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Hedgefonds-Gründer Ray Dalio hat auf einer Konferenz in Singapur gewarnt, dass der massive Boom bei

Hedgefonds-Gründer Ray Dalio hat auf einer Konferenz in Singapur gewarnt, dass der massive Boom bei künstlicher Intelligenz die Züge einer klassischen Spekulationsblase trägt. Steigende Zinsen, hohe Schulden und ein Rekordvolumen an Anleihenemissionen erhöhen den Druck auf den Technologiesektor, während die Aktienmärkte weiter steigen.

Ray Dalios Warnung auf der Forbes Global CEO Conference in Singapur

Auf der Forbes Global CEO Conference in Singapur äußerte Bridgewater-Associates-Gründer Ray Dalio am 7. Oktober 2026 scharfe Bedenken hinsichtlich der aktuellen Entwicklung im Technologiesektor. Vor einem Publikum internationaler Führungskräfte erklärte er, dass der rasante Ausbau der künstlichen Intelligenz stark an frühere historische Spekulationszyklen erinnert. Hohe Schuldenstände und steigende globale Anleiherenditen bilden laut Dalio eine gefährliche Mischung, die den Markt an einen Wendepunkt bringt.

Ray Dalio erklärte laut Bloomberg und Cryptonomist: „Wir befinden uns in dem Teil des Zyklus, der dem Platzen vorausgeht, aber wir nähern uns ihm an. Ich denke, wir sind nah dran.

Dalio verwies in seinen Ausführungen auf die wachsende Abhängigkeit von Krediten, die Technologiekonzerne eingehen, um Rechenzentren und spezialisierte Halbleiter zu finanzieren. Zeitgleich erreichen die Anleiherenditen weltweit Niveaus, die seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet wurden. Diese Verteuerung des Kapitals trifft auf eine Phase, in der die Investitionen massiv steigen.

Hedgefonds-Gründer Ray Dalio hat auf einer Konferenz in Singapur gewarnt, dass der massive Boom bei
Foto: Nypost

Enorme Verschuldung und hunderte Milliarden an neuen Anleihen für die KI-Infrastruktur

Allein Amazon, Microsoft, Alphabet, Meta Platforms und Oracle gaben in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 Anleihen im Wert von rund 200 Milliarden US-Dollar aus, wie aus Daten hervorgeht, die von Benzinga zitiert wurden. Diese Summe entspricht fast dem Doppelten dessen, was diese fünf Unternehmen im gesamten Jahr 2025 am Anleihemarkt aufgenommen hatten.

Die weltweite Emission von KI-gebundenen Anleihen steuert auf ein Volumen von fast 570 Milliarden Dollar in diesem Jahr zu. JPMorgan-Chase-CEO Jamie Dimon schätzte die gesamten Ausgaben für das Hyperscaler-Ökosystem im laufenden Jahr auf rund 700 Milliarden Dollar, wobei im Jahr 2026 ein Anstieg auf bis zu 1 Billion Dollar droht.

Die UBS weist zudem darauf hin, dass die Kapitalausgaben der Hyperscaler in diesem Jahr auf dem besten Weg sind, fast 100 Prozent ihrer operativen Cashflows auf zu verbrauchen. Zum Vergleich liegt der Zehnjahresdurchschnitt bei lediglich 40 Prozent. Die Bank of America teilte ihren Kunden mit, dass die Anleiherenditen noch deutlich steigen müssten, ehe sie dem KI-Handel eine unmittelbare Bedrohung darstellen.

Rekordhochs an den Börsen trotz wachsender Zweifel an Produktivitätsgewinnen

Trotz der mahnenden Worte zeigen sich die Aktienmärkte bislang unbeeindruckt. Der S&P 500 und der Nasdaq 100 erreichten im Oktober 2026 neue Rekordhöhen, angetrieben von starken Ertragsaussichten im Technologiesektor. Allerdings ist der Kursanstieg extrem konzentriert. Allein Nvidia, Apple und Microsoft machen nach Daten von Creative Planning über 21 Prozent des gesamten S&P 500 aus.

Auch andere Branchengrößen äußerten sich kritisch auf dem Podium in Singapur. Jenny Johnson, Vorstandsvorsitzende von Franklin Templeton, erklärte, sie habe bisher keine überzeugenden Belege dafür gesehen, dass künstliche Intelligenz tatsächlich nennenswerte Produktivitätssteigerungen für US-Unternehmen gebracht hat. Zudem warnte sie vor undurchsichtigen Finanzierungsstrukturen und außerbilanziellen Geschäften vieler beteiligter Unternehmen.

Ray Dalio warnt, dass die KI-Blase kurz vor dem Platzen steht
Foto: de.qz.com

Ray Dalio sagte laut Qz und Cryptonomist: „Jeder behauptet ‚Ich bin eine Milliarde Dollar wert‘, aber na schön, versuchen Sie mal, das auszugeben. Um das auszugeben, müssen Sie Vermögenswerte verkaufen, um an Bargeld zu kommen – und genau so platzt eine Blase normalerweise.

Vergleiche mit dem Dotcom-Crash und Strategien zur Absicherung

Beobachter ziehen Parallelen zum historischen Internet-Boom und dem anschließenden Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Damals wie heute trieben emotionale Erwartungen und hohe Bewertungen anstelle solider Fundamentaldaten die Kurse nach oben, bevor steigende Zinsen und die Realität der Bilanzen zu drastischen Einbrüchen führten. Die Verluste nach dem Jahr 2000 hinterließen eine ganze Generation gebrannter Investoren, und der Technologiesektor benötigte Jahre für die Erholung.

Angesichts dieser Risiken setzt Ray Dalio auf eine breite Diversifikation seines Portfolios. Er streut seine Investitionen über zehn bis zwanzig unkorrelierte Ströme, meidet Rohwerte ohne Absicherung und hält gezielt Positionen zur Absicherung gegen den wachsenden Schuldenberg im Markt.


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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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