Eine neue Studie von der mexikanischen Halbinsel Yucatán beleuchtet das Ausmaß, mit dem die Maya-Kultur ihre Umwelt durch das giftige Schwermetall Quecksilber verunreinigte. Das internationale Forschungsteam um Matthew Neal Waters von der Auburn University im US-Bundesstaat Alabama veröffentlichte die Ergebnisse im Fachjournal „Science Advances. Demnach nutzten die Maya das Schwermetall, das vermutlich aus vulkanischen Regionen in Zentralmexiko und Honduras eingeführt wurde, sowohl in elementarer Form als auch als rotes Pigment namens Zinnober für Bestattungen, Keramik und Bauwerke.
Belastung der Gewässer im Maya-Reich
Die Untersuchung von Sedimenten zweier Seen in der Nähe einstiger Maya-Stätten – dem Tagesspiegel zufolge handelt es sich dabei um den Lago Cobá und den kleineren Karstsee Cenote Xcach – zeigt im Laufe der klassischen Phase von 250 bis 920 nach Christus drastische Anstiege. Im Lago Cobá stieg die Konzentration im 3. Jahrhundert von 0,02 Mikrogramm auf 2,3 Mikrogramm pro Gramm Sediment und sank danach auf 0,5 Mikrogramm. Der Cenote Xcach verzeichnete im 2. bis 4. Jahrhundert Werte zwischen 2 und 3 Mikrogramm, stieg ab etwa 530 bis ins 9. Jahrhundert jedoch auf einen Durchschnitt von 8,4 Mikrogramm an, mit einem Spitzenwert von 18 Mikrogramm um das Jahr 720.
Schäden an aquatischen Ökosystemen
Die gemessenen Konzentrationen überschreiten bekannte kritische Schwellenwerte deutlich: Ab 1 Mikrogramm pro Gramm gelten Effekte auf Organismen als wahrscheinlich, ab 2 Mikrogramm gehen Experten von gravierenden Folgen aus. Die Studienautoren führen die hohen Werte auf Erosion aus den benachbarten Maya-Zentren zurück, da andere Seen der Region keine vergleichbaren Belastungen aufweisen.
Die Sedimentanalysen legen nahe, dass die aquatischen Ökosysteme in beiden Gewässern tatsächlich zusammenbrachen. Während der Phasen maximaler Belastung sanken Spuren von Cyanobakterien und purpurnen Schwefelbakterien auf ein Minimum, während Hinweise auf Mückenlarven und Schalentiere gänzlich fehlten.
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