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Technik und Wissenschaft

Konstantin Chaykin präsentiert SC02C, einen Raumtesteden Chronographen

Der Uhrenhersteller Konstantin Chaykin hat auf den Geneva Watch Days 2026 den mechanischen Chronographen SC02C vorgestellt. Das bis auf 28 Exemplare limitierte Modell wurde in Zusammenarbeit mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos entwickelt und begleitete Kosmonauten zuvor bei vier echten Weltraumausstiegen.

Mechanische Zeitmesser begleiten Raumfahrer bereits seit Jahrzehnten ins All, doch nur wenige Uhren entstehen von Grund auf für die extremen Anforderungen von Außenbordeinsätzen. Mit dem Modell SC02C bringt die Manufaktur Konstantin Chaykin eine solche Spezialentwicklung nun auch an zivile Handgelenke. Das Projekt nahm seinen Anfang im Jahr 2018, als die Entwicklung eines mechanischen Chronographen für den Einsatz außerhalb der Orbitalstation anlief. Wie Monochrome Watches berichtet, wurden frühe Prototypen der sogenannten Space Conqueror auf der Internationalen Raumstation getestet, um die Konstruktion schrittweise zu verbessern. Jüngste Weiterentwicklungen begleiteten Raumfahrer noch am May 27, 2026 bei einem über sechsstündigen Außeneinsatz im offenen Weltraum. Vor dem Einsatz im All durchliefen die Uhren zudem Zentrifugen-, Vibrations-, Temperatur- und Stoßtests. Die SC02C ist für den Alltag angepasst, während sie die für Profis entwickelten Lösungen beibehält.

Vier Weltraumeinsätze als Härtetest für das Uhrwerk

Der Weg vom ersten Entwurf bis zur zivilen Edition führte über ein mehrstufiges Forschungsprogramm im Orbit. Nach der Rückkehr zur Erde werteten die Entwickler die gesammelten Daten aus und überarbeiteten unter anderem die Befestigung des Saphirglases. Die optimierte Uhr kehrte am August 17, 2022 erneut bei einem Einsatz mit Oleg Artemjew nach draußen zurück. Zuletzt absolvierten die Kosmonauten Sergei Kud-Swertschkow und Sergei Mikajew am May 27, 2026 einen sechs Stunden und sechs Minuten langen Ausstieg in Orlan-MKS-Räumen, an denen die neuen Chronographen befestigt waren. Insgesamt trugen Kosmonauten die Uhren bei vier verschiedenen Weltraumeinsätzen.

Technische Merkmale des mechanischen Instruments

Für die zivile Version wurde das Edelstahlgehäuse auf einen Durchmesser von 44 Millimetern bei einer Dicke von 14,5 Millimetern angepasst, behält jedoch sämtliche professionellen Schutzmechanismen bei. Zwei abgerundete, polierte rechteckige Chronographendrücker flankieren eine große, geriffelte Krone. Der massive, mit dem Thementhema gravierte und mit 10 Schrauben fixierte Gehäuseboden bietet zusätzlichen Schutz für das Werk. Das Saphirglas nutzt eine umgekehrte Schwalbenschwanzkonstruktion, deren abgeschrägte Kante ein Herausdrücken des Glases bei abrupten Druckwechseln oder extremen Belastungen verhindert. Zudem ist das Gehäuse auf Vakuumbedingungen bis zu 1 × 10⁻⁶ Atmosphären ausgelegt und verfügt über einen antimagnetischen Schutz bis 4.800 A/m sowie eine Wasserdichtigkeit von 100 Metern.

Das historische Uhrwerk und die Besonderheiten des Zifferblatts

Angetrieben wird der Chronograph von dem handaufgezogenen Kaliber K.20-5, das auf dem historischen Poljot-3133-Uhrwerk basiert. Die 3133-Familie folgte auf das Kaliber 3017, ein von den Sowjets modifiziertes Venus 150, das 1965 von Alexei Leonow beim ersten Weltraumausstieg getragen wurde. Konstantin Chaykin modifizierte das historische Uhrwerk grundlegend und fertigte rund 60 Komponenten neu an, darunter einen 12-Stunden-Chronographenzähler, eine Stoppsekundenfunktion sowie eine mikrometrische Feinregulierung über Gewichte. Ein Dämpfungsring schützt das Uhrwerk zusätzlich vor Vibrationen und Überlastungen. Das Kaliber arbeitet mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und bietet eine Gangreserve von 45 Stunden bei einer kommunizierten Genauigkeit von -15/+15 Sekunden pro Tag.

Das tiefschwarze Zifferblatt ist kompromisslos auf Ablesbarkeit ausgelegt, mit einer Minuten-/Sekundenskala auf dem geneigten Flansch, drei Hilfszifferblättern, großen aufgesetzten Markierungen und gut lesbaren Zeigern. Ein auffälliges Detail ist der rot markierte Stundenzeiger, den die Manufaktur bereits von der Mars Conqueror Mk3 übernahm. Im SC02C erfüllt er einen praktischen Zweck: Er erleichtert die Ablesung der 12-Stunden-Skala auf der rotierenden Lünette bei der Messung abgelaufener Zeitspannen. Leuchtmasse findet sich auf den Zeigern, Markierungen und der unidirektionalen Lünette.

Limitierte Auflage und Verfügbarkeit

Der auf genau 28 Exemplare limitierte Chronograph wird mit zwei schwarzen Textilbändern ausgeliefert, wovon eine Variante als verlängerte Version direkt über einem Raumanzug getragen werden kann. Mit der Präsentation auf den Geneva Watch Days 2026 wechselt das Instrument von der reinen Profiausrüstung in die Hände von Sammlern, die damit Teil eines fortlaufenden raumfahrttechnischen Versuchs werden. Der Preis ist noch zu bestätigen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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