zuvor hatte der Trainer bestätigt, dass Angebote für den 30-Jährigen vorliegen.
Die nächsten Aufgaben nach dem Fehlstart
Nach diesem historisch schwachen Auftakt bleibt dem amtierenden Europa-League-Sieger kaum Zeit, die Wunden zu lecken. Die sportliche Belastung nimmt keine Rücksicht auf interne Umbrüche, und die Verantwortlichen müssen schnellstmöglich Stabilität in den veränderten Kader bringen. Die nächste Bewährungsprobe wartet bereits am kommenden Montag, wenn Aston Villa im heimischen Stadion gegen den amtierenden Premier-League-Meister FC Arsenal antreten muss.
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