Zum Inhalt springen
Nachrichten

Spitex-Putzhilfe in Scuol wegen Schmuckdiebstahls unter Verdacht

Vier Seniorinnen in Scuol werfen ihrer früheren Spitex-Putzhilfe den Diebstahl von Schmuck im Wert von über 100’000 Franken vor. Die Staatsanwaltschaft bestätigt ein laufendes Strafverfahren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fand im September eine Hausdurchsuchung statt, während die Spitex die betroffene Mitarbeiterin vorsorglich freigestellt hat.

Ein Vorfall im Unterengadin beschäftigt Behörden und Betroffene. In Scuol GR haben vier Frauen im Alter von 64 bis 89 Jahren Strafanzeige wegen Diebstahls gegen eine Putzhilfe der Spitex erstattet. Nach Angaben der betroffenen Seniorinnen und Angehörigen beläuft sich der Schaden durch verschwundene Schmuckstücke auf mehr als 100’000 Franken. Zu den entwendeten Gegenständen zählen Halsketten, Ohrringe, Armbänder, Colliers, Uhren und Fingerringe, darunter auch unersetzliche Einzelanfertigungen und Erinnerungsstücke an verstorbene Ehepartner.

Hausdurchsuchung durch die Staatsanwaltschaft

Die Kantonspolizei Graubünden äußert sich nicht zu dem Fall, doch die Staatsanwaltschaft Graubünden bestätigt auf Anfrage ein laufendes Strafverfahren gegen die Mitarbeiterin. Anfang September wurde im Rahmen der Ermittlungen eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Sprecher Franco Passini erklärte, dass die polizeilichen Ermittlungen noch im Gange sind und nach Eintreffen des Polizeirapports über das weitere Vorgehen – wie etwa den Erlass eines Strafbefehls oder eine Anklageerhebung – entschieden wird.

Die beschuldigte Spitex-Mitarbeiterin, Maria N., soll zwischen Juni und September dieses Jahres in den Haushalten der Frauen gearbeitet haben. Die Seniorinnen berichten, die Putzhilfe sei in den Wohnungen gewesen, um zu reinigen und den Haushalt zu führen. Laut Christa F. sei die Mitarbeiterin übertrieben freundlich gewesen und habe im Übermass Geschenke wie Schokolade, Kuchen oder Pilze mitgebracht.

Waltraud P. schildert einen konkreten Vorfall, bei dem sie die Reinigungskraft in ihrer Wohnung angetroffen haben will, während diese nach eigenen Angaben gerade die Wohnungstür offen stehen ließ und am Schreibtisch hantierte, wo der Schmuck aufbewahrt wurde. Kurz nach diesem Vorfall habe sie das Fehlen eines Rings und eines Verlobungsarmesbandes bemerkt. Nach Bekanntwerden dieses Vorfalls stellten auch die anderen Frauen fest, dass Schmuck fehlte, darunter ein wertvolles Gold-Nugget an einer Halskette, das Elfriede M. von ihrem verstorbenen Mann aus Alaska erhalten hatte.

Spitex stellt Mitarbeiterin vorsorglich frei

Die Betroffenen fühlen sich von den Behörden und der Organisation zunächst alleinigelassen. Laut Andrea L. hieß es bei der Polizei anfangs, es gebe keine Beweise, und auch die telefonische Reaktion der Spitex sei abweisend gewesen. Die Organisation betont jedoch, die Hinweise ernst zu nehmen. Rebekka Hansmann-Zehnder, Direktorin Pflege & Betreuung am Gesundheitszentrum Unterengadin, erklärte gegenüber Medien, dass man von der Anzeige und den Ermittlungen Kenntnis habe.

Der Schutz unserer Kundinnen und Kunden hat für uns oberste Priorität, wir nehmen deshalb sämtliche Hinweise auf mögliche Unregelmässigkeiten sehr ernst.

Rebekka Hansmann-Zehnder, Direktorin Pflege & Betreuung am Gesundheitszentrum Unterengadin (CSEB)

Gleichzeitig nahm Hansmann-Zehnder die Mitarbeiterin in Schutz. Maria N. sei seit vielen Jahren für die Organisation tätig und bisher als engagierte Fachperson ohne Beanstandungen geschätzt worden. Als Vorsorgemaßnahme und ohne Vorverurteilung arbeite die Mitarbeiterin aktuell jedoch nicht im Einsatz.

Die beschuldigte Mitarbeiterin reagierte auf verschiedene Kontaktaufnahmen nicht. Für sie gilt die Unschuldsvermutung. Die betroffenen Frauen gehen derweil nicht davon aus, ihren verlorenen Schmuck wiederzusehen; Elfriede M. äußerte die Befürchtung, dieser sei längst eingeschmolzen worden.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.