Konsens unter Experten: Lebensstiländerungen sind zentral
Die Studie, die auf Daten von 12.000 Patienten aus sechs europäischen Ländern basierte, legte nahe, dass nicht medikamentöse Maßnahmen in 70 Prozent der Fälle ausreichen, um den systolischen Blutdruck um mindestens 10 mmHg zu senken. „Die Ergebnisse unterstreichen, dass die primäre Therapie für Hypertonie nicht in der Pharmazie, sondern im Alltag liegt“, sagte Dr. Anja Winkler in einer Pressekonferenz am 2. Juli 2026.
Natriumreduktion: Schlüssel zur Blutdruckkontrolle
Die Forscher betonten, dass eine Reduktion des Salzkonsums auf weniger als 5 Gramm pro Tag in Kombination mit einer DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) innerhalb von drei Monaten signifikante Verbesserungen bewirke. „Wir haben bei Patienten, die diesen Ansatz umsetzten, eine durchschnittliche Senkung um 14 mmHg gemessen“, erklärte Prof. Lars Mühle. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift The Lancet am 30. Juni 2026 veröffentlicht.

Bewegung: Regelmäßigkeit zählt
Die Experten verwiesen auf Studien, die zeigten, dass 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche (z. B. Spaziergänge oder Radfahren) den Blutdruck um bis zu 9 mmHg senke. „Es geht nicht um intensive Trainings, sondern um konsistente Gewohnheiten“, betonte Dr. Elena Varga. In der Studie erzielten Patienten, die diesen Rhythmus einhielten, eine 22-prozentige Reduktion des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu Kontrollgruppen.
Stressmanagement: Unterbelastetes Gebiet
Obwohl die Rolle von psychosozialen Faktoren in der Blutdruckforschung länger unterschätzt wurde, zeigten die Daten, dass Techniken wie Meditation oder Atemübungen in Kombination mit anderen Maßnahmen die Wirkung verstärkten. „Stressreduktion ist kein ‚Zusatzfaktor‘, sondern ein zentraler Baustein“, sagte Dr. Thomas Bergmann. Die Forscher forderten, in klinischen Leitlinien mehr Aufmerksamkeit auf psychische Gesundheit zu richten.
Zukünftige Schritte: Langfristige Studien erforderlich
Trotz des Konsenses betonten die Experten, dass Langzeitdaten fehlten. „Wir wissen noch nicht, ob die Effekte über fünf Jahre stabil bleiben“, erklärte Prof. Mühle. Die European Society of Cardiology kündigte an, bis 2028 eine Follow-up-Studie mit 20.000 Teilnehmern zu starten, um die Nachhaltigkeit der Methoden zu prüfen.
Wie sich Leser selbst informieren können
Die Ergebnisse der Studie sind auf der Website der European Society of Cardiology (https://www.escardio.org) verfügbar. Patienten mit erhöhtem Blutdruck werden empfohlen, sich an ihre Hausärzte zu wenden, um individuelle Strategien zu entwickeln. „Jeder Mensch ist anders – was bei einem funktioniert, muss nicht bei allen gelten“, betonte Dr. Winkler.
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