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Rafael Zeier erzielt mit YouTube-Video über Tamedia-Entlassung Hit

Digitalredaktor Rafael Zeier hat mit einem YouTube-Video über seinen Stellenabbau bei Tamedia über 700.000 Aufrufe generiert. Das Video beleuchtet eine laufende Entlassungswelle, die 41 Mitarbeitende betrifft, und wirft ein grelles Licht auf die Schweizer Medienkrise.

Rafael Zeiers YouTube-Erfolg und das Medienecho

Ein Film auf YouTube sorgt in der Schweizer Medienlandschaft für enorme Aufmerksamkeitszahlen. Urheber ist Rafael Zeier, ein bisher wenig bekannter Tages-Anzeiger-Journalist, der sich bisher um digitale und gesellschaftliche Themen kümmerte und unter anderem neue iPhones und Laptops präsentierte.

auf Youtube

In dem Video schildert der Redaktor seinen Rauswurf bei der Zürcher Zeitung. Er wirft dem Verlag keine Steine nach, sondern betont, dass Sparen zum Lauf der Dinge gehöre, auch wenn er selbst nicht mit der Entlassung gerechnet hatte. Er blickt positiv in die Zukunft. Dennoch trifft das Video offenbar einen Nerv bei der Bevölkerung, die den Niedergang der vierten Gewalt im Land kritisch beobachtet.

Die Sparrunde bei Tamedia und betroffene Redaktionen

Tamedia hatte die aktuelle Abbaurunde bereits am 5. Oktober angekündigt. Insgesamt sind 41 Mitarbeitende von den Entlassungen betroffen, darunter 28 in den Deutschschweizer Redaktionen, neun in der Westschweiz und vier beim Print-Desk. Die Gespräche dazu laufen bis Ende Oktober. Als Gründe nennt das Medienunternehmen eine veränderte Mediennutzung und einen schrumpfenden Werbemarkt.

Rafael Zeier erzielt mit YouTube-Video über Tamedia-Entlassung Hit
Foto: Insideparadeplatz

Zu den weiteren betroffenen Medienschaffenden gehört Ursina Haller, die als Reporterin für Das Magazin gearbeitet hat. Sie gab in einem Instagram-Post bekannt, dass sie im Rahmen des Sparprogramms ihre Stelle verliert. Haller war seit drei Jahren festangestellt und berichtete zuvor als Kolumnistin und Reporterin aus Kalifornien. Sie wies darauf hin, dass beim Magazin nur noch sehr wenige Personen fest angestellt sind und diese an einer Hand abgezählt werden könnten. Vor drei Jahren war die Bezahl- und Redaktionsbelegschaft noch doppelt so groß. Zuvor hatten bereits Literaturredaktorin Nora Zukker und Digitalredaktor Rafael Zeier ihre Entlassungen öffentlich gemacht.

Proteste in Zürich und die Krise der Branche

Angesichts der Entlassungswelle formiert sich Widerstand. Am Dienstag zuvor protestierten Mitarbeitende und Unterstützende vor dem Hauptsitz von Tamedia an der Werdstrasse in Zürich gegen den Stellenabbau. Die Demonstrierenden richteten sich gegen die drastischen Einschnitte in den Redaktionen.

Die Entlassungen bei Tamedia reihen sich in eine breitere Welle von personellen Einschnitten bei Schweizer Medien ein. Bei der SRF musste die Israel-Korrespondentin gehen, bei der NZZ verließ ein angesehener Wirtschaftsjournalist das Haus, nachdem die Chefredaktion unzufrieden mit dessen kritischem UBS-Kurs war. Zudem wurde dem SonntagsBlick von den Ringier-Chefs der Stecker gezogen. Ursina Haller äußerte in ihrem Statement große Sorge um die Schweizer Gesellschaft, die im Zeitalter der künstlichen Intelligenz nicht ohne Qualitätsjournalismus auskommen könne.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.