Mit der Ausstrahlung der zweiten Episode von Staffel 29 greift die Animationsserie South Park den Boom von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, Tech-Milliardäre und den US-Präsidenten Donald Trump auf. Die Folge erzielte nach dem jüngsten Emmy-Erfolg hohe Abrufzahlen und setzte auf provokante satirische Stilmittel.
Butters kämpft gegen Rechenzentren und Milliardäre
In der am 30. September 2026 ausgestrahlten Episode der aktuell unter dem Titel South America laufenden Serie zieht Figur Butters in den Konflikt gegen eine neue Welle von Tech-Vermögenden. Die Handlung setzt ein, als Rechenzentren im Garten des Jungen platziert werden und dort so viel Strom verbrauchen, dass sein Fernseher ausfällt und er an der Entspannung durch seine Lieblingsvideos mit Dr. Pimple Popper gehindert wird. Laut Deadline führt der verärgert reagierende Butters aus, dass die kleinen Weenie-Milliardäre sämtliche Ressourcen aufsaugen und nichts übrig lassen. Der Branchenbeobachter The Hollywood Reporter hob hervor, dass die Reihe damit scharfe Kritik an der Tech-Welt übt, während Variety und The Guardian ergänzen, dass sich die Anführer der Weenies in einer kleinen Sied namens Billionaire Weenietown über Tech-Vermögende äußerten, die sich nicht an das traditionelle Stillschweigen halten.

Die Schöpfer Trey Parker und Matt Stone schlossen zuvor einen Vertrag im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar mit Paramount ab, der sie selbst zu Milliardären machte. In der von Eric Stough, Adrien Beard, Bruce Howell und Vernon Chatman produzierten Sendung betreiben die Figuren Data-Center, die so viel Energie verbrauchen, dass die Einwohner von South Park stark eingeschränkt werden. Der Anführer der Weenies beklagt in der Folge, dass mittlerweile so viele Milliardäre existieren, dass sie anfangen, die Menschen zu nerven, und erinnert daran, dass man der Strategie folgen müsse, unauffällig zu bleiben. Als Butters einen Kammerjäger zur Bekämpfung ruft, öffnet er die Tür und erklärt dem Arbeiter, dass täglich neue Milliardäre auftauchen, die sich auf Podcasts streiten.
Während Butters den Kampf gegen die sogenannten Milliardärs-Weenies aufnimmt, streiten sich seine Eltern über die Ursachen für die Haltung ihres Sohnes. Der Vater macht dafür die Masernimpfung verantwortlich, die Butters für den Schulbesuch benötigte, und wirft seiner Partnerin vor, sich keine Zeit für Podcasts genommen zu haben, weshalb ihr Kind nun ein Libtard sei. Die als Invasion dargestellten Milliardäre residieren in einer Siedlung namens Billionaire Weenietown und sorgen durch öffentliche Auftritte in Podcasts etwa bei Joe Rogan für Spannungen in der Nachbarschaft, wobei NME und The Mirror anmerken, dass die Serie hierbei pestähnliche Kammerjäger und alteingesessene Weenies zeigt, die sich gegen die neuen Podcast-Bros verbünden. Weil sich einige Weenies in öffentliche Streitigkeiten mit Prominenten wie Mark Ruffalo und Macklemore verstricken, kaufen sie kurzerhand lokale Medien auf, um ein besseres Image zu erzeugen.
Deepfake-Präsident Trump in der Episode
Am Ende der Episode greift die Serie die Kontroverse um den US-Präsidenten Donald Trump auf. In einer von Deepfake-Technologie gestützten Szene sitzt der Präsident auf der Toilette, während im Hintergrund Ausschnitte aus seinen öffentlichen Ansprachen zu hören sind. The Mirror und The Guardian beschrieben detailliert den Gang des US-Präsidenten in eine öffentliche Toilette und die anschließende Flucht des kleinen Körperteils.
Aus der Kleidung des digitalen Präsidenten löst sich daraufhin eine animierte Genitaldarstellung, die den Song We’re In the Money
anstimmt und vom Schauplatz davonfliegt. Das Magazin Variety und weitere Medien berichteten über diese Sequenz, die an die provokanten Auftritte des Vorjahres anknüpft und zu den schärfsten satirischen Darstellungen des Weißen Hauses in dieser Staffel zählt. Das US-Präsidialamt hatte laut HuffPost frühere Darstellungen als viertklassig und seit über zwanzig Jahren irrelevant kritisiert.

Die Autoren erklärten im vergangenen Jahr, dass sie politische Themen aufgreifen, weil die Politik selbst zu Popkultur geworden sei und Tabus anziehe. Die Serie erhielt im Vorfeld der neuen Folgen außerdem den ersten Emmy als beste Animationsserie seit 2013, wobei Executive Producer neben Parker und Stone auch Anne Garefino und Frank C. Agnone II sind.
Reichweite und umstrittener Serienname
Die 29. Staffel verzeichnet starke Reichweiten. Das Premierenepisode erreichte in den ersten drei Tagen nach dem Start 4,2 Millionen plattformübergreifende Zuschauer in den Vereinigten Staaten über Comedy Central und Paramount+. Die Einschaltquoten in der Zielgruppe der 18- bis 49-Jährigen übertrafen den Vorjahresstart um 33 Prozent. Nickalive bezifferte den Zuwachs beim P18-49-Rating auf plus 33 Prozent im Vergleich zur Vorjahrespremiere, während der Marktanteil in dieser demografie um 20 Prozent stieg.

Die Namensänderung in South America geht auf eine Initiative der Schöpfer Trey Parker und Matt Stone zurück, die am 8. September per Ankündigung erklärten, dass man sich von der Tapferkeit und dem Patriotismus von Unternehmen wie Apple und Google inspirieren lasse. Damit reagierten sie auf die Bemühungen von Präsident Donald Trump, bekannte US-Orte und Gewässer wie die Halbinsel New Mexico, den Golf von Mexiko oder den Ontariosee umzubenennen. In der ersten Folge der Staffel „South American Biker Gangs“ war außerdem ein neuer Originalsong mit dem Titel „We Are South America“ zu hören, den Country-Musiker Brad Paisley beisteuerte. In der vorangegangenen Verleihung bei den Emmy Awards gewann das Format seine erste Auszeichnung als beste Animationsserie seit 2013 und untermauerte damit seine Stellung im US-Kabelfernsehen.
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