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Friedrich Merz verzeichnet Rekordunbeliebtheit im Forsa-Trendbarometer

Die politische Sommerpause bringt der Bundesregierung keinen neuen Schwung, sondern tiefe Einbußen in der Wählergunst. Der geplante Kabinettsumbau, der eigentlich für frische Impulse sorgen sollte, entwickelte sich rasch zu einer öffentlichen Personaldebatte. Auch in den Bundesländern läuft es für die Christdemokraten unrund: Bei anstehenden Landtagswahlen liegt die Union meist zurück, und Ministerpräsidenten stellen sich offen gegen den Parteivorsitzenden.

Rekordunzufriedenheit und historische Umfrage-Tiefststände für Friedrich Merz

Die Dimension der Krise lässt sich an harten Zahlen ablesen. Laut aktuellen Auswertungen des RTL/ntv-Trendbarometers, das vom Meinungsforschungsinstitut Forsa erhoben wird, sind inzwischen 85 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Arbeit von Friedrich Merz. Dieser Wert markiert einen neuen Höchststand, der die bisherige Unzufriedenheit auf ein extremes Niveau treibt.

Forsa-Chef Manfred Güllner fasste die Situation in einem Newsletter zusammen, indem er erklärte, dass Merz bislang alle vollmundig propagierten Ziele verfehlt habe. Die Unzufriedenheit bleibe demnach auch in der Sommerpause unverändert extrem hoch und strahle direkt auf die Partei aus.

Wählerwanderung und das Erstarken der AfD im Bund

Die anhaltende Entfremdung der Bürger von der Politik schlägt sich direkt in den Wahlabsichten nieder. In der Forsa-Sonntagsfrage kommt die Union bei den Wahlwilligen nur noch auf 21 Prozent. Zählt man alle Wahlberechtigten einschließlich der Nichtwähler hinzu, bricht der Wert auf 15 Prozent ein. Laut Forsa ist die Union in der Wählergunst damit so schwach wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik.

Besonders alarmierend bewerten Beobachter den Zuwachs der politischen Konkurrenz am rechten Rand. Merz hatte einst das Ziel ausgegeben, die AfD mit der richtigen Strategie zu halbieren. Eingetreten ist jedoch das Gegenteil: Unter seiner Führung erreicht die Partei im Bund und in den Ländern Rekordwerte und steht bei Forsa derzeit bei 28 Prozent.

Forsa-Chef Güllner warnt davor, dass sich das wachsende Lager der Nichtwähler und Unentschlossenen als weiteres Reservoir für die AfD erweisen könnte. Bereits in der Vergangenheit sei zu beobachten gewesen, dass unzufriedene Wähler zunächst ins Lager der Nichtwähler abwandern, bevor sie schließlich zur AfD wechseln, wenn politische Reaktionen ausbleiben.

Sinkendes Vertrauen in staatliche Institutionen und die Regierungsarbeit

Die Skepsis der Bevölkerung beschränkt sich nicht nur auf den Parteivorsitzenden der CDU, sondern erfasst die gesamte politische Architektur des Landes. Das Vertrauen in das Amt des Bundeskanzlers stürzte laut dem Institutionen-Vertrauensranking von Forsa auf 20 Prozent ab, nach 75 Prozent im Jahr 2021.

Zudem empfinden 84 Prozent der Befragten das Handeln der Parteien als abgehoben von den echten Sorgen und Nöten der Bürger. Flankiert werden diese Zahlen von einer Ipsos-Umfrage aus dem Januar 2026, wonach lediglich 17 Prozent das politische Handeln von Friedrich Merz für glaubwürdig hielten und nur 26 Prozent der Bundesregierung zutrauten, im besten Interesse der Bevölkerung zu handeln.

Auch die generelle Leistungsfähigkeit des Staates wird massiv bezweifelt. Einer Bürgerbefragung des Beamtenbunds zufolge glauben nur noch 17 Prozent, dass der Staat seine Aufgaben ordnungsgemäß erfüllen kann. Im Jahr 2020, während der Corona-Krise, lag dieser Wert noch bei 56 Prozent. Gleichzeitig beklagt der Beamtenbund eine angespannte Personallage mit einem Defizit von rund 600.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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