Der FC Thun stellt seine operative Führung neu auf und holt den früheren Sportchef Dominik Albrecht per 20. Oktober 2026 als Geschäftsleiter Sport zurück. Gleichzeitig hält die Berner Oberland United AG des Bündner Investors Alexander Lühr neu 58 Prozent der Aktien, wobei die Stimmrechte laut Statuten auf 35 Prozent limitiert bleiben.
Der Schweizer Meister FC Thun hat am Montag, 20. Oktober 2026, eine umfassende Neuausrichtung seiner operativen Führung und seiner Besitzverhältnisse bekannt gegeben. Im Zentrum steht dabei die Rückkehr von Dominik Albrecht, der nach einer monatigen Auszeit wieder in verantwortlicher Position beim Berner Oberländer Verein tätig wird.
Aufteilung der Geschäftsleitung in Sport und Kommerz
Der 41-jährige Albrecht übernimmt die neu geschaffene Position des Geschäftsleiters Sport, wie aus den Berichten hervorgeht. Noch im August hatte er seinen Posten als Sportchef nach fünfeinhalb Jahren aufgegeben, um seiner Familie mehr Raum zu geben und den operativen Tagesdruck zu verringern. Nun erfolgt die Rückkehr wie geplant, wobei sich Albrecht vor allem strategischen und konzeptionellen Fragen widmet.

Gemeinsam mit Verwaltungsratspräsident Andres Gerber trägt Albrecht die sportliche Gesamtverantwortung. Die operative Leitung wird künftig strikt in zwei Bereiche aufgeteilt: Neben der sportlichen Abteilung unter Albrecht übernimmt Timo Kuhn die Leitung des kaufmännischen Bereichs. Beide nehmen in der Geschäftsleitung Einsitz und führen ihre Verantwortungsbereiche in enger Abstimmung.
Mit der neuen Organisationsform schaffen wir klare Verantwortlichkeiten und stärken die operative Führung des FC Thun. Die Aufteilung in eine sportliche und eine kaufmännische Leitung ermöglicht kurze Entscheidungswege und eine enge Zusammenarbeit.
Andres Gerber, Verwaltungsratspräsident der FC Thun AG
Alexander Lühr übernimmt Mehrheit bei den Aktien
Neben den personellen Weichenstellungen im Management gab der Verein auch Veränderungen in der Aktionärsstruktur bekannt. Der Bündner Unternehmer und Investor Alexander Lühr hat die Aktienanteile von Beat Fahrni übernommen, der per 30. Juni 2026 aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden ist. Über seine Berner Oberland United AG hält Lühr nun eine Mehrheitsbeteiligung von 58 Prozent an der FC Thun AG.
Trotz der klaren Aktienmehrheit bleibt der Einfluss an der Generalversammlung durch die Vereinsstatuten gedeckelt. Gemäss den Regelungen sind die Stimmrechte pro Aktionär auf maximal 35 Prozent begrenzt. Damit soll sichergestellt werden, dass die Mitbestimmung der regionalen Kleinaktionäre und des Vereins FC Thun Berner Oberland gewahrt bleibt.
| Aktionär oder Gruppe | Aktienanteil in Prozent |
|---|---|
| Berner Oberland United AG (Alexander Lühr) | 58 % |
| Rund 1800 regionale Kleinaktionärinnen und Kleinaktionäre | 30 % |
| Pacific Media Group | 8 % |
| Verein FC Thun Berner Oberland | 4 % |
Die Aktionärsvertretung für die Berner Oberland United AG nimmt der Thuner Anwalt und Notar Daniel Iseli wahr. Lühr betonte in Aussagen, dass ihm die regionale Verankerung des Klubs ein zentrales Anliegen ist, weshalb er mit Iseli einen lokal gut vernetzten Partner in den Verwaltungsrat der Holding geholt hat.
Kontinuität im Verwaltungsrat und nächste Schritte
Der Verwaltungsrat selbst setzt sich neben Präsident Andres Gerber weiterhin aus Alice Leu, Urs Neuenschwander und Mike Studer zusammen. Mit dieser stabilen strategischen Führung und der neu strukturierten operativen Doppelspitze aus Albrecht und Kuhn will der Klub nach einer sportlich intensiven Phase die Weichen für die nachhaltige Weiterentwicklung stellen.
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