Insgesamt 14 protestierende Studierende, Aktivisten und Oppositionelle sind in Serbien Berichten zufolge seit Jahresbeginn ins Visier der Spionagesoftware Pegasus geraten. Betroffene und Fachleute äußerten den Verdacht auf illegale Überwachung, während die serbische Parlamentspräsidentin Ana Brnabic die Vorwürfe strikt bestritt.
Die aus Israel stammende Überwachungssoftware Pegasus sorgt derzeit auf dem Balkan und über die Region hinaus für heftige Diskussionen. Das von der israelischen NSO Group angebotene Programm soll in Serbien gezielt eingesetzt worden sein, um Mobiltelefone von Regierungskritikern und Demonstrierenden auszuspähen.
Protestierende Studierende und Oppositionelle im Visier
Die Betroffenen selbst machten die mutmasslichen Lauschangriffe öffentlich. Vertreter der Studentenproteste, die sich seit Ende 2024 formiert hatten, traten gemeinsam mit Aktivisten und Politikern an die Öffentlichkeit, um ihre Erkenntnisse auf einer Pressekonferenz vorzustellen.
Insgesamt 14 Personen, darunter Studierende und Angehörige der Opposition, sollen von den heimlichen Zugriffen auf ihre Geräte betroffen sein. Zu den öffentlich Bekannten gehört auch Radomir Lazovic, Abgeordneter der oppositionellen Grünen-Linken-Front, der bestätigte, dass sein Smartphone ebenfalls Ziel von Spionageversuchen war.
Fachleute und internationale Organisationen bestätigen den Verdacht
Der Vorwurf stützt sich nicht allein auf Vermutungen. Fachleute und internationale Menschenrechtsorganisationen haben die Angriffe auf die digitalen Geräte untersucht und den Einsatz der Schadsoftware verifiziert.
Wie Ela Zekovic von der Fakultät für Politikwissenschaft erläuterte, wurde der Einsatz der Software vom Citizen Lab der Universität von Toronto sowie von Amnesty International bestätigt. Bereits im Jahr 2020 war der verdeckte Einsatz von Pegasus in verschiedenen europäischen Ländern aufgedeckt worden.
Scharfe Dementis aus dem Parlament
Die serbische Regierung weist die Anschuldigungen entschieden zurück. In einer ersten Reaktion der staatlichen Institutionen bezog Parlamentspräsidentin Ana Brnabic Stellung zu den Vorwürfen.

Diese knappe Entgegnung erklärte sie gegenüber dem TV-Sender Euronews am Vorabend der Pressekonferenz, womit sie jegliche staatliche Verwicklung in die mutmasslichen Lauschangriffe auf die Smartphones der Oppositionellen zurückwies.
Weiterlesen