Brigitte Hildegard Lindemann, die vor allem unter dem Namen Gitta bekannt war, ist tot. Die Journalistin, Lyrikerin und frühere Kulturredakteurin starb am Samstag, den 24. Oktober 2026, im Alter von 87 Jahren in ihrem Zuhause in Nordwestmecklenburg, wie die Familie dem Norddeutschen Rundfunk mitteilte. Eine Todesursache wurde von der Familie nicht genannt. Bundesweit war Gitta Lindemann vor allem als Mutter des Rammstein-Sängers Till Lindemann und als Ehefrau des bekannten DDR-Schriftstellers Werner Lindemann bekannt, während sie in Mecklenburg-Vorpommern über Jahrzehnte den Kulturjournalismus prägte.
Letzte Wochen an der Seite der Mutter
In ihren letzten Lebenswochen wich ihr Sohn nicht von ihrer Seite. Ursprünglich hatten Mutter und Sohn Anfang Oktober gemeinsam eine Veranstaltung in der Rostocker Kunsthalle besuchen wollen, die zu Ehren des 100. Geburtstags von Werner Lindemann geplant war. Da Gitta Lindemann zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits zu krank für eine Teilnahme war, sagte auch Till Lindemann den Termin ab, um bei seiner Mutter zu bleiben, wie unter anderem der Rolling Stone berichtet. Wenige Wochen nach dieser Absage starb sie in ihrem Haus. Die Staatsanwaltschaft Berlin hatte in der Vergangenheit ein Ermittlungsverfahren gegen Till Lindemann nach Vorwürfen von Frauen mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt; zu dem Todesfall hat sich der Sänger bislang nicht öffentlich geäußert.
Prägende Jahre in Kultur und Medien
Gitta Lindemann wurde am 11. April 1939 in Dresden geboren und entdeckte ihre Liebe zur Literatur bereits in jungen Jahren, gefördert durch den neuen Mann ihrer Mutter, der sie zum Journalistik-Studium in Leipzig ermutigte, wie n-tv.de schildert. Nach ihrer Heirat mit Werner Lindemann zog sie 1968 in den Norden und arbeitete zunächst beim Radio der DDR in Neubrandenburg. Sie pendelte mit den beiden Kindern in das gemeinsame Haus nach Drispeth bei Schwerin, wo ein reger Austausch mit bekannten Literaten wie Christa und Gerhard Wolf stattfand. Die politische Wende brachte einen tiefen Einschnitt, da die Bücher ihres Mannes nicht mehr verlegt wurden und er 1993 starb.
Im selben Jahr übernahm Gitta Lindemann die Leitung der Kulturredaktion des NDR in Mecklenburg-Vorpommern und hatte diese Funktion bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 2002 inne. In dieser Zeit rief sie Formate wie das „Literatur-Café für aktuelle Autorinnen und Autoren sowie die Sendung „Kunstkaten“ ins Leben. Auch nach dem Abschied vom Sender blieb sie schreibend aktiv. Noch im Frühjahr 2026 präsentierte sie kurz vor ihrem 87. Geburtstag ihren Gedichtband „Lautlos“ auf der Leipziger Buchmesse und trug dort ihr Gedicht „Himmel“ vor, wie der Nordkurier dokumentiert.”””

Enge Beziehung und literarische Zeugnisse
Das Verhältnis zwischen Gitta und Till Lindemann galt als sehr eng. In ihrem im Jahr 2023 veröffentlichten Erinnerungsbuch „Meine Fensterplätze“ widmete sie ihrem Sohn ein eigenes Kapitel mit dem Titel „Liebeserklärung an meinen Sohn“. Darin beschrieb sie ihn als fürsorglichen Menschen und hielt fest: Wenn ich nicht zufällig seine Mutter wäre, mit diesem Mann wäre ich gerne befreundet.
Sie erinnerte darin auch an familiäre Gesten, etwa wie Till seine Großmutter im Rollstuhl abholte und ihr beim Essen half. Auch der Musik der Band Rammstein stand sie positiv gegenüber und äußerte sich 2019 begeistert über die Inszenierungen der Konzerte.
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