Rund 300 Mietende der neuen Genossenschaftssiedlung auf dem Zürcher Koch-Areal können im Oktober 2026 nicht wie geplant einziehen. Lieferengpässe bei wichtigen Bauteilen und nicht fertiggestellte Treppenhäuser verhindern den behördlichen Bezug. Die Genossenschaft Kraftwerk1 sucht nun händeringend nach Übergangslösungen für die Betroffenen.
Lieferengpässe und fehlende Sicherheit im Koch-Quartier
Eigentlich hätte Ende Oktober 2025 das erste Gebäude im neuen Zürcher Genossenschaftsquartier bezogen werden sollen. Doch gravierende Lieferverzögerungen bei zentralen Bauteilen machen diesen Zeitplan zunichte. Das berichten übereinstimmend verschiedene Medien über die Situation auf dem Areal. Betroffen sind vor allem die Treppenhäuser, die sich noch im Rohbau befinden und deshalb die strengen behördlichen Sicherheitsvorgaben für den Einzug nicht erfüllen können.
Von den Problemen sind rund 300 Mieterinnen und Mieter in 90 Wohnungen betroffen. Das entspricht etwa drei Vierteln aller künftigen Bewohner der Siedlung, die als eines der grössten und bekanntesten Wohnbauprojekte Zürichs der letzten Jahre gilt.

Gestaffelte Verzögerungen und die Suche nach Zwischenlösungen
Das Ausmass der Verzögerung variiert je nach Gebäude, da der Bezug ursprünglich in Etappen geplant war. Laut einem Schreiben der Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk1 an die Betroffenen verschiebt sich the Einzug in den Häusern 50 und 52 um rund sechs Wochen. Bei Haus 54 müssen sich die künftigen Bewohner sogar auf zehn bis zwölf Wochen Geduld einstellen. Lediglich für den Hauseingang 56 bleibt der Zeitplan laut aktuellen Angaben planmässig.
Im Vordergrund steht bei den Bemühungen der Genossenschaft die Suche nach temporärem Wohnraum sowie nach entsprechenden Lagermöglichkeiten für Möbel und Umzugskisten. Zu den geprüften Optionen gehören dabei auch Gästezimmer bei anderen Genossenschaften sowie Wohnungen zur Zwischenmiete, wobei priorisiert jene Parteien kontaktiert werden, deren Einzugstermin unmittelbar bevorstand.
Weil die Information die Betroffenen erst rund zwei Wochen vor dem vereinbarten Termin erreichte, stehen viele vor akuten Problemen. Die bisherigen Mietverhältnisse waren oft bereits auf Ende Oktober gekündigt. Um die Obdachlosigkeit der Betroffenen abzuwenden, führt die Genossenschaft persönliche Gespräche und koordiniert temporäre Ausweichmöglichkeiten wie Gästezimmer, Zwischenmieten und Lagerflächen für Möbel.
Genossenschaft setzt auf internes Netzwerk und Kostenübernahme
Um raschen Ersatzwohnraum zu finden, hat die Genossenschaft Kraftwerk1 ihre rund 5000 Mitglieder per Aufruf gebeten, freie Plätze zwischen Ende Oktober und Ende Februar 2027 zu melden. Bisher brachten dieser interne Aufruf 14 brauchbare Lösungen hervor, während befreundete Genossenschaften zusätzlich 60 Wohnungen zur temporären Nutzung bereitstellen. Zudem konnten etwa 20 Mietparteien ihre bisherigen Mietverträge bei ihren früheren Vermietern verlängern, und weitere Verlängerungen befinden sich derzeit noch in Abklärung.
Finanziell will die Genossenschaft die Lasten abfedern.
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