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Unterhaltung

Activision-Chef Bahl spricht von „Call of Duty Tax“ bei MW4”

Activision-Marketingchef Tyler Bahl gab am 15. Oktober 2026 bekannt, dass zukünftige Titel der „Call of Duty“-Franchise nach Feedback der Spielerschaft zu völlig neuen Sub-Franchises wechseln werden. Die Ankündigung erfolgt im Vorfeld der Veröffentlichung von Call of Duty: Modern Warfare 4 am 23. Oktober für PlayStation 5, Xbox Series X/S, PC und Nintendo Switch 2.

Activision hat am 15. Oktober 2026 bestätigt, dass die Ego-Shooter-Reihe Call of Duty nach dem diesjährigen Titel zu einer völlig neuen Untermarke wechseln wird. Chief Marketing Officer Tyler Bahl begründete diesen Schritt mit Rückmeldungen aus der Spielerschaft, die eine Abkehr von den aufeinanderfolgenden Fortsetzungen der bekannten Marken fordert.

In den Gesprächen mit der Öffentlichkeit betonte das Unternehmen, dass die treue Community der Grundpfeiler des Erfolgs ist. Laut Bahl schätzen Spieler vor allem das gemeinsame Erlebnis mit Freunden. Der Publisher hob in diesem Zusammenhang hervor, dass riesige Spiele wie Call of Duty neben eigenständigen Werken unabhängiger Studios ebenfalls fest zur übergeordneten Strategie des Hauses gehören.

Das Ende der Modern-Warfare-Ära und die Kritik an jährlichen Fortsetzungen

In den vergangenen Jahren setzte der Publisher auf einen festen Rhythmus, bei dem sich Modern Warfare und Black Ops jährlich abwechselten. Auf Call of Duty: Modern Warfare 2 im Jahr 2022 folgte 2023 Modern Warfare 3. Im Anschluss erschienen Black Ops 6 im Jahr 2024 sowie Black Ops 7 im darauffolgenden Jahr.

Tyler Bahl erklärte gegenüber Kotaku: „Das war nicht das, wonach unsere Community gesucht hat. Sie wollten etwas Frisches, und auch wenn es verschiedene Zeiteinstellungen und Möglichkeiten gab, das Spiel mit neuen Features zu spielen, so haben sie sich doch diesen Wandel im Tonfall gewünscht. Wir haben also bereits erklärt, dass ein zukünftiger Titel eine neue Sub-Franchise sein wird, und wir haben bereits den Grundstein dafür gelegt. Aber wir freuen uns wirklich sehr auf Modern Warfare 4, und das greift einen Teil dieses Feedbacks auf.

Die darauffolgenden Veröffentlichungen blieben hinter den kommerziellen und kritischen Erwartungen zurück. Das im Vorjahr veröffentlichte Black Ops 7 gilt als kommerzielle Enttäuschung für den Konzern. Zudem entzog Microsoft dem Spiel kurzfristig die Aufnahme in den Xbox Game Pass, was dem Unternehmen schätzungsweise 300 Millionen US-Dollar an Einnahmen kostete. Auch die Kaufabsicht der Spielerschaft sank laut Daten von Circana-Analyst Mat Piscatella von 21 Prozent bei Black Ops 7 auf 15 Prozent für das kommende Modern Warfare 4.

Bereits im Jahr 2021 erschien mit Call of Duty: Vanguard von Sledgehammer Games ein Titel, der außerhalb dieser beiden bekannten Reihen stand und damals ebenfalls hinter den kommerziellen Erwartungen zurückblieb. Für spätere Jahre sind bereits neue Projekte in Planung; so hat Treyarch signalisiert, an einer völlig neuartigen Erfahrung zu arbeiten, während Sledgehammer Games für 2027 als leitendes Entwicklerstudio für eine mögliche neue Subserie gehandelt wird.

Activision-Chef Bahl spricht von „Call of Duty Tax“ bei MW4”
Foto: The Game Business

Der Einfluss des Call of Duty Tax auf Medienwertungen

Tyler Bahl begründete die oft durchwachsenen Kritiken der Fachpresse mit dem Phänomen eines sogenannten Call of Duty tax. Wegen der langen Historie und des jährlichen Veröffentlichungszyklus vergesse die Öffentlichkeit bisweilen die enorme Arbeitsleistung von rund 4.500 Mitarbeitern, die an dem Franchise arbeiten.

Tyler Bahl sagte laut Kotaku: „Wir bekommen die Berichterstattung, aber wir nennen es die ‚Call of Duty‘-Steuer, wenn wir an die Testberichte oder die Rezeption denken. Es gibt offensichtlich eine Menge Fandom rund um Indie-Spiele und Begeisterung für neue Spiele, die jeden Tag auf Steam auftauchen. Und Call of Duty ist schon sehr lange da, und deshalb vergessen die Leute manchmal, dass so viel Arbeit in die Herstellung dieser Spiele fließt. Hier arbeiten 4.500 Mitarbeiter, die versuchen, das bestmögliche Erlebnis zu schaffen.

Zahlen von Ampere Analysis belegen einen Rückgang der monatlich aktiven Spieler im Vergleich zu den Vorjahren. Während die Spielerzahlen 2024 konstant bei rund 40 Millionen lagen, sanken sie im Sommer 2026 auf etwa 20 Millionen. Lediglich die überraschende Veröffentlichung von älteren Klassikern wie Black Ops 1 und 2 konnte den Abwärtstrend zeitweise abfedern.

Die Veröffentlichung von Modern Warfare 4 und das Wettbewerbsumfeld

Call of Duty: Modern Warfare 4 erscheint am 23. Oktober 2026. Vorbesteller der Early-Access-Edition erhalten bereits ab dem 16. Oktober Zugang zur Kampagne. Erstmals seit 2013 erscheint ein Serienteil damit auch wieder auf einer Nintendo-Plattform, der Nintendo Switch 2, die Bahl als begleitendes Erlebnis bezeichnet.

Das Marketingumfeld im Spätherbst 2026 gilt als äußerst kompetitiv. Neben dem Shooter positionieren sich im November zwei weitere Großprojekte: das Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time am 5. November sowie Rockstars Grand Theft Auto VI am 19. November. Activision zeigt sich jedoch optimistisch, dass die mediale Aufmerksamkeit für diese Blockbuster dem gesamten Markt und damit auch Call of Duty zugutekommen wird.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

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