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Welt

Danke, Liebes, ich habe genug»: Trump bricht Interview abrupt ab

US-Präsident Donald Trump hat am 7. Juni 2026 ein Interview mit der NBC-Moderatorin Kristen Welker abrupt abgebrochen. Das in einer Scheune in Wisconsin aufgezeichnete Gespräch endete in einer heftigen verbalen Auseinandersetzung, nachdem Welker Trump mit seinen unbelegten Behauptungen über Wahlmanipulationen in Kalifornien konfrontiert hatte.

Der Streit um die Kalifornien-Wahlen

Der Bruch im Gespräch erfolgte, als die Diskussion auf die Integrität der US-Wahlen lenkte. Trump behauptete wiederholt, dass es in Kalifornien zu Manipulationen durch die Demokraten gekommen sei. Als Welker ihn direkt nach Belegen für diese Aussagen fragte, antwortete der Präsident lediglich, er müsse nur hinschauen. Die Reaktion der Journalistin war kurz und präzise: Das ist kein Beweis.

Der Streit um die Kalifornien-Wahlen
Photo: FOCUS online

Diese Feststellung führte zur Eskalation. Laut einem Bericht von T-Online reagierte der 79-Jährige darauf mit einem persönlichen Angriff auf Welker und die Sendung „Meet the Press“. Er bezeichnete die Journalistin sowie den Sender als entweder korrupt oder dumm und weitete seine Kritik auf andere große Netzwerke wie CNN, ABC und CBS aus, die er als einseitig und korrupt beschimpfte.

Sie sind korrupt, und ‚Meet the Press‘ ist korrupt. Entweder korrupt oder dumm. Ebenso wie ABC, CBS und CNN – einseitige, korrupte Sender.

Donald Trump, US-Präsident

Die Situation verdeutlicht das tiefe Misstrauen zwischen dem Präsidenten und der Presse. Trump betonte vor seinem Abgang, dass ein Land niemals großartig sein könne, wenn die Presse unehrlich sei.

Kurswechsel beim Versprechen gegen neue Kriege

Abseits der persönlichen Attacken lieferte das Interview wichtige Einblicke in die aktuelle Militärstrategie der USA. Trump relativierte darin zentrale Aussagen aus seinem Wahlkampf. Während Nau.ch hervorhebt, dass „keine Kriege“ im Jahr 2024 ein zentrales Motto seiner Kampagne war, bestreitet er nun, jemals einen Krieg grundsätzlich ausgeschlossen zu haben.

Kurswechsel beim Versprechen gegen neue Kriege
Photo: Nau

Sein Argument für die Aufrechterhaltung einer massiven Militärpräsenz ist pragmatisch: Warum solle er das stärkste Militär der Welt aufbauen, wenn er keine Kriege führen wolle? Besonders deutlich wird dies bei der aktuellen Lage im Nahen Osten. Trump verteidigte den Krieg gegen den Iran mit der Begründung, es handle sich nicht um einen „endlosen Krieg“, da dieser erst seit drei Monaten andauere und ein Großteil der Zeit unter einer Waffenruhe gestanden habe.

  • Truppenstärke: Rund 50.000 US-Soldaten sind derzeit in der Region stationiert.
  • Kosten: Allein im Mai beliefen sich die Kosten des Konflikts auf etwa 29 Milliarden Dollar.
  • Strategie: Ein Abzug der Truppen ist unwahrscheinlich, solange keine Einigung erzielt wurde; Trump bezeichnete einen vorzeitigen Abzug als „töricht“.

Obwohl Trump behauptet, der Konflikt stehe kurz vor dem Ende, berichten Beobachter, dass es seit mehreren Wochen keine sichtbaren Fortschritte in den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran gibt.

Ausraster im Regen von Wisconsin

Die Atmosphäre während der Aufzeichnung trug maßgeblich zur Spannung bei. Das Interview fand in einer ungewöhnlichen Umgebung statt: in einer Scheune in Wisconsin, umgeben von Traktoren. Während des Gesprächs fiel heftiger Regen, der laut Focus Online immer wieder zu hören war und den Präsidenten sichtlich nervös machte.

Ich habe genug, BWV 82: II. Ich habe genug (Recitativo)

Trump fragte mehrfach, ob das Geräusch im Hintergrund Wind sei, und beschwerte sich darüber, eine Stunde lang im Regen gesessen zu haben. Als er das Gespräch schließlich beendete, tat er dies mit einer herablassenden Geste: Er riss sich das Mikrofon vom Sakko und verabschiedete sich mit den Worten: Danke, Liebes, ich habe genug.

Welker versuchte noch, ihn zum Bleiben zu bewegen, und erinnerte ihn daran, dass sie extra den weiten Weg nach Wisconsin auf sich genommen habe. Doch Trump blieb hart und verließ das Set abrupt.

Milliardenausgaben und politische Fonds

Neben der Außenpolitik und dem Verhältnis zur Presse thematisierte das Gespräch innenpolitische Kontroversen. Ein besonderer Streitpunkt ist der Entschädigungsfonds für Unterstützer, die sich politisch verfolgt fühlen. Obwohl die eigenen Anwälte des Präsidenten das Projekt vor Gericht bereits als gescheitert eingestuft haben, hält Trump öffentlich an der Idee fest. Laut Watson zeigte er sich optimistisch, sofern die Genehmigung noch erteilt würde.

Milliardenausgaben und politische Fonds

Zusätzliche Kritik löste sein Plan aus, Steuergelder in Höhe von einer Milliarde Dollar für einen neuen Ballsaal im Weißen Haus bereitzustellen. Inmitten dieser hohen Ausgaben versprach Trump der Bevölkerung, dass die aktuell steigenden Benzinpreise sinken würden, sobald der Krieg im Nahen Osten beendet sei.

Trotz des harten Abbruchs scheint die Beziehung zwischen dem Präsidenten und der Journalistin nicht endgültig zerrüttet. Welker berichtete später, dass sie nach dem Vorfall noch einmal mit Trump gesprochen habe und dieser ihr ein Folgeinterview versprochen habe.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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