Zum Inhalt springen
Nachrichten

LDL-Therapie bei fast neun von zehn Patienten unverändert

Bei fast neun von zehn Konsultationen wegen erhöhter LDL-Cholesterinwerte unter Patienten mit atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankungen bleibt die lipidsenkende Therapie unverändert.

Das ergab eine Untersuchung von Sprachmodellen unter Leitung von Fatima Rodriguez von der Stanford University, die im JAMA Network vorgestellt und auf dem Kongress der American Heart Association 2026 präsentiert wurde.

Neben dem Auftreten von Nebenwirkungen, Patientenpräferenzen und dem Vorzug von Lebensstiländerungen verhindern vor allem therapeutische Trägheit sowie Messwerte knapp am Grenzwert eine Eskalation. Häufig begnügen sich Behandelnde stattdessen mit wiederholten Labortests.

Die Befunde aus den klinischen Konsultationen spiegeln sich auch in großen Versorgungsdaten wider. Eine im Fachjournal Drugs – Real World Outcomes veröffentlichte US-Kohortenstudie mit 417.625 kommerziell versicherten Patienten, die zwischen Oktober 2015 und Dezember 2019 diagnostiziert wurden, verdeutlicht die Versorgungslücken. In der Zwölf-Monats-Kohorte erhielten 35 Prozent der Betroffenen innerhalb eines Jahres nach Diagnosestellung keinerlei lipidsenkende Medikation.

Die Prävalenz einer Statinintoleranz lag bei 9,1 Prozent, wie die US-Daten zeigen. Unter den tatsächlich Behandelten dominierten einfache Behandlungsansätze, wobei 95,4 Prozent eine Statin-Monotherapie erhielten.

LDL-Therapie bei fast neun von zehn Patienten unverändert
Foto: Ad Hoc News

Zusätzlich erhielten 2,6 Prozent eine Kombination aus Statin und Ezetimib, während 1,6 Prozent mit einer Ezetimib-Monotherapie und 0,3 Prozent mit PCSK9-Antikörpern versorgt wurden. Bei der Statinintensität entfielen 41,9 Prozent auf eine hohe, 51,3 Prozent auf eine mittlere und 6,8 Prozent auf eine niedrige Intensität.

Deutliche Probleme zeigten sich zudem bei der Therapietreue. Eine Adhärenz mit einem Anteil abgedeckter Tage von mindestens 0,80 erreichten 66,0 Prozent bei Statinen, 58,0 Prozent bei Ezetimib und 54,9 Prozent bei PCSK9-Antikörpern.

Folglich fiel der Prozentsatz an Erkrankten äußerst gering aus, die den Zielwert für LDL-C von unter 70 mg/dL erreichten. Bei vorliegenden Laborwerten von 38.561 Patienten gelang dies lediglich 25,0 Prozent der Therapietreuen unter Statinen, 13,5 Prozent unter Ezetimib und 37,7 Prozent unter PCSK9-Antikörpern.

Mangelnde Therapietreue schlägt sich zudem ökonomisch nieder. Die erkrankungsbezogenen Zwölf-Monats-Kosten lagen bei nichtadhärenten Patienten um 30,6 Prozent höher, ausgenommen bei Ezetimib, während die Gesamtkosten über 24 Monate um 37,5 Prozent höher fielen.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.