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Gesundheit

Zombie-Eichhörnchen: SQPV-Virus verursacht eiternde Hautwucherungen

In verschiedenen Regionen der USA werden Eichhörnchen gemeldet, die aufgrund von großflächigen, eiternden Hautwucherungen als „Zombie-Eichhörnchen“ bezeichnet werden. Diese Symptome werden durch das Squirrelpox-Virus (SQPV) verursacht. Experten betonen, dass das Virus zwar für Nagetiere tödlich sein kann, nach aktuellem wissenschaftlichem Stand jedoch keine Gefahr für den Menschen darstellt.

Was verursacht die Hautveränderungen bei den Eichhörnchen?

Die beobachteten Symptome, die in sozialen Medien und lokalen Nachrichtenberichten als grotesk beschrieben werden, haben eine biologische Ursache: das Squirrelpox-Virus (SQPV). Dieses Poxvirus infiziert primär Nagetiere wie Eichhörnchen und kann schwere Hautveränderungen hervorrufen.

Die Infektion äußert sich durch die Bildung von Läsionen, Geschwüren und massiven Hautwucherungen. Diese Wucherungen können sich entzünden und eitern, was das Erscheinungsbild der Tiere stark verändert. In fortgeschrittenen Stadien können die Wunden so groß werden, dass sie das Gesicht oder die Gliedmaßen der Tiere deformieren.

Das Virus wird hauptsächlich durch direkten Kontakt zwischen infizierten und gesunden Tieren übertragen. Auch kontaminierte Oberflächen, wie etwa Futterstellen oder Nistmaterialien, können als Übertragungsweg dienen. Wenn die Wucherungen aufbrechen, können die Viren in die Umgebung gelangen und dort eine Zeit lang infektiös bleiben.

Warum die Bezeichnung „Zombie“ irreführend ist

Der Begriff „Zombie-Eichhörnchen“ stammt nicht aus der Veterinärmedizin, sondern ist eine Bezeichnung, die in der Berichterstattung und in sozialen Netzwerken verwendet wird. Die Bezeichnung bezieht sich auf zwei visuelle und verhaltensbedingte Aspekte der Infektion.

Erstens führen die großflächigen, teils nekrotischen Hautveränderungen zu einem unnatürlichen, fast „unheimlichen“ Aussehen der Tiere. Zweitens können infizierte Tiere aufgrund der Schmerzen oder sekundärer Infektionen ein verändertes Verhalten zeigen. Sie wirken oft lethargisch, unkoordiniert oder zeigen eine verringerte Fluchtreaktion gegenüber Menschen oder Fressfeinden.

Medizinische Fachleute warnen jedoch davor, diesen Begriff zu verwenden, da er die biologische Realität einer viralen Infektion verzerrt. Es handelt sich nicht um eine neurologische Erkrankung, die das Verhalten im Sinne einer „Untoten-Metaphorik“ steuert, sondern um eine schwere dermatologische Erkrankung, die die Vitalität der Tiere einschränkt.

Besteht ein Risiko für Haustiere und Menschen?

Trotz der beunruhigenden Bilder besteht nach Einschätzung von Wildtierexperten und Veterinärmedizinern kein direktes Risiko für den Menschen. Das Squirrelpox-Virus ist hochspezifisch für Nagetiere und gilt nach aktuellem Kenntnisstand nicht als Zoonose, also eine Krankheit, die vom Tier auf den Menschen überspringt.

Für Haustiere ist die Situation differenzierter zu betrachten. Während eine direkte Infektion von Hunden oder Katzen durch das SQPV unwahrscheinlich ist, besteht ein indirektes Risiko.

Besitzer von Haustieren sollten vermeiden, dass ihre Tiere Kontakt mit kranken Eichhörnchen oder deren Ausscheidungen und Wunden haben. Das Hauptrisiko besteht hier nicht in der Übertragung des Poxvirus selbst, sondern in möglichen bakteriellen Sekundärinfektionen, die durch den Kontakt mit infizierten Wildtieren entstehen können.Wildtierschützer der US-Behörden
Es ist daher ratsam, Haustiere in Gebieten mit hoher Sichtung solcher Tiere unter Aufsicht zu halten und sicherzustellen, dass sie keine Kadaver oder infizierte Futterreste fressen. ## Verhaltensempfehlungen für Anwohner in den USA Wenn in der unmittelbaren Nachbarschaft Eichhörnchen mit sichtbaren Wucherungen gesichtet werden, sollten Anwohner bestimmte Hygieneregeln befolgen. Der direkte Kontakt mit den Tieren ist strikt zu vermeiden. Experten empfehlen folgende Maßnahmen: * **Futterstellen reinigen:** Vogelhäuschen und Futterstationen für Eichhörnchen sollten regelmäßig mit einer desinfizierenden Lösung gereinigt werden, um die Viruslast in der Umgebung zu senken. * **Abstand halten:** Kranke Tiere sollten nicht gefüttert oder absichtlich aus der Nähe beobachtet werden. * **Hygiene nach Kontakt:** Sollte es versehentlich zu einem Kontakt mit infizierten Oberflächen oder Tierresten gekommen sein, ist eine gründliche Reinigung der Hände und der betroffenen Flächen notwendig. Die Überwachung der Populationsdichte durch lokale Wildtierbehörden hilft dabei, die Ausbreitung des Virus in Wohngebieten einzuschätzen. Bisher gibt es jedoch keine Anzeichen dafür, dass eine großflächige Bekämpfung der infizierten Population notwendig ist.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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