Der österreichische Entwickler Peter Steinberger hat mit der Erschaffung des ersten KI-Agenten ein neues Kapitel eingeläutet und arbeitet nun im Silicon Valley für OpenAI an zukünftigen Systemen. Laut Berichten verließ er Europa wegen einer offeneren Kultur in den Vereinigten Staaten.
Peter Steinberger gilt als Kopf hinter dem Projekt Open Claw, mit dem er den ersten KI-Agenten entwickelte. Heute tüftelt er im kalifornischen San Francisco im Firmensitz von OpenAI an den Agenten der kommenden Generationen, wie die NZZ berichtet. Im Silicon Valley schätzt er die flachen Hierarchien, die Motivation der Mitarbeiter sowie eine spontane und offene Meeting-Kultur, die ihn auch bis spätabends arbeiten lässt.
Arbeit mit Dutzenden autonomen Agenten bei OpenAI
Die Interaktion mit künstlicher Intelligenz hat sich für Steinberger grundlegend gewandelt. Während er früher nacheinander einzelne Modelle händisch ansteuern musste, gibt er den Systemen heute umfassende Metaziele vor. Aktuell arbeiten schätzungsweise 50 Agenten gleichzeitig für ihn. Ein Orchestrator leitet als Chefagent die Tests und optimiert die Code-Qualität, während ein Web-Framework umgestellt wird.
Im beruflichen Umfeld unterliegen diese Agenten strengen Regeln. Jeder von ihnen besitzt einen sogenannten Guardian, also einen Aufpasseragenten. Gegenüber diesem Aufpasser müssen sich die Agenten rechtfertigen und verhandeln, bevor sie beispielsweise Dateien versenden dürfen. Im privaten Bereich gewährt Steinberger seinen Agenten hingegen deutlich mehr Spielraum.
Peter Steinberger erläuterte, er habe den Leuten gezeigt, was mit KI möglich sei: dass die Modelle bereits die Fähigkeit besäßen, besseren Code zu schreiben und proaktiv zu sein. Zudem habe er aufgezeigt, was noch alles möglich sei, wenn man diese Fähigkeit auf andere Bereiche anwende.
Rückblick auf Open Claw und Kritik an Europa
Mit der Veröffentlichung von Open Claw als Open-Source-Projekt wollte Steinberger aufzeigen, wozu aktuelle KI-Modelle fähig sind. Der Produktchef von Meta erklärte laut NZZ-Bericht, dass Open Claw sein Denken bei der Entwicklung des persönlichen Agenten Muse wesentlich beeinflusst habe. Steinberger selbst ist überzeugt, dass die Idee durch das offene Format viel weiter gereist ist, als es bei einem Closed-Source-Projekt der Fall gewesen wäre.
Seinen Schritt weg von Europa begründet der Österreicher mit besseren Bedingungen im Silicon Valley.