Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 erschütterte am 10. August 2026 Westkolumbien mit Epizentrum nahe San José del Palmar. Nach aktuellen Berichten gibt es mehr als 80 Tote, darunter mehrere Kinder. Die Regierung unter Präsident Abelardo de la Espriella hat einen Krisenstab eingerichtet, um die Hilfe in den schwer betroffenen Regionen zu koordinieren.
Das Beben traf das Land am frühen Morgen um 7:34 Uhr Ortszeit. Die Erschütterungen waren in einem großen Teil Kolumbiens spürbar, unter anderem in Bogotá, Medellín, Cali, Popayán, Armenia, Pereira und Manizales. Laut dem kolumbianischen Geologischen Dienst (SGC) lag das Epizentrum nahe San José del Palmar im Departamento Chocó in einer Tiefe von 96 Kilometern. Der US-amerikanische Geologische Dienst (USGS) bezifferte die Tiefe hingegen auf 107 Kilometer.
Opferzahlen und regionale Zerstörungen in Pereira und Cali
Die Opferzahlen steigen kontinuierlich an. In der Stadt Pereira, westlich der Hauptstadt Bogotá, wurden bereits 47 Todesopfer registriert, wie Polizeichef Óscar Leonel Ochoa gegenüber dem Radiosender Caracol Radio erklärte. Zuvor hatte Bürgermeister Mauricio Salazar in einem Interview mit La FM eine Zahl von mindestens 18 Toten genannt, wies jedoch darauf hin, dass die tatsächliche Zahl bereits höher liegen dürfe.

Im Departamento Valle del Cauca kamen laut Gouverneurin Dilian Francisca Toro mindestens 27 Menschen ums Leben, darunter drei Kinder. In Cali selbst meldete der Bürgermeister mehr als 20 eingestürzte Gebäude, in denen Menschen eingeschlossen sein sollen.
- Manizales: Drei Tote und Hunderte Verletzte. Bürgermeister Jorge Rojas bestätigte den Einsturz von zehn bis zwölf Gebäuden sowie Schäden an einem Turm der örtlichen Kathedrale.
- Departamento Chocó: Die Regionalregierung meldete vorläufig vier Tote und 69 Verletzte. In der Hauptstadt Quibdó kam es nach dem Hauptbeben und mehreren Nachbeben zu Panik.
Infrastrukturausfälle und internationale Unterstützung
Neben den Gebäudeschäden ist die technische Infrastruktur in mehreren Gemeinden massiv beeinträchtigt. Betroffen sind die Stromversorgung, die Telefonie sowie weitere Kommunikationsverbindungen. Auch mehrere Flughäfen waren von den Erschütterungen betroffen. Die Wucht des Bebens war so stark, dass es Berichten zufolge in den Nachbarländern Venezuela, Ecuador und Panama wahrgenommen wurde.
International wird Kolumbien Unterstützung angeboten. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva signalisierte Hilfe und betonte die Bereitschaft seines Landes, Beistand zu leisten.
Krisenmanagement unter Präsident Abelardo de la Espriella
Der kürzlich vereidigte Präsident Abelardo de la Espriella hat die Einrichtung eines gemeinsamen Krisenstabs in San José del Palmar angeordnet. Das Gremium ist damit beauftragt, die Hilfe für die Betroffenen zu koordinieren. De la Espriella forderte zudem einen detaillierten Bericht über die aktuelle Lage und den dringendsten Bedarf an Hilfsgütern.
Der Präsident kündigte an, persönlich nach Pereira zu reisen.
Die Gefahr durch Folgereignisse bleibt bestehen. Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der Kolumbianische Geologische Dienst ein Nachbeben der Stärke 4,6 in Nóvita, ebenfalls im Departamento Chocó.
Die Behörden betonen, dass die Zahl der Todesopfer und Verletzten aufgrund der laufenden Sucharbeiten in den Trümmern weiter steigen könnte.
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