Tausende Demonstranten haben am 17. Oktober 2026 bei landesweiten No Kings
-Kundgebungen dazu aufgerufen, bei den anstehenden Midterm-Wahlen frühzeitig abzustimmen. Die zuvor vor allem gegen die Regierung gerichteten Proteste wandelten sich damit gezielt zu landesweiten Initiativen für eine hohe Wahlbeteiligung vor dem Urnengang am 3. November.
Landesweite Kundgebungen verlagern den Fokus auf die Briefwahl
Unter dem Motto No Kings: Vote Early
gingen am Samstag in den USA schätzungsweise Tausende Menschen auf die Straße, um Wähler zu mobilisieren. In Upstate New York waren laut der Veranstalterkarte im Internet mehr als 50 Kundgebungen geplant, während landesweit knapp 3.000 Aktionen stattfanden. Die Organisatoren schätzten, dass bei der vorherigen großen Kundgebung am 28. März etwa 8 Millionen Menschen teilgenommen hatten.
Schwerpunkte in Western New York und Alabama
Im Bundesstaat New York begannen die Kundgebungen im Gebiet Buffalo-Niagara am Samstagvormittag unter anderem in Hamburg und Lockport. Mindestens 200 Menschen trafen sich vor der M&T Bank in Lockport, wo die Teilnehmer von einem schnellen Zuwachs der Menschenmengen berichteten. Später am Nachmittag folgte die größte Kundgebung im Zentrum von Buffalo am Niagara Square.
Auch in Alabama, wo landesweit Kundgebungen in 15 Städten stattfanden, verlagerten sich die Proteste vor dem Government Plaza in Mobile auf die Mobilisierung der Wählerschaft für den 3. November. Pam Gaines aus Mobile berichtete dort, dass diese Kundgebung bereits ihre neunte Teilnahme an einer Demonstration seit 2024 markierte. Andrea Rehm äußerte die Hoffnung, dass die demokratische Kandidatin beziehungsweise der Kandidat Doug Jones die Chance hat, gegen den republikanischen Tommy Tuberville anzutreten, während Heidi Alden aus Fairhope anmerkte, dass in dem stark republikanisch geprägten Baldwin County derzeit kaum republikanische Unterstützerschilder zu sehen seien.
Politische Reaktionen und juristische Auseinandersetzungen um Briefwahlunterlagen
Der demokratische US-Abgeordnete Morgan McGarvey aus Louisville kritisierte die Politik der Regierung und betonte angesichts der anhaltenden Entwicklungen, dass trotz allem die Chance bestehe, das Ruder herumzureißen, sofern die Bürger im November wählen gingen. In Washington DC traten Musiker am Lincoln Memorial auf und unterhielten die Menge bei kühlem Wetter mit Live-Musik, während in Atlanta Stadtrat Michael Julian Bond die Anwesenden dazu aufrief, ihre verfassungsmäßige Macht durch den Gang an die Urnen zu nutzen.
Präsident Trump hat wiederholt Skepsis gegenüber der Briefwahl geäußert und ohne Belege behauptet, Wahlbetrug habe ihn die Präsidentschaftswahl 2020 gekostet. Seine Regierung verklagte am Donnerstag kalifornische Wahlbeamte und forderte ein Gericht auf, dem Bundesstaat die Auszählung von Briefwahlstimmen für die Midterm-Wahlen von Personen zu untersagen, die von der Bundesregierung als „wahrscheinliche“ Nicht-Staatsbürger identifiziert wurden, bis deren Einwanderungsstatus bestätigt werden kann. Am Freitag warnte das US-Justizministerium zudem lokale Beamte, die von mutmaßlichen Nicht-Staatsbürgern eingereichte Stimmzettel verarbeiten und tabulieren, dass sie sich dem Risiko von strafrechtlichen Ermittlungen und möglichen Anklagen aussetzen. Noch am selben Tag forderten die demokratischen Senatoren Alex Padilla aus Kalifornien, Sheldon Whitehouse aus Rhode Island und Dick Durbin aus Illinois in einem Brief an Justizminister Todd Blanche, dass sich das Justizministerium verpflichten müsse, vor der Zertifizierung der Midterm-Wahlen keine Stimmzettel oder andere Wahlmaterialien zu beschlagnahmen.”

In Pewee Valley und St. Matthews begleiteten Polizeibeamte das Geschehen am Straßenrand, während Demonstranten Schilder wie „All Neighbors No Exceptions“ trugen und Teilnehmer wie Terry Young und Trish Martin – eine Kleinunternehmerin, die seit dem Start der landesweiten Bewegung am 14. Juni 2025 bereits drei No-Kings-Proteste in Pewee Valley organisiert hat – die Bedeutung der frühen Stimmabgabe unterstrichen.”
Terry Young, eine 73-jährige Teilnehmerin der Proteste an der La Grange Road, sagte, dass sie den Hass nicht mag und wohin das Land steuert. Sie betonte zudem, dass der Wunsch nach dem Scheitern der jeweils anderen Hälfte im Grunde bedeute, dass man sich das Scheitern des gesamten Landes wünsche.
Ein Bericht des Pew Research Center aus dem Jahr 2023 zeigte unterdessen auf, dass etwa 70 Prozent der US-Bürger, die bei allen drei Wahlen zwischen 2018 und 2022 wahlberechtigt waren, an mindestens einer dieser Wahlen teilgenommen hatten, wobei rund die Hälfte dieses Anteils – nämlich 37 Prozent – bei allen drei Urnengängen ihre Stimme abgegeben hatte.
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