Die Demokratische Partei von Maine muss bis zum 27. Juli 2026 einen neuen Kandidaten für den US-Senat nominieren, nachdem Graham Platner aufgrund von Vergewaltigungsvorwürfen zurücktrat. Ein Parteikonvent am 25.
Die Nominierung am 25. Juli und der Zeitdruck der Demokraten
Die Maine Democratic Party steht unter massivem Zeitdruck. Nachdem Graham Platner, ein ehemaliger Marine-Soldat und Austernfarmer, seine Kandidatur beendete, müssen die Demokraten bis zum 27. Juli einen Namen für den Stimmzettel einreichen. Um dies zu erreichen, finden in allen 16 Countys von Maine an diesem Wochenende spezielle Nominierungstreffen statt, bei denen Delegierte gewählt werden.
Diese Delegierten kommen am Samstag, den 25. Juli, in Bangor zusammen. Insgesamt 601 Stimmberechtigte entscheiden dort über den neuen Nominierten, wie Fox News berichtet.
Der Rückzug von Platner erfolgte abrupt nach einem Bericht von Politico, in dem eine Frau namens Jenny Racicot vorwarf, Platner habe sie im Jahr 2021 betrunken vergewaltigt. Platner wies die Anschuldigungen als kategorisch falsch zurück, sah sich jedoch mit dem Verlust wichtiger Unterstützer konfrontiert. Selbst Senator Bernie Sanders, der Platner bereits im September zuvor unterstützt hatte, empfahl ihm nach den Vorwürfen den Rückzug, wie East Bay Times ausführte.
Die Kandidaten: Zwischen progressiver Energie und Establishment

Acht Demokraten haben sich bereits für die Nominierung beworben. Im Zentrum des Wettbewerbs stehen Kandidaten, die versuchen, die von Platner mobilisierte Wählerschaft zu übernehmen, ohne dessen Kontroversen mitzuschleppen.
- Nirav Shah: Ehemaliger Leiter des Maine Center for Disease Control and Prevention (2019–2023) und stellvertretender Direktor der federalen CDC.
- Troy Jackson: Ehemaliger Senatspräsident von Maine und Holzfäller in fünfter Generation. Er wird von „Our Revolution“ und der Maine-Sektion der Democratic Socialists of America (DSA) unterstützt.
Die Spannung innerhalb der Partei ist greifbar. Ein Netzwerk von Freiwilligen, die Platners Kampagne aufgebaut hatten, stellte in einem offenen Brief klar, dass ihre Infrastruktur nicht automatisch auf den neuen Kandidaten übergeht. Die Unterstützung sei nur für jemanden garantiert, der ausdrücklich progressive Verpflichtungen übernimmt, berichtet Fox News.
Platners Erbe: Populismus und tiefgreifende Kontroversen

Graham Platner war ein Außenseiter, der das demokratische Establishment, einschließlich der ehemaligen Gouverneurin Janet Mills, in der Vorwahl am 9. Juni 2026 in einem Erdrutschsieg besiegte. Seine Kampagne basierte auf einem populistischen Programm gegen Milliardäre und Konzerne. Doch sein Aufstieg war von Skandalen begleitet, die bereits vor dem Vorwurf der sexuellen Gewalt bekannt waren.
Zu den belastenden Punkten gehörten Reddit-Posts, in denen er den Missbrauch in der Armee und das Thema Vergewaltigung thematisierte. Zudem sorgte ein Totenkopf-Tattoo auf seiner Brust für Aufsehen, das als Nazi-Symbol erkannt wird. Platner rechtfertigte dies damit, dass er das Tattoo im Zustand starker Alkoholisierung während eines Urlaubs in Kroatien habe stechen lassen.
Finanziell war Platner stark aufgestellt. Laut Unterlagen der Federal Elections Commission (FEC) sammelte er mehr als 16,2 Millionen Dollar ein.
Susan Collins: Die Beständigkeit der Republikanerin

Während die Demokraten in Chaos versinken, bleibt die republikanische Senatorin Susan Collins, die seit 1997 im Amt ist, ruhig. Bei der jährlichen Moxie Day Parade in Lisbon betonte sie ihre stabile Führung, wie NPR zitiert.
Collins hat sich in Maine als politische Überlebenskünstlerin erwiesen. Selbst 2020, als der Staat Joe Biden wählte, sicherte sie sich ihre Wiederwahl mit einem Vorsprung von mehr als 8,5 Prozent.
Trotz ihrer Festigkeit ist Collins nicht ohne Reibungspunkte innerhalb ihrer eigenen Partei. Ihr Veto gegen den sogenannten „One Big Beautiful Bill“ von Donald Trump – begründet durch Kürzungen bei Medicaid – führte zu Spannungen mit dem Präsidenten, der ihr keine offizielle Unterstützung für die kommende Wahl zusprach, wie AOL berichtet.
Die strategische Bedeutung für den US-Senat
Maine wird als entscheidender Staat für die Kontrolle des US-Senats angesehen. Die Demokraten müssen insgesamt vier Sitze gewinnen, um die Mehrheit in der 100-köpfigen Kammer zurückzuerlangen. Maine gilt dabei als eine der Schlüsselgelegenheiten neben Alaska, Ohio und North Carolina.
Die Sorge der Demokraten ist nun, dass die Wähler durch den Prozess des plötzlichen Kandidatenwechsels entmutigt werden. Die demokratische Senatspräsidentin von Maine, Mattie Daughtry, äußerte die Befürchtung, dass Wähler sich fragen könnten: Warum sollte ich jemand anderem vertrauen, wenn dieser Mann mich bereits enttäuscht hat?, berichtet NPR.
| Kandidat/Person | Finanzierung (FEC) | Status/Rolle |
|---|---|---|
| Graham Platner | Über 16,2 Mio. $ | Zurückgetreten (Demokrat) |
| Susan Collins | – | Amtierende Senatorin (Republikaner) |
Der Ausgang des Konvents am 25. Juli wird bestimmen, ob die Demokraten eine Figur finden, die sowohl die radikale Energie von Platners Basis als auch die notwendige Integrität besitzt, um Collins zu schlagen.
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