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Tram in Hohenschönhausen entgleist – 20 Verletzte

Bei einem schweren Straßenbahnunfall in Berlin-Neu-Hohenschönhausen wurden am Dienstagmorgen, den 2. Juni 2026, 20 Menschen verletzt, darunter drei Schwerverletzte. Eine Bahn der Linie M5 entgleiste in der Wartenberger Straße nach einer Kollision mit einem Oberleitungsmast, woraufhin die BVG den Verkehr auf den Linien M5 und M17 unterbrach.

Die Kollision in der Wartenberger Straße

Der Vorfall ereignete sich gegen 9:29 Uhr in einem kritischen Kurvenabschnitt kurz vor der Haltestelle Arnimstraße. Nach Angaben der Polizei und Feuerwehr prallte die Straßenbahn der Linie M5 gegen einen bzw. zwei Masten der Oberleitung. Die Wucht des Aufpralls war so massiv, dass die rechte Seite des Fahrzeugs aufgerissen wurde.

Die Kollision in der Wartenberger Straße
cluster (priority): Berliner Morgenpost

In der Folge sprang der letzte Wagen der Bahn aus den Gleisen. Bei dem betroffenen Fahrzeug handelte es sich um die modernste Baureihe der BVG, die siebenteiligen Flexity-Modelle mit einer Länge von 40 Metern. Die Schäden an der Infrastruktur sind immens: Mehrere Oberleitungsmasten wurden verbogen oder komplett umgerissen, was eine sofortige Stilllegung des Streckenabschnitts erforderte.

Opferbilanz und Rettungseinsatz

Die Rettungskräfte stießen bei ihrem Eintreffen auf ein chaotisches Szenario. Die Feuerwehr löste umgehend das Alarmierungsstichwort „Massenanfall an Verletzten“ aus. Insgesamt waren laut Tagesspiegel bis zu 59 Einsatzkräfte im Einsatz, während die Berliner Morgenpost die Zahl der vor Ort befindlichen Kräfte mit 51 angab.

Opferbilanz und Rettungseinsatz
cluster (priority): T-Online

Von den 20 Verletzten mussten drei Personen aufgrund schwerer Verletzungen in Krankenhäuser transportiert werden. Die restlichen 17 Personen erlitten leichtere Verletzungen, wobei ein Teil von ihnen ebenfalls stationär behandelt wurde.

Auch der Triber der Bahn wurde verletzt und befindet sich derzeit in ärztlicher Behandlung, weshalb er zum Zeitpunkt der ersten Untersuchungen noch nicht befragt werden konnte.

Die Rolle der Geschwindigkeit und Infrastruktur

Im Zentrum der Ermittlungen steht nun die Frage, wie es zu der Entgleisung in einem eigentlich als „unauffällig“ eingestuften Streckenabschnitt kommen konnte. Der Unfall geschah am Beginn einer sehr scharfen und langen Kurve vor der Arnimstraße. Aufgrund des geringen Radius waren die Schienen an dieser Stelle speziell stabilisiert worden.

Straßenbahn-Unfall in Brandenburg-Hohenstücken – Tram entgleist – Mehrere verletzte

Interne Informationen deuten darauf hin, dass der Zug deutlich zu schnell gewesen sein könnte. In diesem spezifischen Kurvenbereich gilt eine strikte Höchstgeschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde. Die Polizei hat die Ermittlungen bereits aufgenommen, während Experten der BVG und der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) die Unfallstelle analysieren.

Die Reaktion der Unternehmensführung folgte unmittelbar. BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk und Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) begaben sich am Vormittag direkt zur Unfallstelle, um sich ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung zu machen.

„Unter dem Eindruck der Bilder hier vor Ort sind wir tief betroffen. In Gedanken sind wir bei den Verletzten und unseren Fahrgästen. Wir danken den Einsatzkräften für ihre schnelle und professionelle Arbeit und verschaffen uns aktuell einen Überblick zur Lage vor Ort.

Auswirkungen auf den Nahverkehr und Bergungsarbeiten

Für die Pendler im Osten Berlins bedeutet der Unfall massive Einschränkungen. Der Tram-Verkehr auf den Linien M5 und M17 ist unterbrochen, konkret betrifft dies den Abschnitt zwischen Gehrenseestraße und Falkenberg, wie die Berliner Morgenpost berichtet.

Auswirkungen auf den Nahverkehr und Bergungsarbeiten
cluster (priority): Tagesspiegel

Ein Ersatzverkehr wurde eingerichtet, doch die vollständige Wiederherstellung der Strecke wird Zeit in Anspruch nehmen. Da die Straßenbahn nur mit schwerem Gerät und einem Kran abtransportiert werden kann, rechnen die Verantwortlichen mit einer mehrtägigen Reparaturphase.

Die BVG geht davon aus, dass die Strecke für mindestens 48 Stunden nicht befahrbar bleibt. Nach aktuellen Prognosen wird die Strecke voraussichtlich erst am Donnerstag wieder für den regulären Betrieb freigegeben werden können.

Um die Sicherheit am Unfallort zu gewährleisten, war die BVG mit einem Notfall-Manager vor Ort, um die Stromzufuhr der Oberleitungen schnellstmöglich abzustellen und weitere Gefahren für die Rettungskräfte zu bannen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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