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Unterhaltung

Bard-College-Präsident Leon Botstein tritt nach Epstein-Vorwürfen zurück

Leon Botstein hat nach mehr als 50 Jahren an der Spitze des Bard College alle Ämter niedergelegt, nachdem E-Mails aus den Epstein-Akten auftauchten. Demokratische Politiker des US-Repräsentantenhauses fordern nun Ermittlungen des Justizministeriums wegen möglicher Verwicklungen in Sextrafik.

Das umstrittene E-Mail und die Forderung nach Ermittlungen

Der ranghöchste Demokrat im Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses, Jamie Raskin, hat gemeinsam mit Abgeordneten der Demokraten das Justizministerium und das FBI aufgefordert, gegen den ehemaligen Präsidenten des Bard College, Leon Botstein, als potenziellen Mitverschwörer von Jeffrey Epstein zu ermitteln. Auslöser ist ein Dokument aus den im Januar veröffentlichten Epstein-Akten des Justizministeriums, dessen Absender damals zunächst geschwärzt worden war.

In der Nachricht aus dem Mai 2014, die laut Kongressabgeordneten von einer Bard-Adresse des Präsidenten verschickt wurde, wandte sich der Hochschulleiter direkt an den verurteilten Sexualstraftäter. E-Mails und Nachrichten, die dem Justizausschuss vorliegen, zeigen, dass Epstein die junge Frau im Laufe des Jahres 2014 umworben und ihr Ratschläge sowie Unterstützung für ihre Ausbildung und Karriere in den Vereinigten Staaten anbot. Im Mai jenes Jahres schickte Epstein Jane Doe zu einem Treffen mit Botstein, um angeblich ihre musikalischen Fähigkeiten zu bewerten und ihr Bildungshinweise zu geben. Die demokratischen Ausschussmitglieder erklärten hierzu, dass Epstein seine Beziehung zu Botstein nutzte, um Jane Doe zu überzeugen, eine erfolgreiche musikalische Laufbahn einzuschlagen.

Bard-College-Präsident Leon Botstein tritt nach Epstein-Vorwürfen zurück
Foto: midhudsonnews.com

„Ist [Jane Doe] für mich bestimmt, oder behältst du sie für dich?“

Leon Botstein, ehemaliger Präsident des Bard College

Die Parlamentarier argumentieren in ihrem Schreiben an Generalstaatsanwalt Todd Blanche und FBI-Direktor Kash Patel, dass dieses Material zusammen mit weiteren Nachrichten den Verdacht der Sextrafik begründe. Sie werfen den Bundesbehörden vor, das Beweismittel mindestens 18 Monate lang besessen zu haben, ohne entsprechende Schritte einzuleiten. Botstein wies die Vorwürfe zurück und erklärte über einen Sprecher, er habe die betreffende E-Mail nicht verfasst oder verschickt.

Der Rücktritt von allen Ämtern am Bard College

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Korrespondenz zog Botstein die Konsequenzen und trat von allen verbliebenen Ämtern an der Hochschule zurück. Dazu zählten seine Professur, Positionen in Musikprogrammen der Institution sowie seine künstlerische Co-Leitung des Bard Music Festival, die Leitung von The Orchestra Now und des American Symphony Orchestra.

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Brandon Weber, der Vorsitzende des Kuratoriums des Bard College, teilte mit, dass das Exekutivkomitee den Rücktritt einstimmig angenommen habe. Die Hochschule unternehme eine vollständige Überprüfung der Vorwürfe und kooperiere mit den Ermittlungen des Kongresses. Botstein selbst begründete diesen Schritt damit, dass er die von ihm über ein halbes Jahrhundert lang geprägte Einrichtung keinem Risiko aussetzen wolle.

„Aber ich möchte nicht zulassen, dass auch nur falsche Anschuldigungen gegen mich die Institution, der ich mehr als ein halbes Jahrhundert lang gedient habe, in irgendeine Gefahr bringen. Deshalb habe ich dem Kuratorium zu diesem Zeitpunkt meinen Rücktritt eingereicht, um Bard vor jeglicher Ablenkung zu schützen.“

Leon Botstein, ehemaliger Präsident des Bard College

Finanzielle Verbindungen und Whistleblower-Vorwürfe

Die Untersuchung des Ausschusses beleuchtet zudem finanzielle Verflechtungen zwischen dem früheren Hochschulpräsidenten und dem Netzwerk des Investmentbankers. So hatte Botstein 150.000 US-Dollar für Beratungsleistungen von Epsteins wohltätiger Organisation Gratitude America angenommen. Botstein erklärte 2023 dazu, das Geld als Teil einer Millionenspende an das College weitergereicht zu haben; eine beauftragte Anwaltskanzlei konnte dies jedoch nicht verifizieren.

Parallel dazu berichteten Abgeordnete über Aussagen von mehr als einem Dutzend Whistleblowern, die von einer jahrzehntelangen Kultur des unbestraften Fehlverhaltens an der Hochschule sprachen. Die Vorwürfe richten sich gegen den Umgang mit internen Beschwerden während Botsteins Amtszeit, während die Hochschulleitung betonte, dass die Zuständigkeiten für Title-IX-Verfahren seit dem Schuljahr 2015/16 organisatorisch neu geregelt wurden.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

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