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Welt

US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle soll Sturz rumänischer Regierung angedeutet haben

Die US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle, steht in der Kritik, nachdem Berichte über eine Drohung gegenüber einem griechischen Regierungsmitglied bekannt wurden. Laut einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) soll Guilfoyle dem griechischen Energieminister Stavros Papastavrou gegenüber angedeutet haben, dass die USA in der Lage seien, Regierungen zu Fall zu bringen.

US-Botschafterin in Griechenland soll Sturz der rumänischen Regierung angedeutet haben

Bei einem Abendessen in Athen im März dieses Jahres soll die Diplomatin gegenüber Papastavrou erklärt haben: Wir können das in jedem Land machen bzw. Wir können das in jedem Land tun, in dem wir wollen. In Bezug auf die Situation in Griechenland soll sie hinzugefügt haben: Wir können das auch hier machen. Der Energieminister soll daraufhin erwidert haben, dass die USA die von den Wählern gewählte griechische Regierung nicht einfach auflösen könnten.

Verbindung zum Regierungssturz in Rumänien

Das Wall Street Journal bringt diese Äußerungen mit dem Zusammenbruch der proeuropäischen Koalitionsregierung in Rumänien im Mai in Verbindung. Diese Ereignisse stürzten das Land in politische Turbulenzen. Rumänische Medien interpretierten die Aussagen der Botschafterin nach der Veröffentlichung des WSJ-Berichts als Geständnis einer US-Involvierung bei der Absetzung der Regierung unter Ilie Bolojan.

US Ambassador Guilfoyle: US Helped Bring Down Romanian Government over US Gas Import Prices

Recherchen rumänischer Medien weisen auf folgende zeitliche und politische Zusammenhänge hin:

  • Die proeuropäische Regierung in Rumänien hatte es abgelehnt, eine Absichtserklärung über den jährlichen Kauf von 1,4 Millionen Tonnen US-Gas in einen verbindlichen Vertrag zu überführen.
  • Am 31. März wurde Kimberly Guilfoyle in Bukarest dabei gesichtet, wie sie mit dem Vorsitzenden der PSD-Partei in einem Restaurant speiste.
  • Sechs Tage nach diesem Treffen verbündete sich die PSD mit der pro-russischen AUR-Partei und brachte ein Misstrauensvotum ein, welches die Regierung Bolojan schließlich zu Fall brachte.

Dementis und politische Reaktionen

Die Beteiligten weisen die Vorwürfe zurück. Der Anwalt von Kimberly Guilfoyle bestreitet die Darstellung des Wortwechsels mit dem griechischen Minister. Auch die rumänischen Parteien PSD und AUR dementieren eine Beteiligung Guilfoyles am Regierungssturz. Die AUR-Partei verwies darauf, dass 281 Abgeordnete gegen die Regierung gestimmt hätten.

US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle soll Sturz rumänischer Regierung angedeutet haben
Foto: 20min.ch

PSD-Vorsitzender Sorin Grindeanu bestritt am Montag, dass bei dem Treffen am 31. März in Bukarest über Gasverträge gesprochen worden sei. An diesem Treffen sollen neben Grindeanu auch der Energieminister Bogdan Ivan sowie der Präsidentschaftsberater Florin Vlădică teilgenommen haben. Grindeanu bezeichnete die Behauptungen über eine Vereinbarung mit den USA zur Absetzung der Regierung Bolojan als falsch und erklärte, Ilie Bolojan sei durch die Rumänen abgesetzt worden, die das Land schlecht regiert sahen.

Trump Ambassador Reportedly Said U.S. Could Topple Governments #KimberlyGuilfoyle #Trump #Greece

Grindeanu kritisierte die abgesetzte Regierung zudem als die anti-amerikanischste Regierung seit der Revolution und warf ihr vor, Handelsbeziehungen zerstört zu haben. Zudem bemängelte er, dass die Gasspeicher vor dem Winter unter 80 % lägen.

Hintergrund zu Kimberly Guilfoyle und Wirtschaftsinteressen

Kimberly Guilfoyle, eine ehemalige Moderatorin von Fox News, wurde 2025 vom US-Präsidenten zur Botschafterin für Griechenland ernannt. Bis 2024 war sie mit Donald Trump Jr. verlobt. Letzterer stand in diesem Jahr in der Kritik, da seine Hochzeitsfeierlichkeiten offenbar von einem russischen Oligarchen finanziert worden waren.

US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle soll Sturz rumänischer Regierung angedeutet haben
Foto: Derstandard

Dem Bericht des WSJ zufolge nutzt Guilfoyle ihre Position offenbar, um Balkanstaaten zum Kauf von US-Flüssigerdgas (LNG) zu bewegen. Dies soll über das griechische Unternehmen Aktor Group geschehen. In diesem Zusammenhang soll sie gemeinsam mit Christos Marafatsos, einem Lobbyisten von Aktor, Treffen mit Regierungsvertretern führen, wobei Marafatsos‘ Rolle als Vertreter von Aktor nicht immer deklariert werde.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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