BILLA hat in Österreich eine Umstellung auf neue Rabattmarkerl und dauerhaft günstige Preise für bis zu 3.000 Artikel vorgenommen. Die Reform soll laut dem Supermarkt-Riesen für mehr Komfort und weniger Rechenaufwand an der Kassa sorgen, stößt bei zahlreichen Kundinnen und Kunden jedoch auf heftige Kritik.
Ende September 2026 hat das Handelsunternehmen BILLA gleich zwei wesentliche Änderungen im Sortiment und beim Rabattsystem eingeführt. Zum einen läuft seit dem 24. September 2026 die Aktion IMMER CLEVER PREIS
, bei der nach Unternehmensangaben bis zu 3.000 Produkte dauerhaft auf dem Preisniveau führender Diskonter angeboten werden. Zum anderen wurden die bisherigen 25-Prozent-Klebe-Rabattpickerl aus den Prospekten durch neue Rabatt-Markerl
aus Karton ersetzt, die bei den teuersten berechtigten Artikeln an der Kassa automatisch abgezogen werden.
Billa rechtfertigt die Umstellung mit dem Wunsch nach mehr Komfort
Die Pressestelle des Supermarkt-Riesen begründete den Schritt mit Rückmeldungen aus dem Kundenservice und einem neu gegründeten Kundengespräch. Dabei sei der Wunsch nach weniger Rechenaufwand und mehr Entlastung beim Bezahlen geäußert worden. Die Rabatte sollen durch die Neuerung unkomplizierter funktionieren, während der Preisvorteil grundsätzlich erhalten bleibe.

Wir reagieren damit auf einen oft geäußerten Wunsch unserer Kund:innen. Sowohl in Kundenservice, als auch in unserem neu gegründeten Kundinnengespräch wurde der Wunsch nach weniger Nachdenken an der Kassa und mehr Komfort geäußert. Somit gibt es den klar nachvollziehbaren Preisvorteil weiterhin, aber die Anwendung wird deutlich einfacher.
BILLA-Pressestelle, via 5 Minuten
Die neuen Markerl werden über die Prospekte ausgegeben und lassen sich im Gegensatz zu den früheren Klebeversionen nicht mehr mehrfach verwenden. Die Rabatte greifen automatisch bei den teuersten berechtigten Produkten, sofern mindestens ein Markerl an der Kassa abgegeben wird.
Kritik von Kundinnen und Kunden an den neuen Billa-Markerln
Trotz der angekündigten Vereinfachung zeigen zahlreiche Reaktionen von Kundinnen und Lesern ein anderes Bild. Das zeigt eine Auswertung von Feedback der help.ORF.at-Leserinnen und -Leser, bei der vor allem die Ausschlussklauseln und die unübersichtliche Kennzeichnung im Markt bemängelt wurden.
Der Hauptkritikpunkt betrifft die Tatsache, dass Produkte aus der Kategorie Clever
und dem Immer-Clever-Preis
-Sortiment vom neuen Minus-25-Prozent-Rabatt gänzlich ausgenommen sind. Viele Einkäuferinnen und Einkäufer berichten, sie fühlten sich getäuscht, wenn sie erst an der Kassa feststellen, dass ihre gewählten Artikel nicht rabattfähig sind. Zudem empfinden viele die Kombination aus Warengruppen-Rabatten, Marken-Rabatten, Extrem-Aktionen und den neuen Markerln als kaum noch überschaubare Überforderung.
Der Streitpunkt um die Immer-Clever-Preise und das Feedback im Markt
Die Preise für die rund 3.000 betroffenen Produkte werden wöchentlich überprüft und an die Marktbedingungen führender Diskonter angepasst, wie das Unternehmen betont. Unter dem Motto BILLA kaufen, Diskonter zahlen will der Vollsortimenter die Frische und Auswahl seines Angebots mit Diskonterpreisen verbinden.
Billa erklärte gegenüber help.ORF.at, dass man mit dem „Immer Clever Preis“ auf den vielfach geäußerten Wunsch der Kundinnen und Kunden nach dauerhaft günstigen Preisen sowie mehr Orientierung, Planbarkeit und Verlässlichkeit im Alltag reagiere. Dabei seien die dauerhaft günstigen Preise von bis zu 3.000 Produkten im Markt durch eine auffällige gelbe Farbgebung schnell und einfach erkennbar gemacht worden.”
BILLA verweist in einer Stellungnahme darauf, dass man die Rückmeldungen sehr ernst nehme. Das Unternehmen erklärte zudem, dass der IMMER CLEVER PREIS
gut angenommen worden sei und man den eingeschlagenen Weg fortsetzen wolle. Die praktische Last des neuen Systems tragen derweil vor allem die Angestellten an den Kassen, die den Kundinnen und Kunden die Umstellung im Verkaufsraum erklären müssen.
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