Die Oklahoma City Thunder stehen kurz davor, zum dritten Mal in Folge den Thron im Western Conference zu besetzen, doch der Weg zur absoluten Spitzenposition ist ein Drahtseilakt. Nach einem dominanten 36-Punkt-Sieg gegen die Lakers am Dienstag ist die „Magic Number“ für den ersten Setzplatz auf eins gesunken. Ein einziger Sieg der Thunder oder eine Niederlage der San Antonio Spurs würde OKC die Nummer eins sichern. Es ist ein nervenaufreibendes Finale einer Saison, in der OKC trotz massiver personeller Ausfälle die Rolle des Favoriten behauptet hat.
Ein Champion trotz massiver Ausfallliste
Man muss sich die Zahlen vor Augen führen, um die Leistung der Thunder zu verstehen. Die Mannschaft hat in dieser Saison eine enorme Abnutzung hinter sich. Jalen Williams verpasste 46 Spiele, Isaiah Hartenstein fehlte 33 Mal und Alex Caruso musste auf 24 Partien verzichten. Selbst die tragenden Säulen Shai Gilgeous-Alexander und Chet Holmgren setzten jeweils 12 bzw. 11 Spiele aus. Dass OKC unter diesen Bedingungen eine Bilanz von 63 Siegen und 16 Niederlagen vorweist, grenzt an eine mechanische Perfektion.
Die Thunder agieren wie eine gut geölte Maschine, die in den entscheidenden Momenten ihre Muskeln spielen lässt. Über die letzten zwei Spielzeiten hinweg verbuchen sie eine beeindruckende Gesamtbilanz von 130 Siegen bei nur 30 Niederlagen. Diese Konstanz macht sie zum klaren Favoriten auf die Titelverteidigung. Besonders wichtig ist die Rückkehr von Jalen Williams am Mittwoch, nachdem er das Spiel gegen die Lakers ausgesetzt hatte. Mit seinem Comeback rückt Ajay Mitchell voraussichtlich zurück in die zweite Reihe, während Williams wieder seine durchschnittlich 14,4 Punkte und 5,6 Assists ins Spiel bringt.
Der Aufstieg von San Antonio und das Wembanyama-Phänomen
Während OKC versucht, seine Vormachtstellung zu zementieren, haben die San Antonio Spurs einen Quantensprung vollzogen. Mit 60 Siegen und 19 Niederlagen liegen sie nur drei Spiele hinter den Thunder. Die Spurs steigerten ihre Siegquote im Vergleich zur Vorsaison um mehr als 25 Spiele – eine Leistung, die in der Franchise-Geschichte erst zweimal zuvor erreicht wurde. Ein gesunder Victor Wembanyama lieferte dabei Leistungen auf MVP-Niveau und bildete das defensive Rückgrat einer Mannschaft, deren Chemie mit jedem Spiel zunahm.
Neben Wembanyama setzte der Rookie Dylan Harper bereits bei seiner Vorstellung im Juni ein klares Zeichen. Er versprach, die Playoff-Durststrecke der Franchise schnell zu beenden. Diese neue Mentalität ist in den Ergebnissen sichtbar und macht die Spurs zu einem ernsthaften Herausforderer für die Vorherrschaft im Westen.
Licht und Schatten im Rest der Liga
Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass die NBA-Saison 2025-26 extreme Gegensätze bietet. In Dallas herrscht Ernüchterung. Trotz des ersten Picks in der Draft, Cooper Flagg, verlief die erste Saison des Rookie-Stars enttäuschend. Die Mavericks blicken bereits auf das nächste Jahr, während andere Teams ihre Erwartungen weit übertroffen haben.
Die Detroit Pistons sind das Paradebeispiel für eine schnelle Transformation. Nur zwei Jahre nachdem sie noch das Schlusslicht der Liga waren, übertreffen sie nun alle Prognosen. Im Osten finden sich zudem die Boston Celtics wieder fest in der Playoff-Planung zurück, fast ein Jahr nachdem Jayson Tatum eine schwere Achillessehnenverletzung erlitten hatte.
Für die Thunder geht es nun am Mittwoch im Spiel gegen die Clippers darum, die Sache offiziell zu machen. Ein Sieg würde die Diskussionen beenden und den Weg für eine tiefere Playoff-Run ebnen, mit dem Ziel, den Titel aus dem Jahr 2025 erneut nach Oklahoma City zu holen.
Was bedeutet die „Magic Number“ für die Thunder?
Die Magic Number gibt an, wie viele Kombinationen aus eigenen Siegen oder Niederlagen des direkten Verfolgers nötig sind, um den ersten Platz zu sichern. Da die Zahl aktuell bei eins liegt, benötigen die Thunder entweder einen eigenen Sieg gegen die Clippers oder eine Niederlage der Spurs gegen die Trail Blazers, um die Nummer eins im Westen mathematisch zu garantieren.
Warum ist der direkte Vergleich zwischen OKC und San Antonio so wichtig?
In der NBA entscheiden bei Gleichstand der Siegbilanz die Tiebreaker. Da die Spurs die Saisonserie gegen die Thunder mit 4:1 gewonnen haben, besitzen sie den Vorteil. Würden beide Teams die Saison mit dem gleichen Rekord beenden, würden die Spurs trotz der aktuellen Tabellenführung der Thunder den ersten Setzplatz erhalten.
Welche Auswirkungen haben die Verletzungen auf die Chancen der Thunder?
Die hohe Anzahl an verpassten Spielen von Schlüsselspielern wie Jalen Williams (46) und Isaiah Hartenstein (33) zeigt die enorme Tiefe des Kaders. Dass OKC trotzdem 63 Siege einfuhr, deutet darauf hin, dass das Team bei voller Gesundheit in den Playoffs eine fast unaufhaltsame Kraft sein könnte, was ihre Position als Favoriten auf den Titelverteidigung untermauert.