Die Verpackungsgesellschaft Packaging Corporation of America schließt ihren Standort an der Baltimore Street im US-amerikanischen Middletown bis Jahresende. Von der dauerhaften Betriebsschließung sind 91 Beschäftigte betroffen.
Schließung des Standorts an der Baltimore Street und Zeitplan der Entlassungen
Die Packaging Corporation of America hat bei den Behörden einen offiziellen WARN-Bescheid eingereicht, der die dauerhafte Stilllegung des Werkes im US-Bundesstaat Ohio besiegelt. Demnach endet die reguläre Beschäftigung für die allermeisten der insgesamt 91 Mitarbeiter am 1. Dezember dieses Jahres. Lediglich eine kleine Gruppe von Arbeitskräften soll nach diesem Stichtag noch für Abwicklungsarbeiten im Gebäude verbleiben, bevor der Standort bis zum Jahresende vollständig geräumt sein soll.
Das Unternehmen begründete den Schritt in einer Mitteilung an die Stadtverwaltung von Middletown sowie an die Kommission des Butler County mit betrieblichen Notwendigkeiten. Mark Romaniuk, der stellvertretende General Counsel des Konzerns, betonte in der offiziellen Erklärung vom 1. Oktober, dass die Entscheidung das Ergebnis einer schwierigen geschäftlichen Abwägung sei. Sie stelle jedoch keineswegs eine Herabsetzung der bisherigen Leistungen der Belegschaft dar.

Konsolidierung und Investitionen in neue Produktionsstätten
Die Stilllegung in Middletown ist Teil einer umfassenderen Restrukturierung des drittgrößten amerikanischen Herstellers von Wellpappenrohpapier. Das Unternehmen plant, die bisherigen Arbeitsabläufe des Standorts in größere und effizientere Betriebsstätten zu verlagern. Dazu gehört insbesondere ein im Sommer angelaufenes, 275 Millionen US-Dollar teures Werk unweit von Columbus, das im Rahmen einer landesweiten Modernisierung errichtet wurde.
Bereits im Juli hatten Führungskräfte des Konzerns den Betrieb eines neuen, 550.000 Quadratfuß großen Wellpappenwerks im ohioanischen Newark hervorgehoben. Diese Investitionen fügen sich in eine Reihe von strukturellen Anpassungen ein. So schloss das Unternehmen im August auch einen Standort in Gas City im US-Bundesstaat Indiana und im April eine Fabrik in Virginia, während im Februar eine Papiermaschine im Bundesstaat Washington vom Netz ging. Die Neuausrichtung folgt auf eine Reihe milliardenschwerer Investitionen in das bestehende Produktionsnetzwerk im Laufe des vergangenen Jahrzehnts.
Reaktionen der Gewerkschaft Local 1676 und Unterstützung für die Beschäftigten
Die von der Schließung betroffenen Produktions- und Wartungsarbeiter an dem Standort werden von der Gewerkschaft United Steelworkers vertreten. Gewerkschaftsvertreter Steve Ackerman kündigte umgehende Verhandlungen an, um bestmögliche Bedingungen für die ausscheidenden Mitglieder zu erwirken.

"Versuchen, alles zu bekommen, was ich für unsere Mitglieder bekommen kann, um zumindest bei den Schäden zu helfen", sagte Steve Ackerman.
Steve Ackerman, Gewerkschaftsvertreter Local 1676
Zudem kritisierte der Arbeitnehmervertreter den Zeitpunkt kurz vor den anstehenden Feiertagen. Niemand wolle nach Thanksgiving vor dem Nichts stehen oder den Jahreswechsel mit der Sorge um einen neuen Arbeitsplatz verbringen. Neben gewerkschaftlichen Hilfen bei der Arbeitsvermittlung und der Antragstellung von Arbeitslosengeld hat das Unternehmen angekündigt, mit dem Department of Job & Family Services zusammenzuarbeiten. Betroffenen Arbeitnehmern soll zudem die Möglichkeit geboten werden, sich auf offene Stellen an anderen Standorten des Konzerns zu bewerben.
Wirtschaftlicher Kontext und Lage des verarbeitenden Gewerbes in Ohio
Die Entscheidung trifft die Stadt Middletown zu einer Zeit, in der das verarbeitende Gewerbe in der Region unter erheblichem Druck steht. Erst vor rund 15 Monaten hatte eine andere Verpackungsfabrik in der Stadt geschlossen und dabei 136 Arbeitsplätze vernichtet. Auch im größeren regionalen Umfeld sorgt der Strukturwandel für spürbare Einschnitte.
Statistische Erhebungen des Bureau of Labor Statistics zeichnen ein zweigeteiltes Bild der wirtschaftlichen Lage in Ohio. Landesweit verzeichnet der Bundesstaat seit rund zwei Jahren einen kontinuierlichen Abbau von Arbeitsplätzen, wobei rund 23.500 Arbeitsplätze im Vergleich zu Oktober 2024 weggefallen sind.
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