Die Schweizer Fussball-Frauen haben das WM-Qualifikations-Hinspiel der ersten Playoff-Runde in Ungarn gegen Israel mit 7:3 gewonnen. Trotz des deutlichen Erfolgs zeigte sich Captain Lia Wälti von der ersten Halbzeit empört und kritisierte die eigene Leistung als vogelwild sowie die Gegentore als absolute Geschenke.
Vogelwilder Start und bittere Fehler in Ungarn
Im ungarischen Mezökövesd ging das Schweizer Nationalteam als klarer Favorit in die Partie gegen Israel, das in der Weltrangliste um 40 Ränge schlechter platziert ist. Doch der Auftakt verlief völlig anders als geplant. Die Schweizerinnen leisteten sich zahlreiche Abspielfehler, verloren wichtige Zweikämpfe und boten der Weltranglisten-65. aus Israel allzu viele Räume an.
Schon nach einer Viertelstunde brachte Géraldine Reuteler die Gäste zwar in Führung, doch Israel nutzte die Unkonzentriertheiten eiskalt aus. Talia Sommer glich kurz darauf aus und drehte die Partie in der 35. Minute sogar zur Führung für die Gastgeberinnen. Praktisch mit dem Pausenpfiff gelang Iman Beney zwar der Ausgleich zum 2:2, doch die defensive Instabilität hielt an.

In gewissen Situationen war es vogelwild.
Auch Goalie Livia Peng erwischte keinen leichten Abend, wobei ihr die fehlende Spielpraxis bei Chelsea im Hinspiel der WM-Quali-Playoffs deutlich anzusehen war. Trainer Rafel Navarro musste in der Kabine schwere Aufbauarbeit leisten, während die Mannschaft das eigene Auftreten in der Pauseungslose kritisch analysierte.
Wältis Weckruf und die späte Wende durch Xhemaili und Kamber
In der Kabine flogen nach der durchwachsenen ersten Hälfte die Fetzen. Captain Wälti packte das Team nach den erstaunlichen Schwierigkeiten gegen Israel unmissverständlich bei der Ehre.
Die deutlichen Worte zeigten Wirkung. Zwar glich Sommer nach der Pause noch einmal zum 3:3 aus, nachdem Sydney Schertenleib die Schweiz kurz nach Wiederbeginn in Führung gebracht hatte. Doch danach übernahm Riola Xhemaili das Kommando auf dem Platz.
Mit ihren Treffern in der 65. und 73. Minute brach Xhemaili den Widerstand der hartnäckigen Israelinnen und sorgte für die vorentscheidende 5:3-Führung. In der Nachspielzeit erhöhte die eingewechselte Lia Kamber mit zwei weiteren Toren auf das deutliche Endergebnis von 7:3.
Das Programm für das Rückspiel in Sitten
Trotz des klaren Vorsprungs aus dem Hinspiel lassen die Akteurinnen keine Selbstzufriedenheit aufkommen. Verteidigerin Viola Calligaris betonte, das Team sei keineswegs bei 100 Prozent gewesen und habe die eigenen Fehler teuer bezahlen müssen, auch wenn die Steigerung nach dem Seitenwechsel gelang.
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