Japan und die Vereinigten Staaten haben am vergangenen Freitag eine koordinierte Intervention zum Kauf von Yen durchgeführt, wie das japanische Finanzministerium am Montag bestätigte. Dies ist das erste Mal seit 2011, dass beide Länder gemeinsam eingegriffen haben, um den Kurs der Währung zu beeinflussen. Ziel der Maßnahme war es, dem Absturz des Yen entgegenzuwirken, der zuletzt neue 40-Jahres-Tiefstände erreicht hatte.
Reaktionen der Regierungen und Marktfolgen
Finanzminister Satsuki Katayama betonte gegenüber Reportern am Montag, dass Japan nicht zögern werde, weitere koordinierte Interventionen durchzuführen. US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte die Bemühungen vom Freitag ebenfalls und erklärte, dass Washington ebenfalls nicht zögern werde, an weiteren gemeinsamen Maßnahmen teilzunehmen. Präsident Donald Trump bezeichnete die Unterstützung Japans bei der Stützung des Yen am Sonntag als Zeichen der Freundschaft und als Hilfe für die Weltwirtschaft.
Strategische Hintergründe und Geldpolitik
Analysten zufolge soll die Intervention verhindern, dass ein Ausverkauf von Yen und japanischen Staatsanleihen (JGBs) globale Auswirkungen hat, wie etwa einen Aufwärtsdruck auf die US-Treasury-Renditen. Zudem helfe die Maßnahme den USA, die extreme Schwäche des Yen zu adressieren, welche den Effekt von Trumps Zöllen ausgleiche.
Im Zusammenhang mit der Währungspolitik forderte Scott Bessent weitere Zinserhöhungen durch die Bank of Japan (BOJ). Atsushi Mimura, Japans oberster Währungsdiplomat, erklärte, dass man die Währungspolitik weiterhin mit der Geldpolitik der BOJ abstimmen werde. Die BOJ hatte letzte Woche die Zinsen unverändert gelassen, signalisierte jedoch Spielraum für eine Erhöhung bei der nächsten Sitzung im September.
Zusätzliche Instrumente und Herausforderungen
Als weiteren Schritt zur Koordination erklärte Bessent, dass die USA in den kommenden Monaten eine Erhöhung der Repurchase-Fazilität der Federal Reserve in Betracht ziehen, die temporäre Dollar-Liquidität bereitstellt. Japan hatte bereits am Samstag über X gepostet, dass es über ein breites Spektrum an Instrumenten verfüge, einschließlich des Zugangs zu dieser Fed-Fazilität.
Vor der gemeinsamen Intervention am Freitag deuteten Daten der BOJ darauf hin, dass Japan allein am Donnerstag möglicherweise bis zu 58,97 Milliarden Dollar verkauft hat, um Yen zu kaufen. Experten wie Tsuyoshi Ueno vom NLI Research Institute merkten jedoch an, dass die fundamentalen Gründe für die Yen-Schwäche, wie die steigenden Treibstoffkosten durch den Konflikt im Nahen Osten und die Zinsdifferenzen zwischen Japan und den USA, weiterhin bestehen.
