Bayern München hat RB Leipzig mit 6:1 deklassiert. Trotz einer Infektionserkrankung und Hüftproblemen, die Trainer Vincent Kompany an die Bank fesselten, zeigte das Team im heimischen Stadion eine Machtdemonstration vor dem anstehenden Champions-League-Duell gegen den FC Arsenal.
Ein halbes Dutzend Treffer und eine deutliche Antwort auf die vorherigen Punktverluste: Der Rekordmeister hat auf dem Platz ein klares Signal gesendet. Nach einem 2:2 gegen den FC Augsburg und einem 3:3 bei Viking Stavanger war die Kritik im Vorfeld laut geworden, ob die Münchner in eine kleine Krise schlittern. Auf dem Rasen der Allianz Arena wischten die Spieler diese Zweifel jedoch im Eiltempo vom Tisch.
Harry Kane sagte, es sei wichtig gewesen, nach den letzten beiden Ergebnissen ein Zeichen zu setzen.
Alle happy für unseren Lucho 🥰🫶 pic.twitter.com/QL9EK0fsOm
Vincent Kompanys ungewohnter Platz auf der Bayern-Bank
Während seine Mannschaft auf dem Rasen dominierte, erlebte Trainer Vincent Kompany die Partie von einem ungewohnten Beobachtungsposten aus. Der belgische Übungsleiter verfolgte das Geschehen sitzend auf der Ersatzbank, bediente sich zeitweise eines Tablets und klatschte bei den Treffern ab. Die sportliche Führung gab nach dem Abpfiff Einblicke in die gesundheitliche Verfassung des Cheftrainers.
Sportvorstand Max Eberl erklärte, dass Kompany bereits die gesamte Woche über von einem hartnäckigen Virus geplagt wurde und sich durch die Tage quälen musste. Zu dem Infekt gesellten sich zudem akute Hüftprobleme. Um die schmerzhaften Treppenstufen des Spielertunnels zu meiden, nutzte der Trainer stattdessen eine ebenerdige Tür im Stadion-Eck. Auf dem Weg in die Kabine und zurück zum Rasen schonten ihn die physischen Beschwerden sichtlich. Erst nach dem Schlusspfiff ließ es sich Kompany nicht nehmen, langsamen Schrittes den Rasen zu betreten, um den dreifachen Torschützen Luis Díaz im Mittelkreis persönlich zu umarmen.
Er ist auch nicht mehr der Jüngste, ne?! Das sieht nicht gut aus, ehrlicherweise.
Joshua Kimmich, Mittelfeldspieler
Ob Kompany beim anstehenden Champions-League-Duell gegen den FC Arsenal am kommenden Mittwoch wieder an der Seitenlinie agieren kann oder erneut von Assistent Aaron Danks vertreten wird, bleibt offen. Eberl betonte, dass der Coach zwar definitiv vor Ort sein werde, über dessen genaue Rolle jedoch noch entschieden werden müsse.
Luis Díaz feiert Hattrick und Harry Kane bricht Marke gegen Leipzig
Auf dem Spielfeld lief die Offensivabteilung der Münchner derweil auf Hochtouren. Überragender Akteur des Abends war der Kolumbianer Luis Díaz, der einen Hattrick schnürte und zudem einen Treffer mustergültig vorbereitete. Nach schwankenden Leistungen zu Saisonbeginn zeigte sich Mittelfeldmotor Joshua Kimmich voll des Lobes für seinen Mitspieler.

Lucho war sicherlich der Mann des Abends.
Joshua Kimmich, Mittelfeldspieler
Neben Díaz drückte auch Harry Kane der Partie seinen Stempel auf. Der englische Torjäger absolvierte sein 100. Bundesliga-Spiel für den FC Bayern und krönte das Jubiläum mit seinem 102. Treffer im deutschen Oberhaus. Die weiteren Tore zum 6:1-Endstand steuerten Aleksandar Pavlović, der in Stavanger gesperrte Michael Olise sowie in der Schlussphase Andrija Maksimović bei, der für die Gäste aus Leipzig traf.
Personalprobleme und der Blick auf das Arsenal-Spiel
Trotz der glanzvollen Gala trüben einige personelle Fragezeichen die Vorbereitung auf die europäische Königsklasse. Michael Olise fehlt den Bayern am Mittwoch gegen Arsenal gesperrt, da er im vorherigen internationalen Spiel in Stavanger die Rote Karte gesehen hatte. Auch hinter dem Einsatz von Torhüter Manuel Neuer steht ein dickes Fragezeichen. Der Kapitän musste wegen einer leichten Flüssigkeitsansammlung im Fuß bereits die letzten Partien pausieren.
Max Eberl stufte die Blessur als nichts Dramatisches ein, ließ jedoch offen, ob der Torhüter rechtzeitig fit wird. Sollte Neuer erneut passen müssen, steht der 23-jährige Jonas Urbig bereit, der bereits gegen Leipzig zwischen den Pfosten stand. Gleichzeitig profitieren die Münchner in der Tabelle von dem Patzer von Borussia Dortmund, das gegen Union Berlin nur ein torloses Remis holte, womit die Bayern am BVB vorbeizogen.
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