Die Hälfte der Methanemissionen von Buenos Aires könnte von einer Mülldeponie stammen

Rund ein Fünftel der weltweiten Methanemissionen stammen von verrottenden Deponien. Satelliten haben nun einige besonders große Emitter entdeckt

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10. August 2022

Eine Deponie in Buenos Aires, Argentinien

Juan Ignacio Roncoroni/EPA-EFE/Shutterstock

Eine einzige Deponie kann für bis zu die Hälfte der Methanemissionen einer Stadt verantwortlich sein. Aber das Abdecken zusammen mit anderen Maßnahmen könnte drastisch reduzieren, wie viel Gas in die Atmosphäre freigesetzt wird.

Methan ist nach Kohlendioxid das Treibhausgas, das am stärksten für die Erderwärmung verantwortlich ist. Die größte Quelle menschengemachter Methanemissionen ist die Öl- und Gasförderung, dicht gefolgt von Blähungen bei Rindern. Der größte Teil des Rests – fast ein Fünftel der weltweiten Methanemissionen – stammt von verrottenden Deponien.

Joannes Maasakkers vom Niederländischen Institut für Weltraumforschung und Kollegen verwendeten Satelliten, um die Deponien hinter einem Großteil der Methanemissionen in vier Städten zu identifizieren: Buenos Aires in Argentinien, Lahore in Pakistan sowie Mumbai und Delhi in Indien.

Die Forscher identifizierten die Städte als Methan-Hotspots, indem sie ein Instrument an Bord des Satelliten Copernicus Sentinel-5P verwendeten, das täglich die Methanemissionen auf der ganzen Welt überwacht. Der Satellit hat jedoch ein breites Sichtfeld, sodass das Team dann zwei Satelliten mit höherer Auflösung namens GHGSat-C1 und C2 auf die Städte richtete.

In Buenos Aires fanden die Forscher heraus, dass eine große Deponie namens Norte III für die Hälfte der Methanemissionen der Stadt verantwortlich war. Fast 90 Prozent des Methans stammten aus einem nicht abgedeckten Teil der Deponie. Eine Mülldeponie in Mumbai war für 26 Prozent der Methanemissionen der Stadt verantwortlich. Die größten Deponiequellen in Lahore und Delhi waren für 12 bzw. 6 Prozent der Methanemissionen verantwortlich.

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„Die Emissionen einzelner Anlagen sind sehr hoch“, sagt Maasakkers. Sie weisen auch auf naheliegende Stellen hin, an denen sich die Bemühungen zur Emissionsreduzierung konzentrieren sollten. Das Abdecken von Deponien und das Sammeln von Methan sowie andere Schritte wie die Reduzierung der Menge an organischem Abfall könnten die Methanemissionen von Deponien um das Sechsfache reduzieren, sagt Maasakkers.

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