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Venus hatte nie Ozeane, schlägt eine neue Studie vor

by drbyos
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Neue Forschungen unter der Leitung des Observatoire astronomique de l’Université de Genève legen nahe, dass Wasser nie kondensiert und sich folglich nie Ozeane auf der Oberfläche der Venus gebildet haben.

Künstlerische Darstellung der frühen Venus. Bildnachweis: Mandschu.

Die Erde hat seit fast 4 Milliarden Jahren Ozeane und der Mars hatte vor 3,5 bis 3,8 Milliarden Jahren Seen und Flüsse.

Es ist jedoch immer noch unbekannt, ob sich jemals Wasser auf der Oberfläche der Venus kondensiert hat, da der Planet – jetzt völlig trocken – globale Wiederauftauchereignisse durchmachte, die den größten Teil seiner Geschichte verschleiern.

„Wir haben das Klima der Erde und der Venus ganz am Anfang ihrer Evolution simuliert, vor mehr als 4 Milliarden Jahren, als die Oberfläche der Planeten noch geschmolzen war“, sagt Hauptautor Dr. Martin Turbet, Forscher am Observatoire astronomique de l’Université de Genève.

„Die damit verbundenen hohen Temperaturen führten dazu, dass jegliches Wasser in Form von Dampf vorhanden gewesen wäre, wie in einem riesigen Schnellkochtopf.“

In der Forschung führten Dr. Turbet und Kollegen globale 3D-Klimamodellsimulationen durch, um die Bedingungen zu simulieren, die für die Wasserkondensation und folglich die Ozeanbildung auf terrestrischen Planeten und insbesondere auf der frühen Venus und der Erde erforderlich sind.

Dazu passten sie ihr Klimamodell an die extremen Umgebungen heißer, wasserdominierter primitiver Atmosphären sowie deren extrem lange Konvergenzzeit an.

„Dank unserer Simulationen konnten wir zeigen, dass die klimatischen Bedingungen es nicht zulassen, dass Wasserdampf in der Atmosphäre der Venus kondensiert“, sagt Dr. Turbet.

„Das bedeutet, dass die Temperaturen nie so niedrig wurden, dass das Wasser in seiner Atmosphäre Regentropfen bildet, die auf seine Oberfläche fallen könnten. Stattdessen blieb Wasser als Gas in der Atmosphäre und Ozeane haben sich nie gebildet.“

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„Einer der Hauptgründe dafür sind die Wolken, die sich bevorzugt auf der Nachtseite des Planeten bilden.“

„Diese Wolken verursachen einen sehr starken Treibhauseffekt, der verhindert, dass die Venus so schnell abkühlt, wie bisher angenommen.“

Überraschenderweise zeigten die Simulationen, dass die Erde leicht das gleiche Schicksal wie die Venus erlitten haben könnte.

Wäre unser Planet der Sonne nur ein bisschen näher gewesen oder hätte die Sonne in ihrer „Jugend“ so hell geschienen wie heute, würde die Erde heute ganz anders aussehen.

Es ist wahrscheinlich die relativ schwache Strahlung der jungen Sonne, die es der Erde ermöglichte, genug abzukühlen, um das Wasser zu kondensieren, das Ozeane bildet.

„Dies ist eine völlige Umkehr in unserer Betrachtungsweise des ‚Paradoxons der schwachen jungen Sonne‘“, sagte Co-Autorin Professor Emeline Bolmont, ebenfalls vom Observatoire astronomique de l’Université de Genève.

„Es wurde schon immer als ein großes Hindernis für die Entstehung von Leben auf der Erde angesehen.“

“Das Argument war, dass eine viel schwächere Sonnenstrahlung als heute die Erde in einen lebensfeindlichen Eisball verwandelt hätte.”

“Aber es stellt sich heraus, dass diese schwache Sonne für die junge, sehr heiße Erde möglicherweise eine ungeahnte Gelegenheit war.”

„Unsere Ergebnisse basieren auf theoretischen Modellen und sind ein wichtiger Baustein zur Beantwortung der Frage nach der Geschichte der Venus“, sagt Co-Autor Professor David Ehrenreich, ebenfalls vom Observatoire astronomique de l’Université de Genève.

“Aber wir werden die Sache auf unseren Computern nicht endgültig entscheiden können.”

„Die Beobachtungen der drei zukünftigen Venus-Weltraummissionen werden wesentlich sein, um unsere Arbeit zu bestätigen – oder zu widerlegen.“

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Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift veröffentlicht Natur.

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M. Turbet et al. 2021. Die Asymmetrie der Tag-Nacht-Wolken verhindert frühe Ozeane auf der Venus, aber nicht auf der Erde. Natur 598, 276-280; doi: 10.1038/s41586-021-03873-w

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