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At least five Mohamed Al Fayed abuse survivors confirmed as human-trafficking victims

Das britische Home Office hat mindestens fünf Überlebende von Missbrauchsfällen durch den verstorbenen Harrods-Besitzer Mohamed Al Fayed offiziell als Opfer von Menschenhandel bestätigt. Die Betroffenen erhielten entsprechende Bescheide über die Anerkennung als Opfer moderner Sklaverei, nachdem sie über den National Referral Mechanism (NRM) gemeldet worden waren.

Die Entscheidung des britischen Innenministeriums markiert einen Wendepunkt in der Aufarbeitung der Vorwürfe gegen den ägyptischen Milliardär, der 2023 im Alter von 94 Jahren starb. Über 400 Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens im Zeitraum von 1977 bis 2014 liegen vor, darunter Vergewaltigungen, sexuelle Übergriffe, falsche Gefangenschaft und erzwungene Abtreibungen. Al Fayed selbst war zu Lebzeiten nie angeklagt worden.

Der National Referral Mechanism und die Anerkennung der Opfer

Die Anerkennung erfolgte über den National Referral Mechanism (NRM), das offizielle britische System zur Identifizierung von Opfern moderner Sklaverei, Zwangsarbeit und Menschenhandel. In diesem Verfahren prüft die Single Competent Authority (SCA) des Home Office die Hinweise und entscheidet über die offizielle Anerkennung.

At least five Mohamed Al Fayed abuse survivors confirmed as human-trafficking victims
Photo: mirror.co.uk

Die fünf betroffenen Frauen wurden durch die Wohltätigkeitsorganisation Unseen UK an das System gemeldet. Zu den Anerkennungen gehören Mitglieder der Advocacy-Gruppe No One Above, darunter Frauen unter den Pseudonymen Justine, Elizabeth, Margo und Isabella. Bereits am 29. April 2026 berichtete die BBC, dass eine erste Betroffene, Rachel Louw, eine positive Entscheidung erhalten hatte, nachdem sie Missbrauch durch Mohamed Al Fayed und dessen Bruder Salah gemeldet hatte.

Rekrutierungsmethoden und das System innerhalb von Harrods

Die Berichte der Betroffenen zeichnen ein Bild von systematischer Rekrutierung. Eine Überlebende gab gegenüber der Press Association (PA) an, für eine fiktive Stelle innerhalb des Kaufhauses Harrods angeworben worden zu sein. Zwei weitere Frauen wurden für legitime Positionen eingestellt und anschließend abseits der Verkaufsfläche für Übergriffe ausgewählt.

Al Fayed abuse claims widen to human trafficking, ex-Met officer insists.

Er hätte nicht tun können, was er tat, ohne dass Harrods Frauen an ihn weiterleitete und sie anschließend zum Schweigen brachte. Es war nicht nur Harrods, offensichtlich. Es war jede Einheit, die Fayed besaß oder kontrollierte. Es waren seine Yachten, sein Luftfahrtunternehmen, das Ritz Paris, seine Immobilien in ganz Frankreich und Monaco. Es reichte bis in die Staaten und die VAE – überall dort, wo dieser Mann hinkam. Isabella, ehemalige Mitarbeiterin im Büro des Vorstandsvorsitzenden von Harrods, via Press Association

Die Fälle erstrecken sich über mehrere Jahrzehnte, beginnend in den 1990er Jahren bis hin zu Vorfällen, die nach dem Verkauf von Harrods im Jahr 2010 stattfanden. Eine weitere Betroffene, Margo, wurde über eine Vermittlungsagentur namens Hyde Park Residence als Hausangestellte für Al Fayed rekrutiert.

Operation Cornpoppy: Die Ermittlungen der Met Police

Bisher wurden vier Personen befragt. Insgesamt untersucht die Polizei die Fälle von mindestens 156 Opfern, die sich direkt an die Behörden wandten, wovon 21 bereits vor dem Tod des Geschäftsmanns im Jahr 2023 vorgegangen waren.

At least five Mohamed Al Fayed abuse survivors confirmed as human-trafficking victims
Photo: The Independent

Die Handhabung der Ermittlungen durch die Polizei steht jedoch in der Kritik. Das Independent Office for Police Conduct prüft derzeit Beschwerden über den Umgang der Met Police mit den Vorwürfen zwischen 2018 und 2024.

Internationale Dimension und finanzielle Lockungen

Der Menschenhandel war sowohl national als auch international organisiert. Pelham Spong aus South Carolina (USA) berichtete, dass sie 2008 auf Befehl Al Fayeds in Paris trafficked wurde, bevor sie nach London geschickt wurde. Sie gab an, dass Al Fayed, der das Hotel Ritz in Paris besaß, sie gewaltsam geküsst und ihr ein Jahresgehalt von 65.000 Euro angeboten habe, wenn sie mit ihm schlief.

Harrods owner Mohamed Al Fayed wearing a suit and black shirt
Photo: BBC

Die Betroffenen betonen, dass das Netzwerk weit über das Kaufhaus hinausging.

Die Position von Harrods und die Bedeutung der Urteile

Die offizielle Anerkennung als Opfer von Menschenhandel durch das Home Office widerspricht der bisherigen Darstellung des Kaufhauses. Laut der Überlebenden Justine war die Position von Harrods stets, dass der Missbrauch lediglich das Werk eines schlechten Mannes gewesen sei und man nun, da er tot sei, nichts mehr tun könne.

Mohamed Al Fayed abuse ‘could be on scale of Savile’, survivors advocate says | BBC News

Aber es ist eine wirklich bedeutende Sache, diese Entscheidung zu erhalten, schwarz auf weiß zu sehen, dass man ein Opfer von moderner Sklaverei und Menschenhandel war… es ist wirklich schockierend zu lesen. Justine, ehemalige Harrods-Mitarbeiterin, via Press Association

Elizabeth, ebenfalls eine ehemalige Mitarbeiterin, argumentiert, dass alle in diesen Fall verwickelten Personen Opfer von Menschenhandel seien, da es sich um ein einziges System aus Rekrutierung, Ausbeutung und Verstummen gehandelt habe. Sie kritisierte zudem ein mögliches Missverständnis innerhalb der Metropolitan Police, dass Menschenhandel zwingend das Überschreiten internationaler Grenzen voraussetze, während die Anerkennungen im Fall Al Fayed auch Trafficking innerhalb des Harrods-Gebäudes belegen.

Ein Sprecher von Harrods erklärte dazu, dass das Unternehmen alle Überlebenden bei ihrem Streben nach Gerechtigkeit unterstütze und weiterhin eng mit der Met Police in deren Ermittlungen zusammenarbeite.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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