Die US-Inflationsdaten für Juni haben am Dienstag zu einem Anstieg der Nasdaq-Futures geführt, während der Dow Jones durch starke Einzelaktienverluste belastet wurde. Der Verbraucherpreisindex (CPI) sank im Juni um 0,4 % – der stärkste monatliche Rückgang seit April 2020. Die jährliche Inflationsrate verlangsamte sich auf 3,5 %, gegenüber 4,2 % im Mai und lag damit unter der von Reuters befragten Analystenschätzung von 3,8 %.
Tech-Aktien profitieren von sinkenden Zinserwartungen
Besonders stark reagierten die Nasdaq 100-Futures mit einem Plus von 1,38 % (Stand 8:33 Uhr EDT), während S&P 500-Futures um 0,48 % stiegen. Laut Berichten profitieren Wachstumsaktien stärker von einer niedrigeren Inflation, da ein größerer Teil ihrer erwarteten Gewinne in der Zukunft liegt und sie positiv auf sinkende Zinserwartungen reagieren.
Die Daten zeigen jedoch, dass der Rückgang primär durch den Energiesektor getrieben wurde. Energie sank um 5,7 % und trug mit minus 0,437 Prozentpunkten zum Gesamtrückgang bei, wobei Benzin allein einen Minusbeitrag von 0,394 Prozentpunkten leistete. Preise außerhalb des Energiesektors stiegen hingegen leicht an (+0,015 Punkte). Die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) blieb im Monat unverändert und stieg im Jahresvergleich um 2,6 %, was ebenfalls unter den Prognosen lag.
Unternehmensergebnisse belasten Dow Jones
Trotz der Inflationserleichterung verzeichneten die Dow E-minis einen minimalen Rückgang von 0,01 %. Dies wird auf die starke Belastung durch einzelne Aktien zurückgeführt, insbesondere IBM. Die Aktien von IBM fielen um etwa 22 %, nachdem der vorläufige Umsatz für das zweite Quartal mit 17,2 Milliarden US-Dollar hinter dem Analystenkonsens von 17,86 Milliarden US-Dollar zurückblieb. CEO Arvind Krishna erklärte, Kunden hätten Ausgaben von Software hin zu Hardware wie Servern und Speicher verschoben, worauf das Unternehmen nicht schnell genug reagiert habe.
Auch im Finanzsektor gab es gemischte Reaktionen. JPMorgan Chase übertraf mit einem bereinigten Gewinn von 6,14 US-Dollar pro Aktie die Erwartungen, doch die Aktie sank um etwa 2 %, nachdem die Ausgabenvorhersage für 2026 auf 107,5 Milliarden US-Dollar angehoben wurde. Wells Fargo übertraf mit 2,00 US-Dollar pro Aktie ebenfalls die Schätzungen, verzeichnete aber im vorbörgehandel einen Minus von 1,3 %.
Ausblick und Risiken
Ein Risiko für die aktuelle Marktentwicklung stellt die Entwicklung der Rohölpreise dar. Brent Crude stieg am Dienstag auf 86,19 US-Dollar pro Barrel, getrieben durch Spannungen zwischen den USA und dem Iran rund um die Straße von Hormus. Ein dauerhafter Anstieg der Ölpreise könnte den Effekt des Juni-Inflationsrückgangs teilweise zunichtemachen.
Zusätzlich wird die Marktstimmung von der Aussage des Federal Reserve Chair Kevin Warsh vor dem House Financial Services Committee beeinflusst. In seiner vorbereiteten Aussage betonte Warsh: „Wenn wir die Politik richtig machen – und das werden wir –, wird der Inflationsschub der letzten fünf Jahre der Vergangenheit angehören“.
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