Ein 15-jähriger Schüler der Benson Polytechnic High School in Portland im US-Bundesstaat Oregon ist nach einem Chemievorfall im Schulcafé am 8. September 2026 wegen versuchten Mordes und inländischen Terrorismus angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft warf dem Jugendlichen in einer Anhörung am 2. Oktober 2026 vor, hochgiftige Gase freigesetzt zu haben.
Die Anklage gegen den Jugendlichen umfasst insgesamt 19 Punkte, wie das Oregon Judicial Department am Freitag bestätigte. Dazu gehören zwölf Anklagepunkte wegen versuchten Mordes beziehungsweise versuchten Mordes ersten und zweiten Grades, Vorwürfe des inländischen Terrorismus im ersten Grad, das unrechtmäßige Herstellen und der Besitz einer zerstörerischen Vorrichtung, sowie die Gefährdung anderer Personen. Der Vorfall ereignete sich am Morgen des 8. September 2026 gegen 8:30 Uhr in der Kantine der Benson Polytechnic High School in Portland.
Einsatz im Schulfoyer und gesundheitliche Folgen
Nach Angaben der Portland Police Bureau reagierten Rettungskräfte der Portland Fire & Rescue sowie Polizeibeamte auf einen Notruf wegen eines medizinischen Notfalls. Schulleitung und Personal leisteten vor Ort lebensrettende Maßnahmen, als der 15-Jährige nach dem Mischen von Chemikalien im Schulfoyer kollabierte und das Bewusstsein verlor. Die Schule wurde evakuiert, und über 100 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte wurden auf angrenzenden Sportplätzen von Rettungskräften untersucht.
Die Staatsanwaltschaft erklärte in der Gerichtsverhandlung vor der Jugendrichterin Kristine Almquist, der Jugendliche habe Handschuhe, eine Schutzbrille und dunkle Kleidung getragen. Auf Überwachungsvideos sei zu sehen, wie er die Substanzen an einem Tisch mischte, während andere anwesende Personen sich die Nase zuhielten. Die Behörden identifizierten die gefährlichsten Substanzen als Schwefelwasserstoff und Blausäure. Mehrere Schüler und Mitarbeiter klagten über Atembeschwerden und Kopfschmerzen; sieben Schulmitarbeiter mussten zur Untersuchung in Notaufnahmen gebracht werden.
Ermittlungen der Bundespolizei und Reaktionen der Schulleitung
Ermittler der Polizei und des FBI durchsuchten das Wohnhaus des Verdächtigen und sicherten elektronische Geräte, Aufzeichnungen sowie chemische Reagenzien. Staatsanwalt Zimmerman gab im Gericht an, dass auf den Geräten des Schülers Schriften über Selbstverletzung, Online-Suchen nach Gewaltphantasien sowie Bezüge zu einer extremistischen Gruppierung namens 764 gefunden wurden.
"Die Auswirkungen auf unsere Schülerschaft waren von Schrecken geprägt; es ist für Kinder schwer geworden, in die Schule zurückzukehren."
Joe Mitacek, Vizedirektor der Benson High School, via Oregon Public Broadcasting (OPB)
Multnomah County Bezirksstaatsanwalt Nathan Vasquez betonte bei einer Pressekonferenz, dass die Anklagebehörde anstrebt, den Jugendlichen als Erwachsenen zu verurteilen. Vasquez kritisierte zudem die geltende Rechtslage in Oregon, wonach die Jugendgerichtsbarkeit für Minderjährige unabhängig von der Gefährlichkeit spätestens mit der Vollendung des 25. Lebensjahres endet und jegliche Überwachung erlischt.
Psychiatrische Unterbringung und nächste gerichtliche Schritte
Die Verteidigung des Jugendlichen, vertreten durch die Anwälte, legte ärztliche Gutachten vor, die eine akute Suizidgefährdung und eine schwere Depression attestieren.
"Die Familie ist dankbar, dass niemand sonst verletzt wurde, und für das schnelle Eingreifen des Schulpersonals und der Rettungskräfte. Sie bitten zu diesem Zeitpunkt um Privatsphäre, damit sie sich auf die Genesung ihres Kindes konzentrieren können."
Die Anwälte des Beschuldigten
Gerichtsdokumenten zufolge ordnete die Jugendrichterin Kristine Almquist an, den Schüler zur weiteren psychiatrischen Behandlung in eine gesicherte jugendpsychiatrische Einrichtung im Parry Center in Portland zu entlassen. Die Staatsanwaltschaft legte gegen diese Entscheidung umgehend Beschwerde ein, da sie eine Unterbringung im Jugendgefängnis Donald E. Long forderte. Eine erneute Anhörung vor einem Kreisrichter wurde für Dienstag angesetzt.
Die zuständigen Behörden teilten am Mittwoch mit, dass nach derzeitigem Ermittlungsstand davon ausgegangen wird, dass der Jugendliche allein gehandelt hat. Chief Day, die Leiterin der Portland Fire & Rescue Chief Lauren Johnson sowie die Superintendentin von Portland Public Schools Dr. Kimberlee Armstrong informierten die Öffentlichkeit im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Ermittlungen und betonten, dass keine anhaltende Bedrohung für die Schulgemeinschaft oder die Öffentlichkeit besteht.
Polizeibehörden forderten Zeugen und Personen mit relevanten Informationen auf, sich unter der E-Mail-Adresse crimetips@police.portlandoregon.gov zu melden. Bei Hinweisen soll stets das offizielle Aktenzeichen 26-262949 angegeben werden, um eine reibungslose Zuordnung im Rahmen der laufenden Ermittlungen zu gewährleisten.