Das wird für Wien unweigerlich schmerzhaft sein, aber das liegt keinesfalls in unserer Hand,
erklärte der stellvertretende russische Außenminister Dmitri Ljubinski gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASS.
Moskau kündigt nach der Ausweisung von vier russischen Diplomaten in Österreich eine harte Reaktion an. Die Vergeltungsmaßnahmen würden verhältnismäßig ausfallen, aber für Österreich spürbare Folgen haben, so das Außenministerium in Moskau. Welche konkreten Schritte die Regierung in Moskau plant, ließ der stellvertretende Außenminister Dmitri Ljubinski offen, betonte jedoch, dass auch österreichische Diplomaten von den Gegenmaßnahmen betroffen sein könnten.
Am 23. Oktober wurden vier russische Diplomaten in Österreich gemäß Artikel neun des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen zu unerwünschten Personen beziehungsweise personae non gratae
erklärt und aufgefordert, das Land zu verlassen.
Drei der betroffenen Vertreter arbeiteten an der Botschaft in Wien, ein weiteres Mitglied gehörte zur russischen Delegation für militärische Sicherheit und Rüstungskontrolle bei der OSZE, wie Berichte der Nachrichtenagentur APA und der Zeitung Heute darlegen.
Die Betroffenen übten Tätigkeiten aus, die mit ihrem diplomatischen Status unvereinbar sind, teilte das Außenministerium in Wien mit. Im diplomatischen Sprachgebrauch gilt dies als übliche Umschreibung für Spionagevorwürfe, berichtet die Kurier-Redaktion.

Österreich gilt seit Jahrzehnten als bedeutender Schauplatz internationaler Spionage. Zahlreiche internationale Organisationen haben ihren Sitz in Wien, darunter die UNO, die Internationale Atomenergiebehörde und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 haben sich die Beziehungen zwischen Wien und Moskau massiv verschlechtert. Österreich beteiligt sich als Mitglied der Europäischen Union an den Sanktionen, hält gleichzeitig jedoch an seiner militärischen Neutralität fest.
In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu diplomatischen Spannungen und Ausweisungen. Seit 2020 hat Österreich insgesamt 18 russische Diplomaten des Landes verwiesen, darunter drei Vertreter im Mai 2026 im Zusammenhang mit auffälligen Antennenanlagen auf diplomatischen Gebäuden.
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