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Unterhaltung

Der Kultfilm Züri brännt dokumentiert die Zürcher Jugendunruhen von 1980

Der Kultfilm Züri brännt dokumentiert die Zürcher Jugendunruhen von 1980 als wortgewaltiges Pamphlet und zeigt Strassenschlachten, Nacktdemonstrationen sowie gelebte Autonomie. Das Werk verdichtet gesammeltes Material des Videokollektivs «Videoladen Zürich» zu einer Ikone der europaweiten Jugendprotestwelle.

Der legendäre Film der Zürcher Bewegung von 1980 gilt als wortgewaltiges Pamphlet und zugleich als Dokumentation eines Befreiungsschlages. Die Zürcher Bewegung sagte sich von den Zwängen des zwinglianischen Zürichs los und forderte Leben, Raum, Geld, Alles und Subito. Dabei setzte sie ein beträchtliches kreatives Potenzial frei, das die Stadt tiefgreifend veränderte.

Ästhetik und Rezeption als Film der Zürcher Bewegung

Der Film zeigt Strassenschlachten, Nacktdemonstrationen, Punk-Musik und gelebte Autonomie. Die schäbig-verwaschene Schwarz-Weiß-Ästhetik der ersten mobilen Videokameras im 1/2-Zoll-Format (Portapaks) unterstützt dabei die Darstellung von Zürich als triste, verkehrsüberflutete Betonwüste und fördert den Eindruck des Authentischen.

Auf der Tonebene sind die eingesprochenen Kommentare von Silvano Speranza bemerkenswert.

Kritiker wie Kyros Kikos von schnitt.

Kämpferische Lyrik, polemische Anklagen gegen ein ignorantes Bürgertum und kluge Selbstreflektionen der Bewegung verdichten sich zu einer Sprachqualität, wie sie in Schweizer Produktionen nur selten vorkommt.

Kyros Kikos, schnitt.de

Stattdessen sei Züri brännt weniger eine Chronik der Ereignisse, sondern vielmehr ein Dokument der Vorstellungen, wie sie in der Jugendbewegung herrschten.

Laut einer Publikation in Berlin aus dem Jahr 1989 wurde das Werk unter dem Titel Nieder mit den Alpen. Freie Sicht aufs Mittelmeer für sie zu einer Art Kultfilm, dessen wilde, vom Text fundierte Dynamik im Schweizer Film einzigartig ist. Das Material wurde laut swissfilms vom Videokollektiv «Videoladen Zürich» zu einer Ikone der europaweiten Jugendprotestwelle verdichtet, die heute ein wertvolles Zeitdokument darstellt. Heinz Nigg aus dem Sozialarchiv sowie Fotos von Olivia Heussler und Klaus Rosza begleiten die Hintergründe dieser Produktion, bei der Video den Charakter eines Werkzeugs hatte, das ohne grossen Aufwand, ohne überhöhten Kunstanspruch und ohne die Aura des Kinofilms für die verschiedensten Zwecke im soziokulturellen und politischen Alltag benutzt wurde.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.