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Elif Eralp war jahrelang passives Mitglied der Roten Hilfe

Die Berliner Linken-Fraktionschefin und Bürgermeisterkandidatin Elif Eralp war bis zu ihrem Austritt im Jahr 2025 mehrere Jahre lang passives Mitglied der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Roten Hilfe. Das bestätigte ein Fraktionssprecher am Dienstag, nachdem zuvor entsprechende Recherchen bekannt geworden waren.

Eralp, die nach dem Wahlerfolg ihrer Partei bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus am 20. September das Amt der Regierenden Bürgermeisterin anstrebt, trat während ihres Jurastudiums in den Verein ein wie der Landesgeschäftsführer mitteilte.

Motiv für den Beitritt und langjährige passive Mitgliedschaft

Nach Angaben des Landesverbandes der Linken erfolgte der Eintritt während Eralps Studienzeit aus dem Wunsch heraus dass Menschen einen juristischen Beistand bekommen, die sich für soziale und linke Themen einsetzen, aber selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen. Die Partei betonte, dass die Mitgliedschaft über die Jahre hinweg stets transparent auf Eralps eigener Homepage sowie in offiziellen Unterlagen des Abgeordnetenhauses deklariert worden sei.

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In zwei früheren Ausgaben des Handbuchs des Berliner Abgeordnetenhauses aus den Jahren 2022 und 2023 war die Mitgliedschaft bei der Roten Hilfe ordnungsgemäß aufgeführt – direkt neben anderen Organisationen wie Ver.di, Amnesty International oder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. In der Ausgabe vom Oktober 2025 fehlte der Eintrag jedoch. Im selben Jahr, noch vor ihrer Kür zur Spitzenkandidatin auf einem Landesparteitag im Oktober 2025, zog Eralp die Reißleine.

Im vergangenen Jahr sei Eralp wegen teilweise anderer politischer Ansichten aus der Roten Hilfe ausgetreten.

Landesverband der Linken, via dpa

Um welche inhaltlichen Differenzen es sich dabei im Detail handelte, ließ der Landesverband offen; eine nähere Präzisierung blieb aus.

Elif Eralp war jahrelang passives Mitglied der Roten Hilfe
Foto: zeit.de

Die Rolle der Roten Hilfe im Visier des Verfassungsschutzes

Der Verein Rote Hilfe gilt den deutschen Sicherheitsbehörden als erwiesen linksextremistische Bestrebung. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Organisation so ein, weil sie den Rechtsstaat durch grundsätzliche Kritik an Gerichtsentscheidungen als repressiv darstellt und der Polizei regelmäßig Gewalt vorwirft. Auch der Berliner Landesverfassungsschutz führt den Verein in seinem jüngsten Jahresbericht als die mit Abstand größte linksextremistische Organisation in der Hauptstadt auf.

Gegründet wurde die Rote Hilfe ursprünglich nach dem Ersten Weltkrieg im Umfeld der Kommunistischen Partei Deutschlands. Nach ihrer Zerschlagung durch das Nationalsozialismus-Regime wurde sie in der Bundesrepublik im Jahr 1975 neu ins Leben gerufen. In den folgenden Jahrzehnten unterstützte sie unter anderem Aktivisten aus dem Milieu der Rote Armee Fraktion (RAF). Auch in jüngerer Zeit geriet der Verein wegen finanzieller und juristischer Hilfe für mutmaßliche Straftäter immer wieder in die Schlagzeilen, so etwa im Zusammenhang mit Verfahren gegen die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette oder Beteiligte an Protesten gegen ungarische Hafturteile.

Regierungsbildung in Berlin nach dem Wahlsieg

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September wurde die Linke mit 25,7 Prozent mit Abstand stärkste Kraft. Eralp führt seither als Spitzenkandidatin die Sondierungsgespräche mit Bündnis 90/Die Grünen und der SPD, um ein mögliches Dreierbündnis und ihre Regierungsübernahme als Regierende Bürgermeisterin vorzubereiten.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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