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Sport

ÖFB einigt sich mit Schöttel auf Vertragsauflösung

Der Österreichische Fußball-Bund hat sich mit dem ehemaligen Sportdirektor Peter Schöttel auf eine einvernehmliche Vertragsauflösung geeinigt. Aufsichtsratschef Josef Pröll gab den Schritt in Dublin bekannt. Parallel dazu startete der Verband den offenen Ausschreibungsprozess für die Nachfolge.

Nach wochenlanger Vakanz seit seiner Freistellung im September ist das Kapitel Peter Schöttel beim Österreichischen Fußball-Bund auch formal beendet. Die einvernehmliche Vertragsauflösung wurde am Mittwoch erzielt, wie Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll am Rande des Nations-League-Gastspiels gegen Irland vor Medienvertretern bestätigte. Schöttel stand seit Oktober 2017 an der Spitze der sportlichen Abteilung des Verbands und besaß zuletzt einen unbefristeten Vertrag. Der 59-Jährige verfügte über einen unbefristeten Vertrag, und am Mittwoch sei schließlich eine einvernehmliche Lösung erzielt worden.

Das Arbeitsverhältnis war nach neunjähriger Amtszeit bereits rund drei Wochen vor der endgültigen Regelung beendet worden, doch rechtliche Fragen zur Abwicklung standen noch im Raum. Es ist auch wichtig für uns, in diesem Thema abzuschließen, erklärte Pröll in Dublin, wo er die Neuordnung der sportlichen Führung des ÖFB vorantrieb.

ÖFB
Foto: Kurier

Ernst & Young und offene Ausschreibung bis 23. Oktober

Im Zuge der Neuausrichtung geht der Verband einen gänzlich anderen Weg als bei früheren Personalentscheidungen. Die Ausschreibung der Stelle läuft seit Donnerstag öffentlich, wobei Interessenten ihre Bewerbungen bis zum 23. Oktober einreichen können. Neben den eingehenden Bewerbungen sollen potenzielle Kandidaten direkt angesprochen werden, wobei ein Schöttel-Nachfolger laut Pröll noch in diesem Jahr feststehen soll. Die endgültige Entscheidung trifft der Aufsichtsrat noch heuer.

  • Fußballkompetenz: Das Kerngeschäft des Sports muss im Fokus stehen, da Fußballkompetenz die Grundlage bildet.
  • Managementqualität: Ein proaktives Einbringen von Ideen – lieber eine Idee zu viel einbringen als eine zu wenig – und strategischer Weitblick sind gefordert.
  • Integrationsfähigkeit: Die Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen und zu verstehen, dass Spitzensport ohne Breitensport nicht funktionieren kann.

Pröll schloss im ORF-Interview in Dublin auch eine Frau als neue Sportdirektorin nicht aus und betonte, dass man keine reinen Netzwerk-Entscheidungen treffen wolle. Der ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende betonte zudem, dass Machtpolitik der Vergangenheit angehören und man jemanden suchen solle, der als Architekt für die sportliche Zukunft gestaltet statt verwaltet.

Ralf Rangnick über das Profil und die Suche nach dem Nachfolger

Teamchef Ralf Rangnick äußerte sich am Mittwochabend auf seiner Abschlusspressekonferenz vor dem Nations-League-Gastspiel des ÖFB-Teams in Dublin gegen Irland ebenfalls zur Vakanz. Vielmehr liegt diese in den Händen des Aufsichtsrates mit Pröll an der Spitze.

ÖFB einigt sich mit Schöttel auf Vertragsauflösung
Foto: LAOLA1

Wenn mich überhaupt jemand fragt nach der Position des neuen Sportdirektors, dann wünsche ich mir den bestmöglichen, den es geben kann.

Ralf Rangnick, ÖFB-Teamchef, via LAOLA1

Sein Credo in den vergangenen 15 Jahren, seit seiner Tätigkeit bei 1899 Hoffenheim, laute stets Best man for the job, erklärte er und fügte hinzu, dass er es auch jetzt so sehe.

Entscheidung im Aufsichtsrat und Gehaltsrahmen

Der finanzielle Rahmen für die Position orientiert sich an den Konditionen des Vorgängers. Beim Gehalt dient Schöttels Vertrag als Richtwert, wobei KURIER-Informationen zufolge rund 200.000 Euro brutto pro Jahr gezahlt wurden. Laut Pröll gebe es jedoch etwas Spielraum für sehr interessante Persönlichkeiten, während sich an der Stellung im Verband nichts ändert. Zum Vergleich: Der Teamchef erhält das Zehnfache.

ÖFB einigt sich mit Schöttel auf Vertragsauflösung
Foto: Heute

Die Personalauswahl folgt einem gestuften Verfahren. Nach dem Ende der Bewerbungsfrist am 23. Oktober folgen Screening und Gespräche, und im November soll eine Shortlist stehen. Diese Kandidaten werden zu Hearings eingeladen, vor einem fünfköpfigen Gremium aus Pröll, seinen beiden Stellvertretern im Aufsichtsrat (Johannes Wutzlhofer und Philip Thonhauser) sowie den Geschäftsführern Bernhard Neuhold und Thomas Hollerer. Die endgültige Entscheidung trifft der Aufsichtsrat noch heuer.

Der neue Sportdirektor kann so die Sportstrategie 2027 bereits mitgestalten. Pröll äußerte sich im Vorfeld auch zu den überraschenden Momenten einer solchen Personalentscheidung mit den Worten: „Eine Personalentscheidung ist oftmals sehr überraschend“ und „Ich war etwas überrascht, als ich gehört habe, dass früher Menschen in Positionen kamen, die gesagt haben: Wir fangen jetzt einmal an, dann werden wir sehen“.””

Heimische Top-Kandidaten wie Christoph Freund vom FC Bayern oder Andreas Schicker von der TSG Hoffenheim fallen jedoch so schnell weg, da sie in Deutschland weit mehr Geld lukrieren.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

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