In San Antonio gewinnt der Oklahoma City Thunder das entscheidende Spiel 3 der Western Conference Finals mit 123:108 gegen die San Antonio Spurs. Trotz eines frühen 0:15-Rückstands sicherte die enorme Tiefe der Thunder den 2:1-Serienstand, während die Spurs durch Verletzungssorgen um De’Aaron Fox und die Abwesenheit von Jalen Williams weiter unter Druck geraten.
Die Bank als entscheidender Faktor im Frost Bank Center
Der Beginn des Spiels glich einem Albtraum für die Oklahoma City Thunder. In den ersten drei Minuten der Partie ließen sie die San Antonio Spurs mit einem fulminanten 15:0-Lauf weit zurück. Die heimische Menge im Frost Bank Center feierte einen Start, der die Titelverteidiger fast vollständig deklassierte. Doch die Reaktion der Thunder folgte auf das übliche Muster der diesjährigen Playoff-Kampagne: Sie setzten auf ihre enorme personelle Tiefe.
Während die Spurs-Starter mit 85 Punkten dominierten, lieferte die Bank von Oklahoma City eine Antwort, die das Spiel komplett drehte. Wie The New York Times berichtete, erzielten die Ersatzspieler der Thunder beeindruckende 76 Punkte, während die Starter lediglich 47 beisteuerten.
Besonders Jared McCain wurde zum Publikumsliebling und zum taktischen Schlüsselspieler. Er erzielte 24 Punkte in nur 27 Minuten und lieferte die nötige offensive Energie, um die Spurs zu zermürben. Unterstützt wurde er von Jaylin Williams, der mit 18 Punkten – seinem bisherigen Karrierehoch in den Playoffs – eine entscheidende Rolle bei der Rückkehr in die Partie spielte.
Verletzungspech und die extreme Intensität der Playoffs
Die medizinische Abteilung der San Antonio Spurs steht vor einer massiven Herausforderung. Zwar konnten De’Aaron Fox und Dylan Harper laut einem Bericht von der NBA für Spiel 3 freigegeben werden, doch die körperliche Belastung scheint an ihre Grenzen zu stoßen.

Besonders besorgniserregend war der Verlauf für De’Aaron Fox. Nachdem er die ersten zwei Spiele der Serie aufgrund einer Verletzung am rechten Bein verpasst hatte, kehrte er zwar auf das Feld zurück, musste das Spiel jedoch im dritten Viertel vorzeitig verlassen. Fox wirkte sichtlich gezeichnet, humpelte vom Spielfeld und verbrachte den Rest der Zeit mit einem Handtuch über dem Kopf auf der Bank.
Spurs-Coach Mitch Johnson verdeutlichte die schwierige Balance zwischen sportlichem Ehrgeiz und der Gesundheit der Spieler.
„Ich kann Ihnen sagen, dass es Spiele gibt, die die Leute jetzt bestreiten würden, die sie in der regulären Saison nicht spielen würden, und genau das meine ich mit ‚anders‘. Ich glaube, es gibt verschiedene Ebenen der Wettbewerbsfähigkeit und Dringlichkeit, und im Moment befinden wir uns auf dem Höhepunkt davon.
Auch die Abwesenheit von Jalen Williams wiegt schwer. Der Flügelspieler der Thunder, der aufgrund von Oberschenkelproblemen erneut pausieren muss, wird von der Defensive des Teams schmerzlich vermisst.
SGA führt Thunder gegen einen erschöpften Wembanyama
Trotz der personellen Ausfälle in der Rotation zeigte der MVP der Thunder, Shai Gilgeous-Alexander, eine der kontrolliertesten Leistungen der Serie. Er steuerte 26 Punkte und 12 Assists bei und bewies eine bemerkenswerte Effizienz an der Freiwurflinie, wo er alle 12 Versuche verwandelte.

Auf der anderen Seite des Spielfelds wirkte der Superstar der Spurs, Victor Wembanyama, deutlich weniger dominant als in der ersten Partie der Serie. Nach seinem einstigen Rekordspiel mit 41 Punkten und 24 Rebounds in Game 1 konnte er in diesem Spiel nur 26 Punkte und lediglich vier Rebounds erzielen. Die physische Last der Serie scheint an ihm zu nagen.
Wie Yahoo Sports analysierte, war Wembanyama zwar in der Lage, die Spurs kurzzeitig in Führung zu bringen, doch die Thunder konnten ihn durch ihre kollektive Defensive neutralisieren. Die enorme Einsatzzeit des Defensive Player of the Year – er absolvierte allein in den ersten beiden Spielen 86 Minuten – wird zunehmend zur Belastungsprobe.
Statistische Aussichten und der Weg zu Spiel 4
Mit diesem Sieg übernimmt Oklahoma City die 2:1-Führung in der Serie. Die statistische Lage spricht deutlich für das Team der Thunder: Der Gewinner von Spiel 3 gewinnt in der Geschichte der Playoffs in 73,2 % der Fälle auch die gesamte Serie.
Für die Spurs ist der Weg zur nächsten Runde nun von extremer physischer und mentaler Belastung geprägt. Die Tiefe des Kaders wurde durch die Verletzungen von Fox und die Probleme von Harper massiv strapaziert. Mitch Johnson betonte die Notwendigkeit, in solchen Momenten die Ruhe zu bewahren.
„Wir müssen weiterhin unserer Tiefe vertrauen, die Leute müssen über sich hinauswachsen, und wenn ihr Name aufgerufen wird, müssen sie bereit sein und uns einige hochwertige Minuten bieten können.
Ob die Spurs die nötige offensive Konnektivität finden werden, um die Tiefe der Thunder zu brechen, entscheidet sich am Sonntag in San Antonio bei Spiel 4. Die Verletzungssituation um De’Aaron Fox bleibt dabei der entscheidende Unsicherheitsfaktor für die San Antonio Spurs.