Cristiano Ronaldo hat das Trainingscamp der portugiesischen Nationalmannschaft nach einer Kontroverse um seine Reservistenrolle verlassen und reiste per Privatjet nach Madrid ab. Portugals Verband hat seine legendäre Trikotnummer 7 für das Nations-League-Spiel in Dänemark umgehend an Rafael Leão vergeben.
Der 41-jährige Superstar reiste am späten Mittwochabend aus dem Quartier der Auswahl ab. Die portugiesische Nationalmannschaft muss im anstehenden Nations-League-Auswärtsspiel gegen Dänemark ohne ihren langjährigen Kapitän auskommen. Zuvor hatte Nationaltrainer Jorge Jesus öffentlich bestätigt, dass der Stürmer in Kopenhagen nicht in der Startelf stehen werde.
Jorge Jesus setzt auf Leistung statt Kapitänsstatus
Der Auslöser für den Eklat liegt in der sportlichen Verwendung des Rekordtorjägers während der aktuellen Länderspielphase. Beim Auftakt der Nations League gegen Wales war Ronaldo nach einer guten Stunde ausgewechselt worden.

Es war das erste Mal seit 18 Jahren beziehungsweise seit dem Jahr 2008, dass er in einem Pflichtspiel der Nationalelf während der gesamten Spieldauer nicht berücksichtigt wurde. Nationaltrainer Jorge Jesus erläuterte seine Entscheidungen auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Partie in Dänemark. Der 72-jährige Routinier erklärte unter anderem, er sei nicht in erster Linie wegen Ronaldo hier, sondern um ein Länderspiel gegen Dänemark zu coachen.
Abreise im Privatjet nach Madrid und scharfe Reaktionen
Unmittelbar nach Bekanntgabe der taktischen Planungen für das Dänemark-Spiel sowie nach Verfolgung der Pressekonferenz seines Trainers vollzog Ronaldo den Entschluss zur Abreise aus eigenen Stücken und gegen letzte Vermittlungsversuche. Ronaldo fuhr stattdessen ins Hotel, holte seinen Koffer und veranlasste, dass sein in Madrid stationierter Privatjet der Firma Bombardier ihn abholt, der gegen halb acht Uhr am Mittwochabend in Madrid abhob.
Über seine sozialen Kanäle wandte sich der Spieler an die Öffentlichkeit und bestätigte mit einem Instagram-Post diese Pressekonferenz als Auslöser seiner Flucht, wobei er ankündigte, zu gegebener Zeit allen Portugiesen die Wahrheit über die Gründe seiner Entscheidung erzählen zu wollen, den Zusammenzug der Auswahl zu verlassen, der er sich immer hingegeben habe. Seine Botschaft schloss mit den Worten: „Jetzt ist es an der Zeit, Portugal und allen meinen Mitspielern viel Glück zu wünschen, ohne Ausnahme“.”
Aus dem familiären Umfeld gab es deutliche Kritik am Umgang des Verbandes mit dem Rekordspieler. Seine Schwester Elma Aveiro warf der Öffentlichkeit und Portugal auf Instagram mangelnden Respekt vor den Leistungen der vergangenen Jahre vor, indem sie schrieb, man sei neidisch, abfällig, ignorant und verdiene es, wieder in die Mittelmäßigkeit zurückzufallen, die man im Fußball immer vor CR7 hatte.

Rafael Leão übernimmt die Trikotnummer 7 in Kopenhagen
Die sportliche Leitung reagierte umgehend auf den Abgang des Offensivspielers.
Disziplinarische Konsequenzen und drohende Sperre
Während Ronaldo auf eine Marke von insgesamt 979 Toren für alle Klub- und Nationalteams blickt und Berichten zufolge auf die 1000-Tore-Marke giert, muss sich zeigen, welche Erklärung er der Öffentlichkeit über die genauen Hintergründe seines Abschieds präsentieren wird. In den vergangenen Jahren gewann die Mannschaft unter Jorge Jesus drei Titel: die Europameisterschaft 2016 und zweimal die Nations League in den Jahren 2019 und 2025.