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Unternehmen

Schweizer KMU: Cyberangriffe und Schutzmassnahmen im Fokus

Cyberangriffe auf Schweizer kleine und mittlere Unternehmen zeigen, dass viele Betriebe das Risiko unterschätzen und sich unzureichend absichern. Laut einer Studie erleiden vier Prozent kleiner Firmen in drei Jahren Schäden, während Angreifer zunehmend künstliche Intelligenz für präzisere Phishing-Mails nutzen, wie Jürg Tschirren von SRF erklärt.

Hackerangriffe können bei Unternehmen zu gestohlenen Daten und lahmgelegten Systemen führen. Zu den jüngsten bekannt gewordenen Fällen zählen Angriffe auf die Pensionskasse des Bundes Publica, Ricardo sowie die SRG, wie aus Berichten hervorgeht. Der SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren analysiert, welche Schutzmassnahmen für kleine und mittlere Unternehmen besonders wirksam sind und welche Verantwortung Mitarbeitende tragen.

Häufig unterschätzte Risiken und offene Sicherheitslücken bei Schweizer KMUs

Kleine und mittlere Unternehmen sind Cyberangriffen zwar nicht schutzlos ausgeliefert, doch laut einer Studie zur Cybersicherheit bei Schweizer KMUs erlitten vier Prozent der kleinen Betriebe innerhalb von drei Jahren Schäden durch Angriffe. Hochgerechnet entspricht dies rund 26’000 Firmen. Die Mehrzahl dieser Angriffe erfolgt nicht gezielt; getroffen wird primär, wer erkennbar verwundbar ist. Wer sich richtig schützt, kann Schäden verhindern.

Sicherheitslücken bleiben oft deshalb offen, weil die Cybersicherheit im Betriebsalltag als Nebensache behandelt wird. Sicherheitsupdates werden demnach hinausgeschoben, um Programme nicht zu gefährden, und oft fehlt schlicht der Überblick über vergessene Geräte im Netzwerk, die als Einfallstore dienen können. Zudem attackieren Angreifer Schwachstellen häufig noch bevor ein passendes Sicherheitsupdate überhaupt existiert.

Künstliche Intelligenz verändert die Taktik von Angreifern

Der jüngste Halbjahresbericht des Bundesamtes für Cybersicherheit (Bacs) zeigt, dass Angreifer künstliche Intelligenz systematisch einsetzen. Phishing-Mails werden dadurch fehlerfrei verfasst und gezielt auf Empfänger zugeschnitten, was Betrugsversuche schwerer erkennbar macht. Ausserdem beschleunigt KI die Ausnutzung bekannter Sicherheitslücken, wodurch das Zeitfenster für notwendige Updates drastisch schrumpft.

Empfohlene Schutzmassnahmen und die Verantwortung der Mitarbeitenden

Um sich wirksam zu verteidigen, sollten Betriebe laut den Erläuterungen von Jürg Tschirren auf eine Zwei-Faktor-Anmeldung für E-Mails und Fernzugänge setzen. Dringend empfohlen werden zudem Backups ausserhalb des Netzes, die für Angreifer unerreichbar bleiben, sowie rasche Updates für alle internetbasierten Anwendungen. Ein konkreter Notfallplan, regelmässige Sensibilisierungsschulungen für das Personal und eine Absicherung über eine Cyber-Risiko-Versicherung runden das Schutzkonzept ab.

Die Hauptverantwortung für diese Vorkehrungen trägt die Geschäftsleitung, die Regeln und Schulungen bereitstellen muss. Von den Angestellten wird erwartet, dass sie sich an die Vorgaben halten und Vorfälle sowie eigene Fehler unverzüglich melden. Wo Fehler bestraft werden, neigen Mitarbeitende dazu, diese zu verschweigen, was Angreifern in die Hände spielt. Rechtlich haften Angestellte gemäss dem Schweizerischen Obligationenrecht ohnehin nur dann für verursachte Schäden, wenn diese absichtlich oder fahrlässig herbeigeführt wurden.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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