Die AfD hat in einer aktuellen Insa-Umfrage in Thüringen einen Spitzenwert von 40 Prozent erreicht, während die CDU unter Ministerpräsident Mario Voigt auf 18 Prozent einbrach. Damit liegt die CDU nur noch einen Prozentpunkt vor der Linken, die laut der Erhebung bei 17 Prozent steht.
Die Umfrage, die im Auftrag der Thüringer Allgemeinen, der Ostthüringer Zeitung und der Thüringischen Landeszeitung durchgeführt wurde, bildet die Stimmung im Zeitraum vom 20. bis 27. Oktober 2026 ab. Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz von 3,1 Prozentpunkten an. In der Befragung nahmen 1000 Wahlberechtigte ab 18 Jahren teil. Laut den Quellen erschweren nachlassende Parteibindungen sowie immer kurzfristigere Wahlentscheidungen die Gewichtung der Daten durch die Meinungsforschung.
Starker Zuwachs der AfD und Rückgang der CDU
Im Vergleich zur Landtagswahl im September 2024, bei der die AfD 32,8 Prozent der Stimmen erhielt, konnte die Partei ihren Anteil auf 40 Prozent steigern. Dies entspricht einem Zuwachs von 7,2 Prozentpunkten. Die CDU hingegen verlor deutlich an Boden: Bei der Wahl 2024 lag sie noch bei 23,6 Prozent. Der aktuelle Wert von 18 Prozent markiert einen Rückgang um 5,6 Prozentpunkte gegenüber dem Wahlergebnis von 2024. Laut Umfragedaten zeigt sich ein massiver Ausbau des AfD-Vorsprungs und die anhaltende Schwäche der Mitte-Rechts-Regierung in Thüringen.

Die politische Landschaft in Thüringen hat sich seit der Regierungsbildung im Dezember 2024 durch die Spaltung der BSW-Fraktion im September weiter verändert. Die SPD verbesserte sich in der aktuellen Befragung auf 8 Prozent, was einem Plus von 2 Prozentpunkten entspricht. Das BSW, das im Landtag keine eigene Fraktion mehr bildet, sondern nur noch mit zwei fraktionslosen Abgeordneten vertreten ist, liegt bei 5 Prozent. Die Grünen verfehlten mit 4 Prozent erneut die Fünf-Prozent-Hürde.
Verlust der Mehrheit für das Regierungslager
Das aktuelle Regierungsbündnis aus CDU, SPD und der Gruppierung Thüringen. Gerecht verliert laut den Umfragewerten seine Mehrheit. Zusammen kommen diese Kräfte nur noch auf 28 Prozent der Stimmen. Damit liegt das Lager zwölf Prozentpunkte hinter der AfD. Die CDU, SPD und Thüringen. Gerecht verfügen gemeinsam über 39 der insgesamt 88 verfügbaren Abgeordnetensitze und sind somit auf die Unterstützung der oppositionellen Linken angewiesen.
| Partei | Stimmenanteil (Insa) | Vergleich 2024 |
|---|---|---|
| AfD | 40 % | 32,8 % |
| CDU | 18 % | 23,6 % |
| Linke | 17 % | 13,1 % |
| SPD | 8 % | 6,1 % |
| BSW | 5 % | 15,8 % |
| Grüne | 4 % | – |
Politische Verschiebungen nach dem BSW-Zerfall
Nach dem Austritt von 13 Landtagsabgeordneten aus der BSW-Fraktion Anfang September entstanden neue politische Gruppen. Die Abspaltung „Thüringen. Gerecht“, die unter anderem von der Vizeministerpräsidentin und Finanzministerin Katja Wolf mitbegründet wurde, erreicht 2 Prozent. Die Gruppe der „Sonstigen“ liegt insgesamt bei 8 Prozent, was die Bedeutung von Thüringen. Gerecht einschließt. Weitere ehemalige BSW-Abgeordnete wie Stefan Wogawa, Dirk Hoffmeister und Roberto Kobelt gründeten die Partei „Deine Stimme zählt“.”””
Anke Wirsing, die neben Sven Küntzel weiterhin den politischen Kurs des BSW-Bundesvorstands und von Sahra Wagenknecht unterstützt, äußerte sich positiv zur Arbeit nach der Spaltung.

Ich behaupte, dass es uns jetzt besser geht als die letzten zwei Jahre, weil wir können uns jetzt auf unsere politische Arbeit konzentrieren und die Themen umsetzen, die wir den Wählerinnen und Wählern 2024 an den Wahlständen versprochen haben
Anke Wirsing, BSW-Abgeordnete
Wogawa beschreibt den Ansatz der neuen Gruppierung als unabhängig von klassischen Lagern. Er gibt an, dass sie sowohl sozialpolitische Themen, die als linke Politik gelten könnten, als auch kulturpolitische Inhalte angehen, die eher konservativ sind.
Die politische Situation wird zudem durch die Affäre um die Dissertation von Ministerpräsident Mario Voigt belastet. Die Arbeit mit dem Titel „Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry“ aus dem Jahr 2008 an der TU Chemnitz führte zu Plagiatsvorwürfen. Während die CDU von einer „Schmutzkampagne“ sprach, betonte Voigt, dass der wissenschaftliche Kern seiner Arbeit nicht betroffen sei, und beanstandete gleichzeitig die Verfahrensänderungen der Universität. Die BSW-Bundesspitze hatte zeitweise den Rücktritt Voigts sowie ein Ende der Koalition gefordert.””
Die nächste Landtagswahl in Thüringen soll planmäßig 2029 stattfinden.