Südkalifornien erlebte im Oktober extreme Brandgefahren durch starke Santa-Ana-Winde, woraufhin Behörden flächendeckende Rote-Flaggen-Warnungen ausriefen und Energieversorger Hunderttausende Haushalte vom Stromnetz trennten.
Trockenheit, Rekordwind und Evakuierungen im Los Angeles County
Heftige Winde fegten über die Berge und Canyons von Los Angeles County, während die Rettungskräfte landesweit in höchster Alarmbereitschaft waren. Mehrere Brände brachen innerhalb von zwei Tagen aus, angetrieben von kräftigen Santa-Ana-Winden, trockener Luft und starker Hitze, wobei diese Witterungsbedingungen laut Vorhersagen bis Samstag anhalten sollten. Die meisten Entstehungsbrände konnten rasch unter Kontrolle gebracht werden, doch einige blieben brandgefährlich.
Das Feuer entfachte am späten Donnerstagnachmittag, breitete sich rasch auf über 100 Acres aus und erzwang sofortige Evakuierungen. Mehr als 400 Feuerwehrleute wurden zu dem Brand entsandt, der am Freitagmorgen zu rund 17 Prozent eingedämmt war.
Etwa 12.000 Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt unter Evakuierungswarnungen, wie eine Analyse der New York Times ergab. Der Nationale Wetterdienst wies darauf hin, dass solche Warnungen ausgegeben werden, wenn die Wetterbedingungen das Risiko von Waldbränden massiv erhöhen. Meteorologen warnten vor extremen Böen und niedrigem Feuchtigkeitsgehalt. Die starken Winde in der Region wurden zudem durch eine Wetterfront verstärkt, die sich in Richtung Mexiko bewegte, wie Frank Pereira, Meteorologe beim Weather Prediction Center, erklärte.
The winds are still ramping up,
Ryan Kittell, a meteorologist with the National Weather Service office in Oxnard
Jedes neu entstehende Feuer könne sich dadurch extrem schnell ausbreiten, warnte der Wetterdienst.

Vorsorgliche Stromabschaltungen und strategische Brandbekämpfung
Laut aktuellen Berichten war der Strom für 84.575 Haushalte und Unternehmen abgeschaltet, wobei Ventura County 36.018 betroffene Standorte und Los Angeles County 34.974 verzeichnete. Zudem erwog Southern California Edison Public Safety Power Shutoffs für weitere 187.435 Kunden. Insgesamt kalkulierte das Unternehmen zeitweise mit möglichen Abschaltungen für fast 250.000 Kunden in mehreren Countys, darunter Kern, Los Angeles, Santa Barbara, Tulare und Ventura, wobei allein in Ventura County 124.000 Kunden betroffen sein könnten. Auch Pacific Gas and Electric Company hatte zuvor 88.000 Kunden in 29 Bezirken darüber informiert, dass vorsorgliche Abschaltungen notwendig sein könnten.
Parallel dazu unternahm der Bundesstaat beispiellose Vorbereitungen. CAL FIRE verstärkte die Personalbesetzung und positionierte Löschfahrzeug-Einsatztrupps in ganz Südkalifornien, um die Region zu unterstützen. Diese Maßnahmen begannen am Donnerstagmorgen, dem 15. Oktober, und blieben bis Sonntag, dem 18. Oktober, im Einsatz. State Parks, der National Park Service, die Santa Monica Mountains Conservancy und die Mountains Recreation and Conservation Authority beschlossen zudem, Parklandschaften in den Santa Monica Mountains bei roten Flaggenwarnungen systematisch zu schließen, um versehentliche Brände zu verhindern, Besucher und umliegende Gemeinden zu schützen sowie Evakuierungen zu reduzieren.
Erinnerungen an verheerende Katastrophen und scharfe Sicherheitsappelle
Bei einem parallel verlaufenden Feuer in der Stadt Altadena im Los Angeles County kamen damals 19 Menschen ums Leben, während mehr als 9.400 Wohn- und Geschäftshäuser zerstört wurden. Behörden ermittelten später, dass das Palisades-Feuer aus dem Lachman-Feuer hervorgegangen war, während das Eaton-Feuer durch Funken von einem ungenutzten Sendemast von Southern California Edison ausgelöst wurde. Im Vergleich zu jenen Bränden, bei denen Winde zwischen 60 und 100 mph wuteten, sollten die aktuellen Santa-Ana-Winde nach Angaben von Experten zwar nicht ganz so stark ausfallen, dennoch wurden in Berg- und Vorgebirgsregionen Spitzenböen von bis zu 90 mph und eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 8 und 15 Prozent prognostiziert.
Bürgermeisterin Karen Bass, die wegen ihrer Abwesenheit während früherer Brände im Jahr 2025 in die Kritik geraten war und deren Ruf dadurch stark gelitten hatte, betonte gemeinsam mit anderen führenden Persönlichkeiten der Stadt, dass Feuerwehrkräfte und Ausrüstung bereits im Vorfeld aktiv in Risikogebiete entsandt worden waren. Lokalpolitiker und Rettungskräfte wandten sich direkt an die Bevölkerung.

Wir kennen die Ungewissheit, die mit diesen Bränden einhergeht, und deshalb ist es wichtig, dass wir aufeinander Acht geben und vorbereitet bleiben,
Lindsey Horvath, Aufsichtsratsmitglied (Supervisor) des Los Angeles County
Der Sheriff von Los Angeles County kündigte verstärkte Patrouillen an, um Plünderungen in evakuierten Nachbarschaften zu verhindern.
Regionale Ausbreitung des Sturms und Aktivität im San Diego County
Mehrere andere Brände entstanden am Donnerstag, während sich die Winde über ganz Südkalifornien sowie entlang der Sierra Nevada ausbreiteten. Bis zum Freitagmorgen war dieses Feuer noch nicht eingedämmt, und der rasche Flammenzuwachs führte zu einer Evakuierungsanordnung für den Stützpunkt sowie zur vorübergehenden Vollsperrung der Interstate 5 in beiden Richtungen. Cal Fire meldete, dass drei große Brände, die am 15. Oktober begannen, bis zum Morgen des 16. Oktober bereits eine Gesamtfläche von 1.594 Acres verbrannt hatten.
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