Ein Grossaufgebot der Kantonspolizei St. Gallen hat in der Nacht auf Samstag das Schulhaus Wartegg in Goldach evakuiert. Ausgelöst wurde der Einsatz durch Meldungen über angebliche Schüsse während eines Schulfestes. Rund 300 Personen wurden in Sicherheit gebracht. Die Polizei gab schliesslich Entwarnung; es gibt keine Hinweise auf Schüsse oder Verletzte.
Am späten Freitagabend erlebte die Gemeinde Goldach einen Grossalarm, der Hunderte Menschen in Angst versetzte. Am Freitagabend waren in Goldach bei bestem Spätsommerwetter viele Menschen auf den Beinen: Zum einen fand der Dorfbummel mit einem bunten Programm für Gross und Klein statt, der gemäss der offiziellen Website Gewerbe und Vereine der Gemeinde zusammenbringt. Zum anderen ging auch das Sommerfest der Oberstufe über die Bühne. Doch plötzlich schlug die Stimmung um – es kam zu einem umfassenden Polizeieinsatz, und Sirenen waren zu hören. Erste, unbestätigte Informationen machten die Runde. Es ging angeblich Gefahr von einem Mann aus, der ein Messer, möglicherweise gar eine Machete, bei sich trug. Auch Schüsse sollen zu hören gewesen sein, hiess es. Derweil wurden Menschen im Umfeld des Einsatzes gebeten, sich in umliegende Restaurants zu begeben, so beispielsweise ins «Noa», und dort zu bleiben. Die Rede war auch von auf der Strasse rennenden Jugendlichen, die offenbar auf der Suche nach einem Zufluchtsort waren.
Grosseinsatz und Evakuierung am Schulhaus Wartegg
Beim Oberstufenzentrum Goldach SG war am Freitagabend ein Grosseinsatz der Kantonspolizei St. Gallen im Gange. Um 20.20 Uhr gingen bei der Notruf- und Einsatzleitzentrale mehrere Meldungen von angeblichen Schüssen ein, die zur Zeit verifiziert werden mussten. Flankiert von mehreren Patrouillen und diversen Spezialeinheiten der Kantonspolizei St. Gallen sowie von benachbarten Polizeikorps rückten die Einsatzkräfte an. Ein 20-Minuten-News-Scout, der nach eigenen Angaben «in der Nähe des Geschehens» wohnt, schrieb: «Ich habe mehrere Schüsse gehört.» Es war das Heulen von Sirenen zu hören, über dem Gebiet kreisten mehrere Helikopter, berichtete er weiter. Er habe Rufe der Schülerinnen und Schüler sowie der Einsatzkräfte gehört. Ein weiterer News-Scout beobachtete die «grosse Polizeipräsenz» und berichtete: «Mehrere Polizisten mit Waffen und umfangreicher Ausrüstung waren an verschiedenen Orten unterwegs. Man konnte Goldach nicht mehr normal mit dem Auto verlassen.» Diverse Strassen wurden im Rahmen des Einsatzes zumindest zeitweilig gesperrt.
Als Vorsichtsmassnahme wurden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen zunächst im Schulhaus Wartegg in Sicherheit gebracht und dort von der Polizei betreut. Die Schule hatte die Eltern zuvor informiert und sie gebeten, nicht zum Oberstufenzentrum zu kommen. Die Schülerinnen und Schüler wurden von der Polizei mit erhobenen Händen evakuiert. Um kurz nach 01:00 Uhr morgens evakuierte die Polizei das Schulhaus schliesslich. Die rund 300 anwesenden Personen konnten nach Hause entlassen und mit den wartenden Eltern vereint werden.
Keine Schüsse gefallen und Entwarnung durch die Polizei
Die Polizei beendete den Einsatz in den frühen Morgenstunden und hielt fest, dass nach jetzigem Kenntnisstand keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Die Kantonspolizei hat keine Hinweise gefunden, die darauf hindeuten, dass es zu Schussabgaben gekommen ist. Die wahrgenommenen Knallgeräusche stammten mutmasslich von pyrotechnischen Gegenständen. Verletzt wurde bislang niemand; bis anhin gibt es keine Meldungen von verletzten Personen.

In der Nähe des Einsatzortes wurde ein Mann von der Polizei angehalten. «Gemäss jetzigen Erkenntnissen hat diese Person unerlaubterweise den Sperrbereich betreten und nichts mit den Vorkommnissen des Abends zu tun», schrieb die Polizei.
Laufende Ermittlungen zu den Hintergründen
Die Kantonspolizei St. Gallen hat Ermittlungen aufgenommen, um zu ermitteln, was hinter den Meldungen eines Mannes mit einem Messer beziehungsweise einer Machete steckt. Die Kantonspolizei wird wieder informieren, sobald neue, gesicherte Erkenntnisse vorlägen.

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