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Unternehmen

KLM plant massiven Umbau mit Abbau von 5000 Stellen

Die niederländische Fluggesellschaft KLM steht vor einem radikalen Umbau. Vorstandschefin Marjan Rintel kündigte am Mittwoch an, etwa 5000 Arbeitsplätze zu streichen oder an externe Partner auszulagern – das entspricht rund jeder siebten Stelle im Unternehmen. Der Fortbestand von KLM ist keine Selbstverständlichkeit, warnte Rintel laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die Konzernchefin begründet diesen drastischen Schritt mit einer toxischen Gemengelage aus globaler Unruhe, hohen Kerosinpreisen und dem wachsenden Wettbewerbsdruck. Das Unternehmen, so Rintel, befinde sich an einem Kipppunkt.

Strukturwandel im Zeichen der Effizienz

Der geplante Personalabbau trifft verschiedene Bereiche des Konzerns mit unterschiedlicher Härte. Das Unternehmen hat die Verteilung der Einschnitte wie folgt präzisiert:

  • Catering: Seit dem Frühjahr wurden bereits über 1200 Stellen in die Zusammenarbeit mit einer externen Gruppe überführt.
  • Bodenpersonal: Etwa 800 Stellen sollen künftig durch externe Partner abgewickelt werden.
  • Konzernintegration: Rund 2000 Stellen, vornehmlich im Kundendienst, sollen in die Gruppenstruktur von Air France-KLM verlagert werden.
  • Produktivität: Weitere 1000 Arbeitsplätze fallen weg, um die Effizienz zu steigern.

Trotz der Schärfe der Maßnahmen gibt sich KLM zuversichtlich, den Umbau ohne erzwungene Kündigungen bewältigen zu können. Ein Puffer ist vorhanden: Mit dem Sparprogramm „Back on Trackkonnten bereits 750 Millionen Euro eingespart werden.

Verschiebung der Machtverhältnisse

Die Ankündigung offenbart die fortwährenden Spannungen innerhalb der Holding Air France-KLM. Lange galt KLM als der margenstärkere Partner, doch diese Rollenverteilung hat sich gedreht. Konzernchef Benjamin Smith, der 2022 den auf Autonomie bedachten niederländischen KLM-Chef Pieter Elbers ablöste, forciert nun die Integration. Smith setzt dabei konsequent auf Synergien.

Dass der Druck auf die niederländische Tochter wächst, unterstrich Verwaltungsratschefin Florence Parly bereits im Februar. Bei der Vertragsverlängerung von Rintel mahnte sie, dass trotz Leistungssteigerungen bei KLM noch viel zu tun bleibe.

Die Finanzmärkte goutieren den harten Kurs: Die Aktie von Air France-KLM legte am Donnerstag bis zum Mittag um 15 Prozent auf knapp 13 Euro zu. Der Konzern meldete für das dritte Quartal einen operativen Gewinn von 1,34 Milliarden Euro. Ob dieser operative Erfolg ausreicht, um die internen Widerstände gegen den massiven Stellenabbau dauerhaft zu befrieden, ist noch unklar.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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