Ein Luxus-Uhrengeschäft in der Kölner Innenstadt ist am frühen Mittwochmorgen zum dritten Mal in diesem Jahr Ziel von Schüssen geworden. Die Polizei nahm kurz nach der Tat zwei Verdächtige im Alter von 18 und 42 Jahren fest, während Bezüge zu vorherigen Schussabgaben auf das Geschäft geprüft werden.
Tatort Breite Straße: Nächtlicher Beschuss und schnelle Festnahmen
Um kurz vor vier Uhr am Mittwochmorgen, den 21. Oktober 2026, schreckten Schüsse Anwohner in der Kölner Innenstadt auf. Ziel der Attacke war erneut ein Fachgeschäft für hochwertige Uhren in der Breiten Straße, das bereits im August zweimal innerhalb weniger Tage beschossen worden war. Alarmierte Zeugen meldeten schussartige Geräusche und beobachteten drei Personen, die auf E-Scootern über die St. Apern-Straße flüchteten.
Unbekannte haben in Köln erneut Schüsse auf zwei Geschäfte abgegeben. https://t.co/VrQbHUYdhR
Dank der Videoleitstelle der Polizei, deren Mitarbeiter die flüchtenden E-Scooter-Fahrer über die Hohenzollernbrücke in Richtung Deutz verfolgten, gelang der Einsatzkräften rasch ein Zugriff. Streifenteams stoppten zwei der Verdächtigen auf der Deutz-Mülheimer-Straße in Höhe des Messegeländes. Die Polizei nahm zwei Verdächtige im Alter von 18 und 42 Jahren fest. Bei dem 42-Jährigen stellten die Beamten eine Schusswaffe sicher. Ein dritter Tatverdächtiger entkam in Richtung Zoobrücke; nach ihm wird gefahndet.
Am Tatort sicherten Spurensicherungsspezialisten zahlreiche Spuren. Die Polizei stellte mehrere Einschusslöcher in der Fassade des Geschäfts sowie Patronenhülsen auf dem Gehweg sicher. Umliegende Gewerbetreibende mussten am Morgen Einschränkungen hinnehmen. Ein Mitarbeiter einer Gebäudereinigung schilderte die Situation vor Ort:
Um Viertel vor sechs waren wir hier und wollten mit der Arbeit beginnen, aber das durften wir nicht und mussten wieder weg zu einem anderen Objekt.
Organisierte Kriminalität und die Methode hinter den Schussserien
Die neuerlichen Schüsse reihen sich nahtlos in eine besorgniserregende Serie von Gewalttaten ein. Seit Pfingsten registriert die Kölner Polizei rund 30 Straftaten mit Schüssen, Explosionen und Brandstiftungen, die sich gegen Wohnhäuser, Gaststätten und Geschäfte richten. Als mutmaßlicher Hintergrund gilt in vielen Fällen die Schutzgelderpressung.

Sicherheitskreise bringen die Vorfälle unter anderem mit der türkischen organisierten Kriminalität, der Rockerszene sowie der Gruppierung der „Daltons“ in Verbindung. Oft wird dabei nach dem Muster Violence as a Service vorgegangen, bei dem Hintermänner junge Menschen über soziale Medien gegen geringe Bezahlung als Täter anheuern, während die Opfer meist Geschäftsleute mit türkischen Wurzeln ohne eigene kriminelle Verbindungen sind. Ob auch der aktuelle Anschlag auf das Uhrengeschäft direkt in dieses Schema passt, wird derzeit von den Ermittlern geprüft.”
Reaktionen aus Politik und Bevölkerung in Köln
Die wiederholten Vorfälle hinterlassen in der Bevölkerung spürbare Verunsicherung. Eine Anwohnerin und Angestellte eines gegenüberliegenden Arbeitsplatzes brachte das Stimmungsbild am Mittwochmorgen auf den Punkt: Es sind ja mittlerweile auch schon viele Fälle mit den Schüssen. Man hat schon ein mulmiges Gefühl, sagte sie.

Die Stadtführung reagierte am Nachmittag auf den Fall und betonte die Sicherheit in der Stadt.
Auch die Polizei versicherte, die Sorgen der Bürger sehr ernst zu nehmen und präsent zu sein. Wir sind auf den Straßen unterwegs und ansprechbar, erklärte eine Polizeisprecherin. Die beiden am Morgen festgenommenen Tatverdächtigen sollen am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden, während die Fahndung nach dem dritten Flüchtigen weiterläuft.
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