Bundeskanzler Friedrich Merz verzeichnet in einer Forsa-Umfrage für das RTL/ntv-Trendbarometer im Oktober 2026 anhaltende Ablehnung. Während 87 Prozent der Bundesbürger seine Arbeit negativ bewerten, geht nur noch eine Minderheit der Deutschen davon aus, dass die Bundesregierung bis zum Jahr 2029 Bestand haben wird.
Die aktuelle Stimmung im RTL/ntv-Trendbarometer und der Forsa-Umfrage
Die politischen Umfragewerte für die Bundesregierung zeichnen ein klares Bild des Vertrauensverlusts. In der Erhebung des Instituts Forsa für das RTL/ntv-Trendbarometer, die vom 13. bis zum 19. Oktober 2026 durchgeführt wurde, liegt die AfD mit 27 Prozent unverändert als stärkste Kraft an der Spitze. Die CDU/CSU gewinnt im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu und erreicht genau 20 Prozent. Die Grünen verharren bei 17 Prozent, während die SPD auf 13 Prozent sinkt und die Linkspartei auf elf Prozent nachlässt. Die FDP bleibt bei vier Prozent und würde damit weiterhin den Einzug in den Bundestag verfehlen.
Besonders drastisch fallen die Werte für den Regierungschef aus. Die Zufriedenheit mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz verharrt auf einem Tiefststand von elf Prozent. Demgegenüber stehen 87 Prozent der Bundesbürger, die seine Amtsführung ablehnen. Selbst in den Reihen der eigenen Unionspartei wächst der Unmut spürbar: 61 Prozent der CDU- und CSU-Anhänger sind mit Merz unzufrieden.
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für diese Erhebung zwischen dem 13. und 19. Oktober insgesamt 2.502 Personen, wobei die statistische Fehlertoleranz bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten liegt. Bei der Frage, welcher politischen Kraft die Befragten am ehesten zutrauen, die anstehenden Probleme in Deutschland zu bewältigen, erzielt die AfD 14 Prozent. Die Union erreicht dabei neun Prozent, während SPD und Grüne jeweils sechs Prozent verzeichnen und der Linkspartei fünf Prozent zugesprochen werden.
Zugleich geben 25 Prozent der Befragten an, entweder unentschlossen zu sein oder nicht an Wahlen teilnehmen zu wollen. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen übersteigt damit den entsprechenden Wert bei der Bundestagswahl 2025, der bei 17,9 Prozent gelegen hatte.
Zweifel am Fortbestand der Regierungskoalition aus Union und SPD
Die Frage nach der politischen Stabilität der Bundesregierung offenbart einen tiefen Pessimismus in der Bevölkerung. Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass das Regierungsbündnis aus Union und SPD das reguläre Ende der Legislaturperiode Anfang 2029 nicht erreichen wird. Konkret rechnen 56 Prozent der Bürger mit einem vorzeitigen Bruch der Koalition, während lediglich 40 Prozent an einen Fortbestand bis zum regulären Wahltermin glauben. Im August 2025 hatte das Stimmungsbild in dieser Frage noch anders ausgesehen.

Die Skalierung der Zweifel unterscheidet sich je nach parteiischer Bindung erheblich. Während eine Mehrheit der Anhänger von CDU/CSU, SPD und auch Grünen davon ausgeht, dass die Bundesregierung bis zum Ende der Legislaturperiode hält, herrscht bei anderen Gruppierungen Skepsis vor. Unter den Anhängern der Linken rechnen 59 Prozent mit einem vorzeitigen Ende. Bei den Anhängern der AfD ist die Skepsis mit 77 Prozent am ausgeprägtesten.
Zur Untersuchung der Regierungsstabilität und der Auslandshilfen befragte Forsa am 16. und 19. Oktober ergänzend 1.009 Bürgerinnen und Bürger. Die statistische Fehlertoleranz für diesen Teilbereich beläuft sich auf plus/minus drei Prozentpunkte. Neben den strukturellen Zweifeln an der Koalition aus Union und SPD, die seit Mai 2025 gemeinsamregieren, spiegeln sich auch gravierende Zweifel am innerparteilichen Rückhalt des Bundeskanzlers wider.
So sind in der Bevölkerung nur elf Prozent der Ansicht, dass Friedrich Merz seine Partei noch im Griff hat, während 83 Prozent dies verneinen. Unter den eigenen Anhängern der Unionspartei sehen 69 Prozent den Kanzler nicht mehr als führungsstark innerhalb der Partei an, während lediglich ein Viertel diesen Rückhalt bestätigt sieht.
| Partei | Aktueller Wert (Forsa) | Vergleich zur Vorwoche |
|---|---|---|
| AfD | 27 % | +1 % |
| CDU/CSU | 20 % | +1 % |
| Grüne | 17 % | 0 % |
| SPD | 13 % | -1 % |
| Linke | 11 % | -1 % |
| FDP | 4 % | 0 % |
| Sonstige | 8 % | 0 % |
Wirtschaftlicher Pessimismus und thematische Schwerpunkte der Bevölkerung
Neben der Stabilität der Regierung stehen wirtschaftliche Sorgen im Vordergrund. Lediglich 18 Prozent der Bundesbürger erwarten in den kommenden Jahren eine Verbesserung der ökonomischen Lage in Deutschland, wohingegen 63 Prozent von einer weiteren Verschlechterung ausgehen. Im Themenradar von Forsa nennen 37 Prozent der Befragten die allgemeine Arbeit der Bundesregierung und der Regierungskoalition als wichtigstes politisches Anliegen.
An zweiter Stelle rangiert der Krieg in der Ukraine mit 24 Prozent, gefolgt von der gesamtwirtschaftlichen Lage mit 20 Prozent. Bei der Frage nach der politischen Problemlösungskompetenz traut der Mehrheit der Befragten keine einzige Partei zu, die anstehenden Herausforderungen des Landes optimal zu bewältigen. Dies gaben 57 Prozent der Teilnehmer an, was laut dem Institut den höchsten gemessenen Wert seit der Bundestagswahl darstellt.

Im Rahmen des Themenradars wurden zudem weitere Problemfelder benannt: Die Regierungsbildungen nach den Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern beschäftigen 18 Prozent der Befragten, Rechtsradikalismus wird von zehn Prozent genannt und Benzinpreise belasten neun Prozent der Bürger. Weitere Nennungen entfielen auf die Lage in den Vereinigten Staaten sowie die dortigen Kongresswahlen (acht Prozent), den Iran und den Krieg im Nahen Osten (acht Prozent), das Rentensystem (sieben Prozent), weltweite Konflikte und Kriege (sechs Prozent) sowie das Gesundheitssystem (fünf Prozent).
Hinsichtlich des deutschen Engagements zur Unterstützung der Ukraine gaben 43 Prozent der Befragten an, dass Berlin nach ihrer Einschätzung zu viel unternimmt. Für 41 Prozent ist der Umfang der Hilfe gerade richtig, wohingegen zwölf Prozent ihn als zu gering erachten.